Dieses Bild zeigt den Cathedral Rock im Lake Powell aus der Vogelsperspektive

Rundflug über den Lake Powell zur Rainbow Bridge

Im Kleinflugzeug zu einer der größten natürlichen Steinbrücken der Welt

Die Rainbow Bridge ist mit einer Spannweite von 82 Metern und einer Höhe von 88 Metern eine der größten natürlichen Steinbrücken der Welt. Sie liegt in einem Seitencanyon des Lake Powell und ist ein Heiligtum der Navajo. Durch Ihre Abgeschiedenheit ist sie nicht ganz leicht zu erreichen. Die meistgewählte Variante für einen Besuch ist eine Bootstour. Von der Wahweap Marina bei Page, Arizona aus werden Tagestouren angeboten. Je nach Höhe des Wasserspiegels sind nach Anlegen am Bootsanleger noch etwa zwei Kilometer bis zur Rainbow Bridge zu wandern. Viel Zeit hat man dann vor Ort allerdings nicht.

Dieses Bild zeigt den Bootsanleger der Rainbow Bridge im Lake Powell
Bootsanleger im Lake Powell
Dieses Bild zeigt die Rainbow Bridge am Lake Powell in Arizona
Die Rainbow Bridge

Eine andere Variante ist der mehrtägige Backpacking-Trip. Zwei permit-pflichtige Trails führen durch unwegsames Gelände über das Gebiet der Navajo Nation zum Ziel. Uns ist niemand bekannt, der diese Wanderung schon unternommen hat. Wenn WIR es irgendwann getan haben, werden wir berichten.

Wir fliegen gerne und lieben die Vogelsperspektive. Deshalb war für uns ganz klar, dass wir uns die Rainbow Bridge von oben anschauen wollen. Zugleich ist dies auch die einfachste, kürzeste und tatsächlich auch günstigste Variante.

Unser Abenteuer beginnt am kleinen Airport von Page, Arizona im Südwesten der USA. Den richtigen Schalter im Flughafengebäude zu finden ist nicht so schwer: Es gibt nur einen geöffneten. Der nette junge Mann am Check-In entpuppt sich nach Vorlegen unserer Personalausweise als deutscher Auswanderer. Sehr unkompliziert geht das hier alles vonstatten. Es wird nur die vorliegende Buchung mit den Ausweisen abgeglichen und das Körpergewicht abgefragt, dann können wir uns in die gemütlichen Sofas setzen und auf unseren Piloten warten. Der ist noch mit einer Gruppe auf dem Rückflug vom Grand Canyon

Pünktlich um acht ist der Pilot da. Zusammen mit ihm und den sechs Franzosen und dem Amerikaner, die unsere kleine Reisegruppe vervollständigen, gehen wir hinaus aufs Flugfeld zu unserer neunsitzigen Propellermaschine. Eine Sicherheitskontrolle gibt es übrigens nicht. Dafür aber ein paar Worte zur Lage des Notausgangs und der Schwimmwesten, dann können wir einsteigen.

Dieses Bild zeigt ein Kleinflugzeug auf dem Rollfeld des Page Airport am Lake Powell
Unser Flugzeug von außen…
Dieses Bild zeigt das Flugzeug von innen
…und von innen

Der Amerikaner nimmt auf dem Sitz des Co-Piloten Platz, der Rest der Truppe sucht sich dahinter einen Platz. Einen Sitz gibt es pro Seite – komplett Leder – , dazu sehr großzügige Beinfreiheit und Bose-Kopfhörer für die Erklärungen. Die Sprache ist wählbar. Nur hat unser Pilot zuerst die falsche CD eingelegt. Zur Auswahl steht irgendetwas wie Suaheli, Hebräisch, Japanisch und Ukrainisch. Das sorgt natürlich unter uns Passagieren erstmal für etwas Verwirrung und wir alle schauen uns ein wenig ratlos an. Aber es lockert auch die Stimmung am frühen Morgen schon mal etwas auf.

