Wir hatten uns lange im Vorfeld unglaublich gefreut auf die Tage in einem für uns absolut neuen Landstrich Kanadas: der Sunshine Coast nördlich von Vancouver an der Westküste British Columbias. Um eine Verwechslung mit der gleichnamigen Region in Australien zu vermeiden hat sich die Bezeichnung Sunshine Coast BC oder Sunshine Coast Kanada etabliert. Sie erstreckt sich über 180 Kilometer entlang der Strait of Georgia. Auf der anderen Seite liegt Vancouver Island.
Die Sunshine Coast BC ist bekannt für Ihr mildes Klima, kristallklares Wasser, atemberaubende unberührte Natur, malerische Küstenorte und den entspannten Lebensstil seiner Bewohner. Sie bietet eine Vielzahl von Aktivitäten für Naturliebhaber und Outdoor-Enthusiasten.

Als wir die Fähre aus Vancouver in Langdale verlassen merken wir schnell: die Uhren gehen tatsächlich anders hier an der Sunshine Coast. Bist Du bereit für ein Abenteuer? Dann begleite uns jetzt auf unserer Entdeckungsreise an drei phantastischen Tagen im Juli durch dieses versteckte Juwel Kanadas.
Karte mit allen wichtigen Orten
Anreise zur Sunshine Coast BC
Die Sunshine Coast gehört zwar zum kanadischen Festland, ist aber wegen der geographischen Gegebenheiten dennoch nur per Fähre oder Wasserflugzeug zu erreichen. Alle wichtigen Fährverbindungen an der Westküste von British Columbia werden von BC Ferries betrieben. Das Unternehmen ist die größte Passagierfährenlinie Nordamerikas und die zweitgrößte der Welt.
Startpunkt für die Überfahrt zur Sunshine Coast ist der Fährhafen Horseshoe Bay im Nordwesten Vancouvers. Von hier geht es in etwa 40 Minuten quer durch den Howe Sound zum Fähranleger Langdale nordöstlich des kleinen Städtchens Gibsons. Die Fähren verkehren in der Hauptsaison pro Richtung etwa ein dutzend Mal von morgens bis abends. Eine Reservierung ist empfehlenswert und erfolgt schnell und einfach online.
Die Kosten betragen z.Zt. für einen normal großen PKW und zwei Personen inklusive Reservierungsgebühr etwa 70 Euro. Für Randzeiten und Buchungen weit im Voraus gibt es oft Spar-Preise, die bei der Buchung dann angezeigt werden. Nur die Reservierungsgebühr wird sofort online bezahlt, der Fahrpreis dann am Schalter beim Einschiffen.

Möchtest Du noch weiter zum nördlichen Teil der Sunshine Coast (und/oder dann weiter nach Vancouver Island) wartet eine zweite Fährverbindung auf Dich: die 50-minütige Überfahrt von Earls Cove nach Saltery Bay. Diese Strecke wird zur Hauptsaison etwa achtmal täglich pro Richtung bedient und ist nicht reservierbar. Es gilt das Prinzip: first come, first serve. Den Fahrplan findest Du hier auf der Seite von BC Ferries. Diese Fahrt ist kostenlos.
Die Überfahrt nach Vancouver Island schließlich erfolgt von Powell River nach Comox quer durch die Strait of Georgia. Die Fahrzeit beträgt etwa 90 Minuten. Diese Fähre verkehrt in der Hauptsaison viermal täglich und kostet für einen PKW und zwei Insassen inklusive Reservierung z.Zt. etwa 68 Euro. Auch für diese Fahrt gibt es in Randzeiten oft große Rabatte.
Eine sehr gute Karte aller Fährverbindungen stellt BC Ferries auf dieser Seite zur Verfügung. Zusammengefasst stellen wir also fest: für den Besuch der Highlights der Sunshine Coast benutzt Du die Fähre zwischen Horseshoe Bay und Langdale. Um die Sunshine Coast in eine Rundreise über Vancouver Island einzubinden (so wie wir es im Folgenden machen) kommen zusätzlich die Fährverbindungen zwischen Earls Cove und Saltery Bay und zwischen Powell River und Little River/Comox hinzu. Das Ganze funktioniert natürlich genau so auch in der Gegenrichtung.
Die erste Fährstrecke von Horseshoe Bay nach Langdale
Wir haben gleich für die erste Verbindung des Tages um 7:30 Uhr reserviert. Mindestens sechzig Minuten vor Abfahrt muss man am Fähranleger sein. Es ist einiges los und wir sind froh, unsere Tickets schon in der Tasche zu haben. Das Einschiffen der Trucks, Wohnmobile und PKW ist gut organisiert und geht entsprechend zügig. Wir suchen uns einen Platz auf dem Oberdeck in der kraftvoll scheinenden Morgensonne. Pünktlich legen wir ab.


