13. Tag: San Francisco
“Brückentag”
Im Kleiderschrank in unserem Zimmer hat Caro gestern Abend noch den „Atze Schröder-Gedächtnisbademantel“ gefunden: ein feiner Stoff für die Herren im Leoparden-Muster. Für die Dame ist der Zebra-Look vorgesehen. Ein weiteres nettes Detail dieses Hotels, mit dem wir – auch wegen der hervorragenden Lage – sehr zufrieden sind.
Heute soll ein sehr sonniger Tag werden. Und das in San Francisco! Haben wir damit also auch endlich mal Glück. Nach einem guten Frühstück im Hotel treten wir um 8 Uhr vor die Tür und spazieren erstmal Richtung Fort Mason und Aquatic Cove, um uns an diesem wunderbaren Morgen ein wenig die Beine zu vertreten.
Vom Marina Green aus ist Obama vorhin mit seinem Marine One-Hubschrauber zu seinem Termin in Fremont auf der anderen Seite der Bay abgeflogen. Ein paar Dutzend Leute, die sich das von dem Hügel hier angeschaut haben kommen uns nun entgegen. Wir drehen auch um und gehen hinaus auf das Pier der Aquatic Park Cove, von dem sich einige schöne Ausblicke bieten.

Unser Spaziergang geht weiter zur Fisherman’s Wharf und zum Pier 39. Die Seelöwen waren ja mal kurzzeitig verschwunden, nun brüllen sie aber wie eh und je. Hier ist alles in deutscher Hand, jedenfalls hören wir um uns herum immer wieder unsere Sprache. Und auch die Sonne hat sich jetzt ihren Weg durch die Wolken gebahnt.






Das Wetter ist jetzt wirklich phantastisch und so trinken wir im Park neben unserem Hotel noch einen Kaffee, bevor wir gegen 13 Uhr unser Auto aus der Parkgarage holen. Wir fahren die Hyde Street hoch und parken kurz vor der Lombard Street, um das berühmte Postkartenmotiv „Cable Car mit Alcatraz im Hintergrund“ zu fotografieren.



Sein Auto an einem Hang mit gefühlten 45° Gefälle zu parken ist immer wieder ein komisches Gefühl. Unvermeidlich ist natürlich auch die Fahrt über den als „crookedest street“ bekannten Abschnitt der Lombard Street. Anscheinend haben die hier etwas am Straßenbelag geändert, denn die Reifen quietschen gar nicht mehr. Für die geplagten Anwohner kann das nur gut sein!

Die zweite Hälfte dieses Tages wollen wir nun ganz der Golden Gate Bridge widmen und sie uns von allen vier Seiten aus anschauen. Dafür fahren wir zuerst zum Fort Point am südöstlichen Ende der Brücke. Hier können wir direkt mit dem Auto vorfahren und kostenlos parken.

Weiter geht es die paar Meilen bis zum Baker Beach. Wir laufen am Strand entlang und genießen den beeindruckenden Blick auf die Brücke, den auch eine handvoll Nudisten nicht trüben kann. Ich dachte eigentlich, sowas wäre hier in Kalifornien verboten. Naja, unsere Klamotten bleiben jedenfalls an.

Über die Golden Gate fahren wir nun auf die Nord-Seite. Der Vista Point ist gnadenlos überfüllt und es herrscht fast Volksfestatmosphäre. Auch hier ist deutsch wieder die vorherrschende Sprache. Der Blick von hier auf die Brücke ist der unspektakulärste, dafür liegt San Francisco aber schön vor uns.


Zum Fort Baker und der Horseshoe Bay ist es nicht weit. Hier parken neben uns zwei 3er BMW mit jeweils zwei weiblichen Teenagern, die sich von uns nicht stören lassen und sich ungeniert einen Joint bauen. Jedenfalls kann man Ihnen einen ausgeprägten Sinn für Romantik mit der Auswahl dieses Ortes nicht absprechen.

Über die Bunker Road geht es für uns weiter westwärts vorbei an der historischen Nike Missile Site zum Point Bonita Lighthouse. Um den Parkplatz herum gibt es etliche alte Bunker-Anlagen und Raketensilos. Der Trail zum Leuchtturm ist leider das letzte Stück gesperrt. Bis zum Tunnel, ab dem es nicht mehr weitergeht, laufen wir aber und erfreuen uns an den Ausblicken auf Stadt und Brücke.

