Das United Center Chicago ist sicherlich einer der traditionsreichsten und bekanntesten Basketball-Arenen der Welt. Dies hat das United Center vor allem einer Person zu verdanken: Michael Jordan, dem besten Basketballer aller Zeiten. Drei seiner sechs NBA-Championships gewann er mit den Chicago Bulls genau hier.

Geschichte des United Center Chicago
Eröffnet wurde die Arena mit ihren knapp 21.000 Sitzplätzen im Jahr 1994 als Ersatz für das altehrwürdige Chicago Stadium gleich gegenüber. Die Halle war zu alt und zu klein geworden und wurde ein Jahr später komplett abgerissen, um Raum für Parkplätze für die neue Arena zu schaffen.
Das United Center ist von den Ausmaßen des Gebäudes her die größte Arena der USA. Neben den Chicago Bulls aus der NBA tragen auch die Chicago Blackhawks aus der National Hockey League (NHL) hier ihre Heimspiele aus. In Bezug auf die Zuschauerkapazität ist die Halle die größte Arena der NBA und die zweitgrößte der NHL.

Die Arena wurde im Laufe der letzten dreißig Jahre mehrfach in Teilbereichen renoviert und modernisiert und befindet sich technisch auf dem neuesten Stand. Seit dem ersten Tag trägt die Halle den Namen der in Chigago ansässigen Fluggesellschaft United Airlines. Der aktuelle Sponoringvertrag läuft noch bis zum Jahr 2034. Auf dem Dach befindet sich ein fast 5.000 Quadratmeter großes Firmenlogo.
Die Michael Jordan-Statue
Die fast vier Meter Hohe Bronzestatue von Michael Jordan, der fast seine gesamte Karriere bei den Bulls verbracht hat, ist sicher das Highlight der Arena. Enthüllt wurde „The Spirit“ – so der offizielle Name – im Eröffnungsjahr des United Center an einem umzäunten Standort außerhalb der Halle. Im März 2017 wurde sie umgestellt in das neu gebaute Atrium.



Das Atrium befindet sich bei Gate 4 an der Ostseite der Arena. Es beherbergt auch den großen Bulls- und Blackhawks-Teamstore „Madhouse“. An Nicht-Spieltagen ist das Atrium täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Lage des United Center
Das United Center (Karte) liegt etwa fünf Meilen westlich der Innenstadt im Bezirk Near West Side. Die unmittelbare Umgebung bietet gastronomisch bis auf die Sportsbar Park Tavern recht wenig Möglichkeiten. Essen und Trinken solltest Du also vorher in der City oder eben dann in der Halle.

Anreise zur Arena
Reist Du mit dem Auto an gibt es rund um die Halle genügend kostenpflichtige Parkplätze. Mit dem in Chicago sehr gut ausgebauten ÖPVN kommst Du aber aus Downtown schneller hin – und vor allem auch schneller wieder weg. Chicagos weltbekannte Straßenbahn bringt Dich für ein paar Dollar in etwas mehr als dreißig Minuten aus der Innenstadt zum United Center.
Du hast zwei Möglichkeiten: nimm die Blue Line bis zur Station Illinois Medical District und gehe dann über die Damen Avenue ein paar Blocks Richtung Norden zur Arena. Oder Du fährst mit der Green oder Pink Line bis zur Station Ashland. Von hier aus läufst Du etwa zehn Minuten durch ein ruhiges Wohngebiet bis zur Arena.
Außerdem fahren auch einige Buslinien – darunter an Spieltagen der United Center Express – bis zur Halle. Eine gute Übersicht findest Du auf der Seite der Chicago Transit Authority CTA.
Die besten Plätze im United Center
Wie die meisten Sportarenen in Nordamerika verfügt auch das United Center über drei Tribünenränge: den 100er Level direkt am Spielfeld, den 200er Level darüber und den 300er Level unter dem Hallendach. Selbstverständlich hast Du auf den Plätzen im 100er Level in den Blöcken auf Höhe der Mittellinie (111/112 und 101/122) den besten Blick. Natürlich sind dies aber auch die teuersten Plätze.

Kommen wir also zu den besten leistbaren Plätzen im United Center: der 200er Level besteht umlaufend aus nur acht Reihen und ist der sogenannte Club Level. Zutritt hier erhält man ausschließlich mit Tickets für einen 200er Block, was für kurze Schlangen an den Gastronomie-Ständen und Toiletten sorgt.

Außerdem gibt es Getränke- und Speisenservice am Platz. Der Blick auf das Spielfeld ist vor allem in den Blöcken entlang der Seitenlinien (201-204, 214-221 und 231-234) hervorragend!



Für das kleinere Budget sind aber auch Plätze im Oberrang vollkommen in Ordnung. Wirklich schlechte Sicht auf das Geschehen gibt es im United Center nicht. Zu beachten ist allerdings, dass sowohl vor der ersten Reihe im 200er Level als auch im 300er Level umlaufend eine etwa 50 Zentimeter hohe Glasscheibe montiert ist. Diese befindet sich in den ersten beiden Reihen somit im Sichtfeld. Ich persönlich empfinde das als störend.
Tickets kaufen
Eintrittskarten für Spiele der Bulls oder Blackhawks im United Center kaufst Du beim größten amerikanischen Anbieter Ticketmaster*. Du findest hier sowohl die Standard-Tickets (falls noch verfügbar) als auch die Resale-Tickets, welche meist von Dauerkarten-Inhabern und oft zu guten Preisen eingestellt werden. Alle Tickets sind sogenannte Mobile Tickets und können praktisch auf das Smartphone geladen werden. Bist Du verhindert kannst Du die Karten auch direkt aus Deinem Ticketmaster-Account wieder verkaufen.
Auch die Bulls bieten eine Virtual Venue an, auf der Du Dir vor dem Kauf Deiner Tickets ein Bild von der Sicht von Deinem Platz machen kannst.
Unsere Hotelempfehlungen
Wegen der guten Anbindung wohnst Du für einen Besuch des United Center am besten in Downtown. Die Auswahl an Hotels ist riesig und bedient alle Budgets und Ansprüche. Eine unübertroffene Lage direkt am Riverwalk und tollen Komfort bietet das LondonHouse Chicago, Curio Collection by Hilton*.