Die Fahrt durch den Howe Sound ist absolut spektakulär und die Ausblicke auf die umliegenden Berge und Inseln atemberaubend. Wir sind fast ein wenig traurig, dass das Erlebnis nach kurzweiligen 50 Minuten Fahrzeit schon wieder vorbei ist.

Auch das Ausschiffen geht wieder schnell und so fahren wir um kurz vor halb neun an der Sunshine Coast an Land. Wir sind mehr als gespannt, was uns nun die nächsten drei Tage hier erwartet.

Der malerische Küstenort Gibsons
Ein paar Fahrminuten nach Verlassen der Fähre erreichen wir Gibsons an der Südspitze der Sunshine Coast. Das kleine Städtchen hat etwas weniger als 5.000 Einwohner und wurde 2009 zum weltweit lebenswertesten Ort in seiner Kategorie ausgezeichnet. Wir sind auch gleich begeistert: ein Küstenort wie aus dem Bilderbuch. Die Atmosphäre hier am frühen morgen ist außergewöhnlich und zieht uns gleich in Ihren Bann. Wir holen uns einen Kaffee aus einem der bunt bemalten Shops entlang der kleinen Hauptstraße und schlendern zum Hafen.


Hier liegen Fischerboote, kleine Jachten und kunstvoll bepflanzte Hausboote. Wir verstehen schnell, warum es soviele Künstler an die Sunshine Coast zieht, um hier zu leben und zu arbeiten. Auch wir beschließen sofort, dass das hier ein perfekter Ort zum Leben wäre.




Den meisten Kanadiern ist Gibsons recht bekannt – zumindest von der Mattscheibe. Die allseits beliebte Fernsehserie „The Beachcombers“ spielte hier über 350 Folgen von 1972 bis 1990. Wir könnten stundenlang hier bleiben und einfach die bezaubernde Stimmung des Ortes geniessen.


Roberts Creek Pier – Strand mit Ausblick
Ungefähr auf halber Strecke zwischen den Ortschaften Gibsons und Sechelt stoppen wir am Roberts Creek Pier. Ein Damm führt hier ein Stück ins Meer hinein. Links davon liegt ein kleiner Strand mit einer Menge angeschwemmtem Treibholz. Rechts davon ist eine kleine Bucht mit Sandstrand. Wir haben einen grandiosen Blick über die Strait of Georgia und die Berge der gegenüberliegenden Vancouver Island.




Auch Roberts Creek ist ein Ort, der viele Künstler anzieht. Jedes Jahr wird von der Community das große Mandala vor dem Strand neu gemalt, eine Art abstraktes Traumbild in Kreisform. Die bis zu 600 einzelnen Felder werden von einem Künstler vorgezeichnet und dann von Alt und Jung an einem Samstag im Juli mit Farbe und Leben gefüllt.

Sechelt – das touristische Zentrum der Sunshine Coast
Wir fahren weiter auf dem Sunshine Coast Highway Richtung Sechelt. Mit etwas mehr als 10.000 Einwohnern ist dies die zweitgrößte Stadt an der Sunshine Coast. Durch ihre Lage zwischen dem Pazifik auf der einen Seite und dem Fjord Sechelt Inlet auf der anderen ist die Umgebung ein Paradies für Wassersportfreunde. Es gibt hier eine Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Unterkünften, wie dem tollen The Oceanside.
Wir fahren heute aber nur hindurch. Es steht noch ein absolutes Top-Highlight auf dem Tagesprogramm und da wollen wir nicht in Zeitnot geraten. Am Coopers Green Park kurz vor Halfmoon Bay halten wir für einen kurzen Blick auf die Bucht und die eifrigen Paddler.


Smuggler Cove Marine Park – das kleine Paradies
Kurz hinter Halfmoon Bay zweigt die Brooks Road vom Highway 101 ab. Nach etwa dreieinhalb Kilometern auf dieser Straße erreichen wir einen kleinen Parkplatz und den Trailhead zum Smuggler Cove Marine Park. Woher hat die kleine versteckte und verzweigte Bucht Ihren Namen? Im späten 18. Jahrhundert verhalf ein Pirat namens Larry Kelly chinesischen Arbeitern, welche die Canadian Pacific Railway miterbaut hatten von hier aus zu ihrer illegalen Immigration in die Vereinigten Staaten. Der Legende nach wurde später zu Zeiten der Prohibition von hier der auf der benachbarten Texada Island gebrannte Schnaps in die USA geschmuggelt.

