6. Tag: Watson Lake – Castle Hot Springs Road
“Im Backofen”
Der Kaffee, den man sich in amerikanischen Hotelzimmern selbst zubereiten kann, schmeckt ja meist furchtbar dünn. Unser erster Weg nach dem Aufstehen und Packen führt uns also erst einmal zum Starbucks um die Ecke. Bestens versorgt begeben wir uns um 8:30 Uhr auf den Highway 89 South Richtung Cottonwood. Hier hat man anscheinend den Kreisverkehr für sich entdeckt – wir fahren bestimmt durch ein Dutzend hiervon. In Serpentinen geht es dann nach Jerome durch den Prescott National Forest auf 6000 Fuß und ebenso auch wieder herunter. Kurz vor Wickenburg öffnet sich dann eine weite Ebene. Die Stadt selbst hat wirklich Charme und gefällt uns gut.

Nur lebt man als Motorradfahrer anscheinend gefährlich: uns kommen zwei Harley-Fahrer mit offen im Halfter getragenen Revolvern entgegen. Das ist in Arizona wie in zehn weiteren Staaten zwar legal, für uns Europäer aber ein sehr merkwürdiger Anblick. Unser erstes Ziel erreichen wir gegen 10 Uhr vor Prescott: den Watson Lake mit den Granite Dells. Uns erinnert es hier ein wenig an den Sylvan Lake in den Black Hills in South Dakota. Wir kraxeln ein wenig auf den Felsen herum und schießen einige Fotos von diesen wirklich außergewöhnlichen Steinformationen.


In Morristown erreichen wir gegen 12:45 Uhr den Abzweig zur Castle Hot Springs Road. Diese Dirtroad führt etwa 30 Meilen durch die Buckhorn und Hieroglyphic Mountains und ist gesäumt von riesengroßen Saguaros und anderen Kakteen jeglicher Art. Bis zur Meile 15 hätte ich gesagt, dass dieser Weg auch problemlos mit einem PKW befahrbar ist. Doch dann wird die Straße deutlich rauer. Es ist wunderschön hier und der Umweg jeden Meter wert. Nur ist jeder Stopp eine körperliche Anstrengung, denn es ist so unglaublich heiß, dass die Luft beim Einatmen fast wehtut. Das Thermometer zeigt knapp 120° F!



Beim Lake Pleasant haben wir nach etwas mehr als zwei Stunden wieder Teer unter den Rädern. Kurze Zeit später erreichen wir den Großraum Phoenix. Glücklicherweise nur stadtauswärts staut sich der Verkehr. Da bei dieser Hitze erstmal nicht an weitere Outdoor-Aktivitäten zu denken ist befriedigt meine Frau Ihren Shopping-Trieb in den Outlets at Anthem und dann in der Paradise Valley Mall. Ich weiß gar nicht wie viele Stunden meines Lebens ich schon neben der Schlüpper-Auslage bei Victoria’s Secret auf meine Frau gewartet habe. Um kurz vor 18 Uhr checken wir ins Scottsdale Cottonwoods Resort ein – eine der riesigen Hotelanlagen, die hier in Scottsdale die Straßen säumen. Den heißen Jacuzzi, den wir auf unserer Terrasse haben, nutzen wir erstmal natürlich nicht, denn dann wären der Reisebericht und unser Urlaub hier vermutlich zu Ende. Nachdem wir uns nur kurz frisch gemacht haben fahren wir nach Downtown Scottsdale. Hier gefällt es uns gleich mit den vielen Bars, Clubs und Restaurants.
Wenn man allerdings wie wir noch den Staub der Wüste in den Poren hat, kommt man sich hier zwischen dem ganzen aufgetakelten Jungvolk ein wenig deplatziert vor. Nach sechs Tagen frittierten Kartoffelstäbchen und toter Kuh haben wir heute Lust auf Pasta und so fahren wir zu Applebees – unsere Lieblingsrestaurantkette in den Staaten – auf eine „Three Cheese Chicken Penne Bowl“. Als wir wieder ins Hotel zurückkommen dringen aus dem Nachbarbungalow laute Partygeräusche zu uns herüber. Die Gastgeberin – die heute Ihren 18. Geburtstag feiert – vergewissert sich bei mir, ob der Lärm für uns auszuhalten wäre. Ich erkläre ihr, dass wir Deutschen die Feste auch gern feiern wie sie fallen. Das beruhigt sie – und uns irgendwie auch – und so gehen wir gegen Mitternacht ins Bett.
7. Tag: Lost Dutchman State Park – Apache Trail
“Der Bone Hunter und andere Verrückte”
Es ist doch wirklich bemerkenswert, dass von diesen Unmengen an Flüssigkeit, die wir hier täglich zu uns nehmen, nur der kleinste Teil mittig vorne wieder ausgeschieden wird. Bei mir jedenfalls. Bei meiner Frau sieht das ganz anders aus. Als ich heute Morgen aufwache quält mich die Frage, wer von uns beiden nun der Normale dies betreffend ist. Trotzdem verlassen wir um 8 Uhr unser Hotel, tanken und frühstücken kurz und sind um viertel nach neun am Eingang des Lost Dutchman State Parks östlich von Phoenix. Wie vor allen öffentlichen Gebäuden ist auch hier der Stars-Spangled-Banner vor der Ranger Station wegen der Beerdigung Ted Kennedys auf Halbmast geflaggt. Wir ziehen unsere Stiefel an, packen einen Rucksack voll Wasser und begeben uns um kurz vor zehn auf den zweieinhalb Meilen langen Treasure Loop Trail. Er steigt stetig an zur Westflanke der Superstition Mountains und nach den ersten paar Metern sind wir schon schweißgebadet.