Ebenfalls sehr gut gefallen hat uns das Hampton Inn & Suites Chicago-Downtown*. Es liegt in einer ruhigen Nebenstraße drei Blocks westlich der berühmten Magnificent Mile und drei Blocks nördlich des Riverwalk. Die Zimmer sind modern und geräumig und die Raten meist sehr gut.

NBA-Gameday: Chicago Bulls – Atlanta Hawks am 26.12.2023
Kurz nach Weihnachten ist heute abend erwartungsgemäß viel los im United Center Chicago. Die Bulls empfangen die Atlanta Hawks. Beide Teams dümpeln zur Zeit im Mittelfeld der Eastern Conference-Tabelle. Unsere Tickets haben wir vor einigen Wochen bei Ticketmaster gekauft: gute Plätze in Block 204, Reihe 4, Sitze 1 und 2 für 117 € pro Karte. Etwa eine Stunde vor Spielbeginn sind wir an der Arena.
Der Einlass geht schnell und wir schauen zuerst in das riesige Atrium und zur Michael Jordan-Statue. Sie ist natürlich das beliebteste Fotomotiv und entsprechend voll ist es hier. Im sehr nett aufgemachten Teamshop Madhouse gleich nebenan begutachten wir das riesige Angebot.

Unsere Plätze befinden sich im Mittelrang, dem 200er bzw. Club Level. Es ist jedes Mal wieder ein ganz besonderes Gefühl, eine NBA-Arena zum allerersten Mal zu betreten. Die Halle macht trotz Ihrer Größe einen sehr „kompakten“ Eindruck. Unsere Plätze sind wirklich top und das Spielfeld näher als erwartet. Unter dem Hallendach hängen die sechs Championship-Banner der Bulls. Die Finals habe ich in den 1990er Jahren allesamt begeistert am Fernseher verfolgt.

Während des Warm-Up unten auf dem Parkett machen wir uns mit der Menükarte des In Seat-Service vertraut. Die Preise sind identisch mit denen an den Ständen draußen, nur das Angebot ist etwas kleiner.
Kurz vor Spielbeginn gibt es dann die obligatorische Intro-Show auf dem Videowürfel und die Vorstellung der Starting Five beider Teams. Zach Lavine und Nikola Vucevic fehlen verletzungsbedingt bei den Bulls, sind aber wie in der NBA üblich anwesend und sitzen direkt unter uns auf der Bank.



Die Stimmung in der Arena ist überaus gut und ausgelassen. Und auch das Spiel ist wirklich hochklassig, ausgeglichen und spannend. Zur Halbzeit führen die Hawks mit sechs Punkten.


In der Halbzeit schauen wir uns ein weiteres Highlight der Arena an: in der Nähe des Eingangs zu Block 117 sind die sechs Larry O’Brien Trophäen für den Gewinn der NBA-Meisterschaft ausgestellt, welche die Bulls mit Michael Jordan 1991,1992,1993 und 1996, 1997, 1998 errungen haben.

Hier möchte natürlich jeder sein Foto machen und entsprechend dauert es ein wenig. Das Spiel ist mittlerweile wieder angepfiffen und wir eilen zurück auf unsere Plätze. Verpassen tut man übrigens nichts, denn überall in den Umläufen wird das Game natürlich übertragen.

Der NBA-Routinier Andre Drummond macht heute das Spiel seines Lebens für die Bulls und holt unglaubliche 25 Rebounds. Dazu wirft er noch 24 Punkte. So hat er großen Anteil daran, daß sein Team das Spiel mit 118:113 gewinnt. DeMar DeRozan ist Top-Scorer der Partie mit 25 Punkten. Auf der Gegenseite markiert Bogdan Bogdanovic von der Bank kommend 22 Punkte.


Wir sind froh, heute Abend mit öffentlichen Verkehrsmitteln hier zu sein. Der Abreiseverkehr von den Parkplätzen ist zwar wie immer in den USA gut geregelt. Wir sind aber dennoch zu Fuß und mit der Bahn einiges schneller!
Fazit
Lange habe ich vom Besuch eines Bulls-Games im United Center Chicago geträumt. Ich bin nicht enttäuscht worden. Die Halle ist von der Infrastruktur her wirklich top, die Sitze bequem und der Blick auf das Feld hervorragend. Das Entertainment-Programm ist professionell und modern. Die Preise für Essen und Trinken bewegen sich auf einem für NBA-Verhältnisse normalen Niveau.
Einzig die Lage der Halle könnte ich bemängeln. Ich mag eher die Arenen direkt in der Innenstadt. Die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln funktioniert aber wirklich gut, schnell und günstig. Das wiegt das Ganze dann wieder etwas auf.
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