Nun aber zur Wanderung: diese führt die ersten paar hundert Meter durch einen dichten Wald und dann über mehrere Holzstege durch ein pittoreskes Sumpfgebiet. Vogelgezwitscher begleitet Dich und mit etwas Glück siehst Du einen der vielen hier lebenden Biber.




Dann teilt sich der Trail. Links geht es in etwa 15 Minuten zu einem kleinen steinigen Strand mit toller Aussicht auf Grant Island, die Welcome Passage und die Strait of Georgia und Texada Island in der Ferne.
Rechts geht es auf den Loop durch die Smuggler Cove. Diesen nehmen wir heute als erstes unter die Füße. Es geht leicht bergauf und wir haben erste tolle Aussichten auf das smaragdgrüne Wasser der Bucht.


Die Bäume lichten sich bald und der Weg führt entlang dieses traumhaften Fleckchens Erde schließlich auf einen felsigen Vorsprung direkt über dem Eingang zur Bucht.




Die Szenerie ist wirklich unglaublich spektakulär und für uns der Inbegriff von romantisch. Immer mal wieder schippert ein Boot in die Bucht. Ansonsten ist nicht viel los hier. Wir klettern etwas umher und von jedem Platz ergeben sich neue Perspektiven und Ausblicke.




Wir machen auf einer der Picknickbänke oberhalb der Smuggler Cove eine ausgiebige Rast und können uns dann nur schwer von diesen grandiosen Ausblicken wieder losreißen.


Wir wollen aber natürlich auch noch den anderen Weg bis zum kleinen Strand laufen. Zurück an der Kreuzung laufen wir nun also links. Nach etwa zehn Minuten erreichen wir den Zugang, klettern hinab und stehen direkt an der sogenannten Welcome Passage. Auch die Aussicht hier ist absolut phantastisch!






Zurück am Auto haben wir uns alles in allem etwa zweieinhalb Stunden im Park aufgehalten und sind knapp fünf Kilometer gelaufen. Der Smuggler Cove Marine Park ist das erwartete spektakuläre Highlight und gehört zu einem Besuch der Sunshine Coast BC hundertprozentig dazu! Aus meiner Sicht lohnt sich nur hierfür allein die Überfahrt aus Vancouver.
Der Besuch der Smuggler Cove ist übrigens auch ohne eigenes Auto möglich. Es gibt eine geführte Kleingruppen-Tour (max. 6 Personen). Sie dauert etwa 7 Stunden und beinhaltet die Abholung am Fährterminal in Langale, den Besuch von Gibsons Landing und Roberts Creek und eine zweistündige Wanderung im Park. Danach geht es zurück zum Fährterminal Langdale. Ich finde das Angebot absolut preiswert und man spart sich die Fährkosten für das Auto.
Madeira Park und Garden Bay in Pender Harbour
Etwa zwanzig Fahrminuten gen Norden auf dem Sunshine Coast Highway 101 liegt unser nächstes Ziel: Pender Harbour mit seinen Ortschaften Madeira Park, Garden Bay und Irvines Landing. Pender Harbour ist kein einzelner Hafen im ursprünglichen Sinne. Er bezeichnet vielmehr eine Ansammlung verschlungener Buchten, die sich fünf Kilometer ins Landesinnere ziehen und mehr als 60 Kilometer Küstenlinie bieten. Fast jede dieser Buchten hat seine eigene kleine Marina. Die Möglichkeiten an Aktivitäten ist dementsprechend riesig. Wir fahren zuerst zur Madeira Marina an der Welbourn Cove in Madeira Park. Vor uns liegt hier ein typischer Sunshine Coast-Yachthafen wie aus dem Bilderbuch.

In einem größeren Schlenker um die Ausläufer der Bucht fahren wir danach zur Fisherman’s Marina an der Pool Road in Garden Bay. Rund um John Henry’s Marina & Resort* laden bunt bemalte Picknickbänke- und Stühle zum Verweilen in dieser traumhaften Kulisse ein.






Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen, Segeln, Angeln, Kanufahren, Wandern – all das und noch viel mehr ist möglich in der unglaublich schönen Wasserwelt rund um Pender Harbour. Alleine diese Gegend rechtfertigt einen zweiwöchigen Aufenthalt. Neben dem oben schon erwähnten John Henry’s Resort bietet auch das Pender Harbour Resort & Marina* oder das Painted Boat Resort* hervorragende Unterkunftsmöglichkeiten in der Gegend.
Wir müssen uns allerdings losreißen. Für unsere zwei Nächte an der Sunshine Coast haben wir uns etwas gegönnt und da möchten wir noch etwas vom Rest des Tages haben.

Wir fahren also weiter gen Norden und vorbei am wunderschönen Ruby Lake, an dessen Ufer die Wildblumen blühen. Die Wege sind kurz an der Sunshine Coast und so erreichen wir am späten Nachmittag unser Ziel in Egmont.
Traumunterkunft West Coast Wilderness Lodge
Eine der besten Unterkünfte an der gesamten Sunshine Coast liegt unweit des kleinen Örtchens Egmont direkt am Fjord Sechelt Inlet in traumhafter Naturkulisse: Die West Coast Wilderness Lodge*! Wir hatten bei der Hotel-Recherche für unseren Trip Bilder von der Lodge gesehen und waren gleich total begeistert und sicher, dass wir unsere beiden Nächte ganz genau hier verbringen.

Die Lodge bietet Platz für gerade einmal 40 Gäste in Oceanfront-Zimmern und -suiten und deren Pendants zur Waldseite nach hinten. Alle Zimmer verfügen über einen großen Balkon bzw. eine Terrasse. Nach einem sehr freundlichen Empfang beziehen wir unsere Oceanview-Suite:




Wir sind unglaublich begeistert von der Unterkunft und hätten locker eine Woche hier verbringen können. Die Lage ist wirklich unglaublich und an dem Ausblick von unserem großen Balkon konnten wir uns gar nicht sattsehen.



Gebucht haben wir unsere Oceanview-Suite in der West Coast Wilderness Lodge* über booking.com. Mindestaufenthalt sind zwei Nächte. Die Lodge ist oft ausgebucht. Wenn Du also Verfügbarkeiten findest entscheide Dich schnell! Morgens ist ein a la carte-Frühstück und abends ein 3-Gänge-Menü im hauseigenen Inlets Restaurant inklusive. Das Essen war an beiden Abenden herausragend!






Skookumchuck Narrows – die schnellste Gezeitenstromschnelle Nordamerikas
Nur wenige Kilometer östlich der West Coast Wilderness Lodge liegt ein weiteres Top-Highlight der Sunshine Coast: die Skookumchuck Narrows. In der Sprache der Chinook First Nation bedeutet Skookumchuck soviel wie „wildes starkes Wasser“. Eine vier Kilometer lange Wanderung (one-way / 8 Kilometer gesamt) durch wunderschönen Regenwald führt uns zu den schnellsten Salzwasser-Stromschnellen Nordamerikas.

Hier an der einzigen Verbindung zwischen dem Fjord Sechelt Inlet mit seinen beiden Seitenfjorden Narrow Inlet und Salmon Inlet und dem Pazifik entstehen durch das zufließende Wasser bei Flut und das abfließende Wasser bei Ebbe ein- bis dreimal täglich spektakuläre Stromschnellen. Der Gezeitenhub beträgt dann bis zu fünf Meter und die Strömung erreicht Geschwindigkeiten bis zu 30 km/h. So entstehen oftmals „stehende Wellen“ und bis zu 20 Meter große „Whirlpools“. Das zieht natürlich die besten Kayak- und Kanufahrer der Welt an, die hier oft anzutreffen sind. Die Zeiten, zu welchen das Spektakel am besten zu bewundern ist findest Du hier auf dieser Seite.
Wir haben Glück, dass das Schauspiel heute für uns am Vormittag stattfindet und wir so den Nachmittag noch für andere Aktivitäten zur Verfügung haben. Um 9:30 Uhr starten wir unsere Wanderung von dem kleinen Parkplatz und laufen kurze Zeit später durch einen wunderschönen Küsten-Regenwald.


Es gibt zwei Aussichtspunkte am Ende der Wanderung: den North Point etwas oberhalb mit bestem Blick auf die Whirlpools und den Roland Point direkt am Wasser für beste Blicke auf die Schnellen. Nach etwa 50 Minuten erreichen wir den ersten Aussichtspunkt. Die Kraft des Wassers ist wirklich unglaublich und die tanzenden Whirlpools ziemlich spektakulär.