Es ist 11 als wir am höchsten Punkt unserer Wanderung ankommen. Unser Thermometer zeigt 44° C an. Wahrscheinlich auch deswegen begegnen wir hier keiner Menschenseele. Es bleibt aber die Kraft, die Aussicht zu genießen und ganz am Ende des Horizonts erkennen wir sogar die Skyline von Downtown Phoenix. Dreißig Minuten später sind wir nach einem schnellen Abstieg wieder an unserem Auto und es beginnt für eine Stunde das, was wir beide als besonders unangenehm empfinden: die „Nachschwitzphase“.
Wir fahren nun weiter auf dem Apache Trail, der kurz vor dem Lost Dutchman beginnt und sich 44 Meilen durch eine phantastische Berglandschaft und Canyons an der Nordseite der Superstition Mountains entlang schlängelt. Nach etwa 25 Meilen wird er zu einer sehr guten Dirtroad, die man Stand heute auch problemlos mit einem PKW befahren kann. Immer wieder bieten sich grandiose Ausblicke. Auf dem Canyon Lake scheint heute am Samstag halb Phoenix auf dem Wasser zu sein. Wir passieren die kleine Siedlung Tortilla Flat, in der wir uns in einen Western zurückversetzt fühlen und wir nur darauf warten, dass der gute alte Fuzzy gleich die Salontür aufstößt.

Es macht sehr viel Spaß, die jetzt immer enger werdenden Serpentinen zu fahren. Wir erreichen bald den Apache Lake. An einem kleinen Pullout, aus dessen Nähe man einen besonders schönen Ausblick hat, steht schon ein Pick up mit „Bone Hunter“ Aufkleber auf der Heckscheibe. Wir parken dahinter und besteigen den kleinen Hügel.



Ein Mann in den Fünfzigern steht dort in voller Tarn-Montur und beobachtet den an der anderen Seeseite aufsteigenden Hang mit einem Fernrohr. Nach dem üblichen Smalltalk kommen wir tiefer ins Gespräch. Er erzählt uns, dass er Ausschau nach Schwarzbären hält, die um diese Jahreszeit in tiefer gelegene Ebenen kommen, um die roten Früchte des Prickly Pear Kaktus zu essen. Ich frage ihn, ob er heute schon einen gesehen hat. Er zückt sein Handy und zeigt uns ein Foto, das ihn neben einem ausgewachsenen Bären zeigt. Meine vielleicht etwas naive Frage, ob dieser noch lebt ringt ihm nur ein müdes Lächeln ab. Ungefragt berichtet er uns noch von seinem zweiten Jagderlebnis: Kurz vor unserem Treffen hat er eine Klapperschlange, die ihm unvorsichtigerweise begegnet ist, mit einem Stein in die ewigen Jagdgründe befördert. Unsere schlimmsten Befürchtungen beim Anblick seines Autoaufklebers hatten sich bestätigt.
Kurz hinter dem Roosevelt Dam sind wir wieder zurück auf Asphalt und vor uns erstreckt sich der Roosevelt Lake – der größte See Arizonas. Auch hier sind wieder unendlich viele Wochenendausflügler auf ihren Booten unterwegs. Am Tonto National Monument fahre ich etwas zu schnell vorbei und wir haben auch keine Lust umzudrehen. Uns ist es ehrlich gesagt zu heiß, um noch mal für längere Zeit das klimatisierte Auto zu verlassen. Die weitere Fahrt auf der AZ 88 ist sehr schön und bald erreichen wir Miami.