Schon wenige Sekunden nach dem Start eröffnet sich unter uns ein atemberaubendes Panorama. Der Lake Powell glitzert in unzähligen Blautönen, eingerahmt von rötlichen Sandsteinfelsen. Die Weite des zweitgrößten Stausees der USA ist gigantisch, seine Küstenlinie beträgt mehr als 3.000 Kilometer. Wir fliegen über den Glen Canyon Dam und die Wahweap Marina hinaus auf das Wasser.

Dieses Bild zeigt den Glen Canyon Dam am Lake Powell aus der Vogelperspektive
Glen Canyon Dam
Dieses Bild zeigt die Wahweap Marina am Lake Powell aus der Vogelperspektive
Wahweap Marina

Weiter geht es über den Alstrom Point und den markanten Gunsight Butte. Die vielen Seitenarme des Lake Powell bieten uns immer wieder neue Ausblicke. Das Flugzeug liegt erstaunlich ruhig in der Luft und die Flughöhe ist so gering, dass wir auch ohne Teleobjektiv tolle Fotos schießen können. Zwischendurch erzählt der Pilot immer wieder Wissenswertes über die versteckten Canyons unter uns.

Dieses Bild zeigt den Cathedral Rock im Lake Powell aus der Vogelperspektive
Cathedral Rock
Dieses Bild zeigt den Gunsight Butte im Lake Powell aus der Vogelperspektive
Gunsight Butte
Dieses Bild zeigt den Lake Powell aus der Vogelperspektive bei unserem Rundflug zur Rainbow Bridge
Alstrom Point

Nach etwa 15 Minuten Flugzeit erreichen wir schließlich die Rainbow Bridge. Schon aus der Ferne wirkt sie wie ein gigantischer Torbogen mitten in der Wildnis. Der Anblick aus der Luft ist schlichtweg surreal. Unser Pilot fliegt eine große Schleife damit alle Passagiere sowohl rechts als auch links einen guten Blick auf die Brücke bekommen.

Dieses Bild zeigt die Rainbow Bridge am Lake Powell aus der Vogelperspektive bei unserem Rundflug
Die Rainbow Bridge…
Dieses Bild zeigt die Rainbow Bridge am Lake Powell aus der Vogelperspektive bei unserem Rundflug
…aus der…
Dieses Bild zeigt die Rainbow Bridge am Lake Powell aus der Vogelperspektive bei unserem Rundflug
…Vogelperspektive

Dann drehen wir langsam um und nehmen Kurs zurück nach Page. Der Rückflug bietet wieder neue Perspektiven auf den Lake Powell und vergeht viel zu schnell. Die gesamte Flugdauer beträgt ungefähr dreißig Minuten.

Lake Powell

Als wir wieder sicher auf der Landebahn aufsetzen, sind wir noch immer sprachlos. Kein Foto kann das Gefühl wirklich einfangen, welches man hat, wenn man diese über Jahrtausende von Wind, Wasser und Zeit erschaffene Landschaft aus der Vogelperspektive betrachtet.

Nach der Landung verlassen wir das Flugzeug über das Rollfeld und stehen fünf Minuten später wieder an unserem Auto vor dem Airport-Gebäude. Schaue Dir gern auch das kurze Video von unserem Flug über den Lake Powell und die Rainbow Bridge an:

Über den Autor
Malte
Seit 2001 ist Nordamerika meine große Leidenschaft und ich reise jedes Jahr meist zweimal dorthin. Ob beim Wandern durch die atemberaubende Natur, beim Offroaden durch die Wildnis oder beim Erleben packender Sportveranstaltungen – ich entdecke die Vielfalt des Kontinents immer wieder neu. Über die Jahre sind vor allem der Südwesten der USA und Los Angeles wie eine zweite Heimat für mich geworden.

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