Außer uns ist nur eine Handvoll Leute hier. Wir laufen weiter zum zweiten Aussichtspunkt, der nur einen Steinwurf entfernt liegt. Das Getose des Wassers ist hier noch lauter. Die Felsen am Wasser sind übersät mit Muscheln und anderen Meereslebewesen. Ein toller Ort!





Insgesamt hat unser Ausflug etwa zweieinhalb Stunden gedauert. Gegenüber des Trailhead-Parkplatzes liegt das Egmont Heritage Center. Dieses kleine Museum gibt in wechselnden Ausstellungen Einblick in das Leben der ersten Bewohner dieser Gegend. Auf dem Außengelände sind außerdem einige alte Fahrzeuge und Maschinen ausgestellt, welche inmitten der tiefgrünen Vegetation tolle Fotomotive sind.





Caro ist hier ganz in ihrem Element und macht hunderte Fotos. Wir fahren dann zurück zur West Coast Wilderness Lodge und ziehen uns um für unsere nächsten Aktivität am heutigen Tage. Jetzt wird es sportlich!
Kajakfahren auf dem Sechelt Inlet
Den Nachmittag wollen wir auf dem Sechelt Inlet verbringen – dem wunderschönen Fjord auf den wir seit 24 Stunden von unserem Balkon aus blicken. Einen Steinwurf von unserer Unterkunft entfernt befindet sich das Egmont Adventure Center. Die sehr netten Betrieber bieten Bootsausflüge, Jetski-Touren, geführte Kajak-Touren und einiges mehr an. Wir wollen heute auf eigene Faust auf das Wasser und mieten für drei Stunden ein Zweier-Kajak. Die Formalitäten sind schnell erledigt, wir bezahlen knapp 90 Kanadische Dollar, legen die Schwimmwesten an und sitzen kurze Zeit später in den harten Sitzen unseres Bootes.

Den gleichmäßigen Paddelschlag haben wir recht schnell wieder drauf, waren wir doch vor ein paar Monaten erst für zwei Tage mit dem Kajak im Spreewald unterwegs. Der Unterschied zwischen den ruhigen Fließen dort und dem rauhen Wasser eines Fjordes am Pazifik wird uns allerdings sehr schnell klar. Wir fahren erstmal mit der Strömung fjordabwärts bis zu einer kleinen felsigen Insel. Hier tummeln sich einige Seehunde an Land und im Wasser, die uns interessiert beobachten.




Ab und zu fliegt ein Wasserflugzeug über unsere Köpfe. Und immer wieder mal kreuzt auch ein Motorboot unseren Weg. Ansonsten sind wir total allein hier auf dem Wasser. So macht es uns unheimlich viel Spaß und wir paddeln bis zur kleinen Egmont Marina und dann zurück in die andere Richtung. Nun geht es gegen die Strömung. Das kostet gleich wesentlich mehr Kraft. Kurze Pausen werden umgehend bestraft, da der mühsam gewonnene Raumgewinn sofort wieder mit der Strömung weggesogen wird.


Wir fahren an dem Anleger des Egmont Adventure Center und unserer Unterkunft vorbei hinein in die kleine Bucht Malibu Landing. Hier liegen etwas größere Schiffe. In deren Schutz können wir eine ausgiebige und absolut nötige Pause machen. Dann paddeln wir zurück zu der kleinen Insel mit den Seehunden, wo es uns so gut gefallen hat. Die Strömung wird mit zunehmender Flut nun immer stärker. Die Skookumchuck Narrows sind nicht allzu weit entfernt. Dahin möchten wir heute nicht mehr abgetrieben werden.
Unter vollem Einsatz und mit letzten Kräften erreichen wir nach etwa zweieinhalb Stunden auf dem Wasser wieder den Anleger, wo uns freundlicherweise gleich aus dem Boot geholfen wird. Das war ein unheimlich anstrengender und genauso toller Ausflug, den wir nur wärmstens empfehlen können!
Am Abend gibt es wieder ein ausgesprochen gutes 3-Gänge-Menü im Restaurant und den Tag lassen wir mit einem Glas Wein beim Sonnenuntergang am Steg der West Coast Wilderness Lodge ausklingen.