Kurz vor Superior führt die US 60 nun knapp acht Meilen durch einen sehenswerten Canyon. Wir nähern uns wieder dem Großraum Phoenix und auf dem Freeway fällt uns ein alter Ford-Truck auf, von dessen Ladeklappe in riesigen Lettern O-B-A-M-A prangt. Kurz bevor wir ihn überholen sehen wir, dass zwischen den großen Buchstaben noch kleinere Buchstaben stehen: One Big Ass Mistake America. Naja, wenigstens war der Fahrer kreativ. Bei Harley-Davidson in Chandler muss ich noch ein paar Sachen besorgen und dann waschen wir im Hotel erstmal den Staub des Tages von uns ab.
Wir lassen den Abend in einer Bar in Downtown Scottsdale ausklingen und beobachten das Partyvolk. An der Bar gegenüber fahren immer mehr Jugendliche in Papas großräumigem SUV vor. Die Einparkkünste amerikanischer Heranwachsender sind schon teilweise erschreckend. Aber deshalb dürfen sie wahrscheinlich erst mit 21 Jahren Alkohol trinken, damit sie es bis dahin gelernt haben.
8. Tag: Organ Pipe Cactus National Monument – Saguaro National Park (West)
„Border Patrol“
Weil mir meine Uhr herunterfällt entdecke ich unterm Bett verwesende Smarties von einem unserer Vorgänger. Gut, wenn man solche Hinweise auf die Qualität des Housekeepings erst am Abreisetag bekommt. Um 7 Uhr sind wir auf der Strasse. Nachdem wir Phoenix in westliche Richtung verlassen haben bleibt die Strecke erstmal ohne Highlights. Die einzige etwas größere Ortschaft auf unserer heutigen Etappe – Gila Bend – begrüßt uns freundlich mit zwei ausgedienten Kampfjets.
Ab hier nun sind die grün-weißen Fahrzeuge der U.S. Border Patrol allgegenwärtig. Wir passieren eine erste Kontrollstelle, die sich aber nur für die Fahrzeuge auf der Gegenfahrbahn interessiert. Die Einfallstrasse nach Ajo säumen „Mexican Car Insurance“-Verkaufsstellen, die die für einen Besuch Mexikos nötigen Autoversicherungen verkaufen. In der Ortsmitte liegt die sehr photogene Plaza im spanischen Kolonialstil und eine sehr schöne Kirche. Wir werfen noch einen kurzen Blick in die gigantische, aber seit vielen Jahren geschlossene Cornelia-Mine.

Um 11 Uhr erreichen wir den Eingang zum Organ Pipe Cactus National Monument. Im Visitor Center freut man sich sehr über unseren Besuch. Wir unterhalten uns eine ganze Weile mit der jungen Rangerin, die uns viele interessante Fakten über die verschiedenen hier wachsenden Kakteenarten erzählt. Und sie vergisst natürlich nicht, uns eindringlich vor den heimtückischen Angriffen des gemeinen Cholla-Kaktus zu warnen.



Direkt neben dem Visitor Center gibt es einen Nature-Trail, den wir uns kurz anschauen. An einer Kaktusblüte tummelt sich eine Horde Bienen, etwa in Hornissengröße mit gelbem Körper. Die sehen nicht so aus, als ob man von denen gerne verfolgt werden würde. Sie beachten uns aber nicht weiter. Vom Visitor Center aus sind es nur noch fünf Meilen bis Mexiko und auch auf dem Parkplatz stehen zwei Posten der Border Patrol. Zuerst fahren wir auf den Puerto Blanco Drive. Dies ist eigentlich ein Loop durch den Park, der im südlichen Teil mehrere Meilen direkt auf der Grenze verläuft. Seit ein paar Jahren ist er aber nach 5 Meilen gesperrt – „for visitors safety“- damit diese nicht zwischen die Fronten von illegalen Einwanderern, Drogenschmugglern, schießwütigen privaten Feierabend-Grenzschützern und der U.S. Border Patrol geraten. Wer mal den Film „Linewatch“ mit Cuba Gooding gesehen hat kann sich diese Szenerie ganz gut vorstellen.