Wegen Bauarbeiten ist die Conzelman Road – an der die wohl bekanntesten Viewpoints der Golden Gate Bridge liegen – nur sehr eingeschränkt befahrbar. In West –Ost Richtung ist das erste Stück Einbahnstrasse, so dass wir erst später auffahren können. Für das Teilstück schließlich, an dem die Parkbuchten mit Blick auf die Brücke liegen, gilt Pilot Car-Regelung. Durch die Vielzahl der Fahrzeuge hier ist es entsprechend chaotisch und wir haben ziemliche Wartezeiten. Die Parkplätze sind hoffnungslos überfüllt und der mittlere (und unserer Meinung nach beste) Viewpoint ist sogar ganz gesperrt. Die Flagger, die aufpassen müssen, dass nicht wahllos vom Parkplatz wieder ausgefahren wird, können einem jedenfalls leid tun.





Eigentlich wollten wir noch zur Kirby Cove, aber auch hier ist der Zugang wegen der Baustelle nicht möglich. Unser Tagesziel, die Golden Gate Bridge von allen möglichen Seiten anzuschauen, ist erreicht und wir fahren zurück zur Parkgarage und stellen den Wagen wieder ab. Mit einem eiskalten Starbucks Frappuccino setzen wir uns in den Park und schauen ein wenig den Cable Cars am Hyde Street Wendepunkt beim Drehen zu. Die Menschenschlangen hier sind heute endlos und wir sind froh nicht mehr damit fahren zu müssen.
Zu dem „ganz speziellen Friseurladen“ mit den „ganz speziellen“ Pflegeprodukten, die Caro ganz unbedingt noch einkaufen muss, können wir auch zu Fuß laufen. Sagt sie. Bis zum 22er Block der Polk Street, wo der Laden ist, geht es allerdings nur bergauf.


Na super! Ich verbuche das unter der Kategorie „Liebesbeweis“ und lasse mir nichts anmerken. Das kommt auch tatsächlich ganz gut an. Zur Belohnung für meine zwischenzeitliche Duldungsstarre gibt es danach jedenfalls ein kühles Bier auf der Terrasse vor unserem Hotel. Zum Essen heute Abend geht es für uns zu Lori’s Diner im Ghirardelli Square um die Ecke.



Dies ist ein wirklich ausgezeichneter Burger-Laden mit tollem Blick auf die Bucht und vorbehaltlos zu empfehlen. An dem kleinen Strand vor dem Hyde Street Pier schauen wir uns danach den Sonnenuntergang an und lassen einen tollen Tag schließlich bei einem Glas Wein in der Hotelbar ausklingen.
14. Tag: Natural Bridges SP – Lovers Point Park Monterey – Pfeiffer Beach – Pismo Beach
“Romantik for Runaways”
Gestern Abend in der Hotelbar sind wir mit einem netten Pärchen aus Florida ins Gespräch gekommen, die uns erzählt haben, dass sie vor zwei Tagen am Point Reyes einen Mountain Lion gesehen haben. Das wäre nun einer der letzten Orte gewesen, wo ich auf eine solche Begegnung vorbereitet gewesen wäre. So kann man sich täuschen!
Nachdem wir gefrühstückt und ausgecheckt haben holen wir um 8:30 Uhr unseren Wagen aus der Garage und verlassen diese grandiose Stadt. Die zeigt sich heute wetter-mäßig wieder von ihrer schlechteren Seite, denn bald setzen wolkenbruchartige Regenfälle ein. Ich muss dem Harley Davidson Dealer in Redwood City noch einen Besuch abstatten und deshalb geht unsere Fahrt erst durch das Silicon Valley und dann Richtung Küste nach Santa Cruz. Am Natural Bridges State Beach ist heute anscheinend so etwas wie „anbaden“ angesagt. Jedenfalls sind am Strand mehrere Schulklassen, die ihre Klamotten im Sand aufgetürmt haben und laut schreiend in die Fluten laufen.


Deshalb halten wir uns hier nicht allzu lange auf und fahren weiter Richtung Monterey. In Moss Landing kommen wir an einem „wunderschönen“ Kraftwerk vorbei und erreichen bald den Lovers Point Park in Pacific Grove. Caro hatte irgendwo in den Weiten des Internets Bilder von diesem kleinen Park am Ende der 17th Street gesehen und beschlossen dorthin zu müssen. Und wir sind nicht enttäuscht, es ist wirklich traumhaft hier.