Morgen früh müssen wir relativ zeitig los, denn wir wollen in Earls Cove die zweite Fähre des Tages um 8:30 Uhr nehmen und dann später weiter Richtung Vancouver Island.
Die zweite Fährstrecke von Earls Cove nach Saltery Bay
Wie ich weiter oben schon geschrieben habe ist die kurze Fährverbindung zwischen Earls Cove und Saltery Bay nicht im Voraus buchbar. Es gilt das Prinzip „first come first serve“. Dafür ist die Fahrt kostenlos bzw. in der vorherigen Fahrt inkludiert. Denn ohne die Fähre aus Vancouver oder Vancouver Island wäre man jetzt ja nicht hier. Wir sind deshalb heute ziemlich früh am Anleger, etwa 80 Minuten vor Abfahrt. Zwei Dutzend Fahrzeuge sind vor uns, das heißt wir kommen sicher mit. Das Einschiffen geht wieder sehr schnell und gut organisiert, so dass wir pünktlich ablegen.

Knapp 50 Minuten dauert die Überfahrt zum nördlichen Abschnitt der Sunshine Coast. Auch heute sind die Ausblicke wieder absolut spektakulär und die Fährfahrt ein Highlight für sich. Viel zu schnell legen wir an.

Für vier Fähren pro Tag sind die Fahrpläne so gestaltet, dass man gleich die Anschlussfähre in Powell River nach Vancouver Island bekäme, wenn man die 30-minütige Fahrt bis zum Anleger ohne Stopps durchziehen würde. So eilig haben wir es aber dann doch nicht. Wir haben das Schiff um kurz vor zwölf reserviert und können es somit etwas ruhiger angehen lassen.
Powell River – die größte Stadt an der Sunshine Coast
Der Sunshine Coast Highway führt uns fast die ganze Zeit entlang der Strait of Georgia mit wunderbaren Ausblicken auf Texada Island vor uns und Vancouver Island dahinter. An einem kleinen Parkplatz mit Totem Poles und einem Gedenkstein machen wir ein kurzes Picknick und genießen die Vormittagssonne.



Powell River selbst ist ein gemütliches kleines Städtchen mit etwa 14.000 Einwohnern. Die Zellstoff- und Papierfabrik in der Stadt war einmal die größte der Welt. Zehn Betonschiffe aus dem ersten und zweiten Weltkrieg liegen als Wellenbrecher vor dem kleinen Hafen der Fabrik unweit des Powell River Historic District.

Viel mehr als zwei Stunden braucht man für Powell River aus meiner Sicht nicht. Dreißig Fahrminuten nördlich liegt noch das kleine Hafenstädtchen Lund mit dem Milemarker Zero des Highway 101. Die großen Highlights der Sunshine Coast haben wir aber schon gesehen und es warten viele weitere auf Vancouver Island.
Die dritte Fährfahrt von Powell River nach Comox auf Vancouver Island
Sechzig Minuten vor Abfahrt sind wir schließlich am Fähranleger Westview. Die Wartezeit verbringen wir in der Sonne auf der Ladefläche unseres Pick-Up. Pünktlich geht es los und wir fahren an der Nordspitze von Texada Island vorbei und einmal quer durch die Strait of Georgia.

Der Wind pfeift heftig oben an Deck. In der Ferne funkeln die schneebedeckten Gipfel von Vancouver Island in der Sonne. Riesige Containerschiffe sind natürlich auch unterwegs.

Nach 90 Minuten schließlich erreichen wir den Fähranleger Little River in Comox. Nun freuen wir uns riesig auf ganz sicher erlebnisreiche Tage auf Vancouver Island.

Fazit
Die Sunshine Coast BC hat unsere hohen Erwartungen fast noch übertroffen. Sie ist wirklich ein unglaublich schönes Fleckchen Erde mit einem ganz eigenen besonderen Flair. Zudem läßt sie sich perfekt in eine Tour mit Vancouver Island einbauen. Wir empfehlen zwei Übernachtungen. So ist ausreichend Zeit für die beiden spektakulären Highlights Smuggler Cove und Skookumchuck Narrows. Die drei Fährfahrten waren für sich allein ebenso absolute Höhepunkte. Wir werden ganz sicher noch einmal wiederkommen!
Vancouver Island

Highlights in Westkanada

Jasper Nationalpark

Mount Revelstoke Nationalpark


Wow, wie beeindruckend ist bitte die Sunshine Coast?
Es sieht einfach nur traumhaft aus!
Das müssen wir unbedingt bei unserem nächsten Besuch in Vancouver mitnehmen, wir sind sprachlos. Danke für die tollen Eindrücke 🙂
Krissi & Michi