Der Ajo Mountain Drive ist ein 21 Meilen langer Loop, den wir nun in Angriff nehmen. Er führt durch eine phantastische Kakteen-Landschaft mit stellenweise hoher Konzentration von Organ Pipe-Kakteen, die in Nordamerika sehr selten sind. Wir sehen hier heute übrigens kein einziges weiteres Auto im Park.
Die Strecke nach Tucson führt in großen Teilen durch das Tohono O`Odham Indianer-Reservat und 90% der Fahrzeuge, die uns hier begegnen sind von der Border Patrol. Etwa zwanzig Meilen vor Tucson fahren wir wieder auf einen Checkpoint zu – dieses Mal auf unserer Fahrbahn. Der Officer fragt uns, ob wir US-Staatsbürger sind. Wir müssen unsere Pässe zeigen. Da meiner in meiner Reisetasche im Kofferraum ist, muss ich aussteigen, um ihn zu holen. Sofort stehen zwei weitere Polizisten auf, stellen sich hinter mich und lassen mich während meiner Suche in den Untiefen meines Gepäcks nicht mehr aus den Augen. Nachdem wir auch die Fragen nach unserer Reiseroute der letzten 24 Stunden anscheinend zur Zufriedenheit beantwortet haben, dürfen wir weiterfahren.
Gegen 16 Uhr erreichen wir den Eingang zum Saguaro National Park im Tuscon Mountain District – dem westlichen Teil dieses zweigeteilten Parks. Die Tucson Studios – ein altes Film-Set, in dem weit über hundert Filme gedreht wurden – sind uns mit 16$ Eintritt pro Person für einen kurzen Besuch zu teuer. Als wir hier wieder fahren wollen, steht auf einmal ein Coyote auf dem Parkplatz. Dieser ist anscheinend nicht mehr ganz wild, denn wir haben den Eindruck, dass er darauf wartet aus irgendeinem Auto Essen zu bekommen.


Das Arizona Sonora Desert Museum hat nur noch für eine dreiviertel Stunde geöffnet und lohnt sich daher auch nicht mehr. Also begeben wir uns nach einem kurzen Besuch im Visitor Center direkt auf den sechs Meilen langen Bajada Loop Drive, der in der Spätnachmittagssonne besonders schön ist.



Leider haben wir ein wenig Pech mit sehr dunklen Wolken und es regnet stellenweise ein bisschen. Dafür spannt sich für einen Moment aber ein wunderschöner Regenbogen über die Landschaft. Die hohe Konzentration von Saguaro Kakteen ist wirklich gewaltig. Der Sonnenuntergang, den wir uns vom Gates Pass aus anschauen, bleibt aber aufgrund der dichten Wolkendecke weit hinter den Erwartungen zurück.


Wir gehen in Tucson bei Applebees essen und checken in unser Hotel ein, dass uns von Priceline zu einem Spottpreis „zugeteilt“ wurde. Das Omni Tucson National Resort & Spa* ist ein riesiges Golfresort, ähnlich der Anlagen im kalifornischen Palm Springs. Um unsere Terrasse herum fühlen sich auch unzählige Mäuse und Frösche wohl, denen wir noch eine Weile bei ihrem nächtlichen Treiben zuschauen.
9. Tag: Chiricahua National Monument – El Paso
“A Foray into Texas”
Man sagt ja, Experimentierfreudigkeit würde oftmals belohnt. Heute nicht. Beim Starbucks heute morgen möchte ich mal etwas Neues ausprobieren. Mit dem Caffe Mocha asoziiere ich einen starken Kaffee – genau das was ich jetzt brauche – und bestelle ihn. Voller Vorfreude nehme ich den ersten Schluck – und was ist es? Ein warmer Kakao! So etwas habe ich das letzte Mal mit 5 oder 6 Jahren getrunken – und jetzt weiß ich auch warum. Um mich aber nicht als Ahnungsloser zu outen kämpfe ich mich durch. Beim Walmart gegenüber kaufen wir noch etwas Proviant und fahren südlich von Tucson zur Mission San Xavier del Bac. Diese alte spanische Mission präsentiert sich in ihrem leuchtenden Weiß inmitten der Wüste von ihrer besten Seite und lohnt definitiv den kurzen Abstecher.