Wir können es heute recht ruhig angehen lassen, da wir dem Highway 1 zwischen San Francisco und L.A. auf einer früheren Reise schon drei Tage gewidmet und alle Must-Sees schon abgearbeitet haben. Trotzdem machen wir aber natürlich noch den ein oder anderen Halt, denn so schön grün war es hier beim letzten Mal nicht.


In der Höhe der Ortschaft Big Sur liegt unser nächstes Ziel: der Pfeiffer Beach mit seinem Arch, der zum Sonnenuntergang durch sein Tor so schöne Beams erzeugt. Der Sunset ist aber noch lange hin und so sind wir heute vor allem wegen des Strandes und der Bucht hier. Die Sycamore Canyon Road zweigt vom Highway 1 ab und führt etwa zwei Meilen durch einen Wald und vorbei an einigen Häusern direkt zum Parkplatz. Wir bezahlen unsere 5$ Eintritt und erreichen nach ein paar Metern Fußweg die Bucht. Natürlich fängt es genau jetzt wieder kräftig an zu regnen. Glücklicherweise ist das aber nur ein kurzer Schauer und wir können in aller Ruhe dieses wunderschöne Stück Küste erkunden.




Um 16 Uhr brechen wir wieder auf. Das Teilstück des Highway 1 um Big Sur gilt zu Recht als das Schönste zwischen San Francisco und L.A. und so können wir diejenigen, die hier einen Briefkasten ihr eigen nennen fast ein wenig beneiden.



Bei den See-Elefanten von San Simeon machen wir unseren nächsten Stopp. Normalerweise sieht man von hier auch Hearst Castle, heute liegt es allerdings eingehüllt im Nebel.


Kurz vor San Luis Obispo liegt gleichnamiges Camp der kalifornischen Nationalgarde mit seinem beeindruckenden Fuhrpark, der entlang des Highways aufgereiht ist. Im Ort gehen wir bei Applebee’s direkt um die Ecke vom bekannten Madonna’s Inn etwas essen und checken dann in Pismo Beach in unsere Unterkunft für eine Nacht ein. Das Shore Cliff Hotel* bietet Balkons mit Meerblick in allen Zimmern. Deshalb – und weil es uns beim letzten Mal hier schon gut gefallen hat – ist dieses Hotel natürlich für unseren heutigen Hochzeitstag prädestiniert.

Da wir morgen in L.A. keine Zeit dafür haben werden und dies unsere vorletzte Nacht ist, packen wir noch schnell alle unsere Sachen und Einkäufe um bzw. ein. Aus zwei Taschen sind jetzt doch drei geworden. Caro kennt sich und hat vorausschauend eine leere Tasche aus Deutschland mitgenommen. Den Rest des Abends verbringen wir mit unserer Flasche kalifornischem Weißwein auf dem Balkon und schauen aufs Meer hinaus.
15. Tag: Malibu – Los Angeles
“Im Nebel”
Dies wird ein langer Tag, denn wir haben heute auch noch Nacht-Programm. Schon von Deutschland aus hatte ich bei Ticketmaster Karten für das Konzert der New Yorker HipHop-Legende Nas und des jamaikanischen Reggae-Musikers Damian Marley (jüngster Sohn von Bob Marley) im altehrwürdigen The Wiltern heute Abend in L.A. bestellt. Die Tickets müssen am Will Call-Schalter frühzeitig abgeholt werden und wir wollen vorher ja auch noch was schaffen.
Deshalb stehen wir um 5:30 Uhr auf, genießen beim Kaffee auf dem Balkon den Sonnenaufgang, packen das Auto, gehen frühstücken und machen uns dann auf den Weg Richtung Los Angeles.

Es ist ein schöner sonniger Tag und recht bald durchqueren wir das Santa Ynez Valley. Sollte irgendwann die Neverland-Ranch als Wallfahrt-Stätte für all die Michael Jackson-Jünger geöffnet werden, wird es mit der Beschaulichkeit hier sicher vorbei sein.


Vorbei am Lake Cachuma führt uns der Highway 154 durch den Los Padres National Forest Richtung Santa Barbara, auf das wir von hier oben einen sehr schönen Blick haben. Die Stadt kennen wir schon und so fahren wir ohne weiteren Stopp weiter auf den Highway 1 bis zum Welcome-Schild von Malibu, dass uns nun „27 Miles of Scenic Beauty“ verspricht.


Die Parkplätze an den Stränden füllen sich allmählich – es ist schließlich auch Memorial Day-Weekend. Nur die Baywatch-Türme sind noch unbesetzt, aber David Hasselhoff liegt wahrscheinlich noch besoffen im Flur und isst Cheeseburger von seinem Teppich.