Dann geht es zurück nach Tucson und dort auf die I-10 East bis Willcox und weiter über einen Highway mit sehr vielen Bumps – die sich bei entsprechender Geschwindigkeit im Bauch anfühlen wie Achterbahn fahren – Richtung Chiricahua National Monument. Bis kurz hinter dem Parkeingang kann man sich keine Vorstellung davon machen, welch phantastische Landschaft einen hier erwartet. Im Visitor Center gibt uns eine sehr nette Rangerin noch die üblichen Verhaltensregeln bei Begegnungen mit Schwarzbären und Pumas mit auf den Weg und wünscht uns viel Spaß. Und den haben wir! Über den Bonita Canyon Drive fahren wir erstmal zum Massai Point, von dem wir einen wunderbaren Blick in diese Landschaft voll grau-grüner Felsnadeln haben.
Chiricahua National Monument










Hier auf knapp über 2000 Metern Höhe ist es gut 10 Grad kühler als die letzten Tage, was uns natürlich nicht ganz unangenehm ist. Bei der Reiseplanung muss man immer Kompromisse machen – und dieses Jahr war einer davon, dass wir dem Chiricahua National Monument nicht so viel Zeit widmen, wie ihm eigentlich gebührt. Einen kleinen Hike wollen wir aber auf jeden Fall machen und so entscheiden wir uns auf Empfehlung der Rangerin für den Echo Canyon Trail, den wir aus Zeitgründen nicht ganz laufen, sondern nur bis kurz hinter die so genannten Grottoes.
Ein in den buntesten Farben schillernder Collared Lizzard begegnet uns, den wir aber nicht so schnell fotografieren können. Auch kreuzt ein sich merkwürdig vorwärtsbewegender Roadrunner-Vogel unseren Weg. Auch hier sind wir leider wieder zu langsam, um ein Foto zu schießen. Sollten wir noch mal in diese Gegend kommen, nehmen wir uns einen vollen Tag für diesen Park. Aber auch so hat sich der Weg hierher definitiv gelohnt. Wir haben hier übrigens nur zwei weitere Autos während unseres Aufenthalts gesehen.
Es gibt nun zwei Möglichkeiten weiter gen El Paso zu fahren: über den Apache Pass Richtung Bowie oder über die Pinery Canyon Road Richtung Portal. Diese 4 WD-Strecke führt in Serpentinen durch die Chiricahua Mountains und ist entsprechend zeitaufwendiger, wenn auch wohl sehr reizvoll. Zeit haben wir aber nicht und so entscheiden wir uns für die erste Variante. Wir passieren auf dieser gut gegradeten Dirtroad die Fort Bowie National Historic Site, welche wir in der Ferne sehen können. Aber wir haben ja keine Zeit! Kurz vor Erreichen der Interstate in Bowie fahren wir durch eine riesige Pistazien-Plantage. Ich wusste gar nicht, dass die in einer Traube am Baum wachsen und wollte Caro auch erst nicht glauben, dass das Pistazien sind. Sie hat mir dann eine gepflügt und mich damit überzeugt.


Dann heißt es „Meilen fressen“. Die weitere Fahrt ist erwartet langweilig. An der Grenze zu New Mexico wird uns dann auch noch eine Stunde geklaut und wir stellen unsere Uhren entsprechend vor. Las Cruces präsentiert sich mit den Organ Mountains im Hintergrund sehr ansehnlich und ein paar Minuten vor Sonnenuntergang erreichen wir die Staatsgrenze zu Texas.


Vor dem Welcome-Schild schießen wir mit Stativ unsere obligatorischen Bilder für unsere Sammlung – wie immer, wenn diese Schilder an einer Interstate stehen, unter der vollen Anteilnahme hupend vorbeifahrender Trucker. Als wir in El Paso in unserem Hotel ankommen ist es schon dunkel. Wir holen uns etwas zu Essen und verbringen bis 1 Uhr den Abend mit Laptop und Drinks in der Hotellobby, um all die Fotos der letzten Tage hochzuladen und zu benennen.
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