In der Malibu Colony Plaza gehen wir zu Starbucks und genehmigen uns einen eiskalten Frappuccino. Das Personal macht einen sehr arroganten Eindruck, was wohl daher kommt, dass man hier normalerweise Brad Pitt und Heidi Klum die Milch aufschäumt.
Wir wollen heute einen kleinen Strandspaziergang machen und uns bei dieser Gelegenheit mal diese millionenteuren Strandhäuschen, welche die Küste säumen, von vorne anschauen. Zum Pacific Coast Highway hin bilden diese ja eine mehr oder weniger durchgehende Mauer und welch Prunk sich in der Frontansicht dahinter verbirgt, kennt man fast nur von Fotos. Es gibt einige – meist recht versteckte – Zugänge. Wir nehmen den zwischen den Hausnummern 22126 und 22140. Der Wachmann am Zugang grüßt freundlich und schon sind wir am Carbon Beach, der auch Billionaires Beach genannt wird. Die Hütten hier sind schon recht eindrucksvoll.






Außer uns ist hier niemand, weder am Strand noch auf den Terrassen der Häuser. Wir laufen ein ganzes Stück den Strand runter und wieder zurück. Gut, dass Caro sich eingeprägt hatte zwischen welchen Häusern der schmale Verbindungsweg zur Strasse lag. Ich hätte jetzt angefangen zu suchen. Am Auto wechsle ich meine klitschenasse Hose. Zwei bis drei etwas größere Wellen haben mich beim Laufen im Wasser überrascht.
Soviel Strandluft macht hungrig und so fahren wir nach Hollywood, um jetzt den Hot Dog bei Pink’s zu probieren. Schon von weitem sehen wir allerdings die riesige Warteschlange, die einmal ums ganze Gebäude steht. Das muss jetzt dann doch nicht sein, der McD ein paar Blocks weiter tut es auch.

Wir müssen ja auch noch das T-Shirt bei High Voltage-Tattoo holen. Vor der Tür sitzt ein junger Mann, der uns bittet beim Reingehen leise zu sein und keine Fotos zu machen. Es fänden gerade Filmaufnahmen statt. Und tatsächlich ist die jetzt rothaarige Kat von D gerade bei der Arbeit und witzelt mit dem Kameramann. Ihr Bruder verkauft uns das gewünschte Shirt und wir fahren weiter zur Melrose Avenue, um noch ein bisschen durch die Geschäfte zu bummeln.




Auf dem Weg nach Downtown in unser Hotel fahren wir noch beim Wiltern Theatre vorbei, allerdings wird uns hier gesagt, dass wir unsere Karten erst ab 19 Uhr abholen können. Im Standard Downtown Hotel* haben wir vor vier Jahren schon einmal übernachtet und es hat uns super gefallen. Alles ist sehr designer-mäßig und manche Leute würden beim Betreten der Zimmer wohl sagen hier wurden die Möbel vergessen. Ist aber mal was anderes und außerdem gibt es auf dem Dach die Rooftop-Bar.


Das Ambiente da oben am Pool inmitten der Skyline von L.A. ist wirklich unvergleichlich. Das Gehabe des Publikums, dass sich teilweise wichtiger nimmt als es ist, muss man einfach ausblenden. Gleich nach dem Einchecken machen wir es uns jedenfalls in einer der Sofaecken mit ein paar Kaltgetränken gemütlich.


Der Taxi Fahrer, der uns zum Wiltern Theatre auf dem Wilshire Boulevard bringt, ist ausgesprochen nett und wir haben eine sehr kurzweilige Fahrt. Vorm Eingang warten schon einige Leute auf den Einlass. Wir holen unsere Karten ab und gehen nebenan bei Denny’s essen. Die Warteschlange geht direkt am Fenster vorbei und so können wir nichts verpassen. Auffällig ist, wie gesittet auch hier die Warterei abläuft: in Zweier-Reihe um den Block, dicht an der Fassade ohne Behinderung des Gehwegs und keine Drängelei. Wir reihen uns nach einem guten Essen hinten ein und bald beginnt auch der Einlass.

Das The Wiltern und das dazugehörige Pellissier Building sind im Art Deco Stil erbaut und befinden sich am Westende von Koreatown. Es fasst rund 3.000 Menschen. Kaum drinnen wabert uns schon eine dichte Wolke Rauch von bewusstseinserweiternden Pflanzen entgegen. Das ist wohl unvermeidlich wenn im weitesten Sinne Reggae-Musik dargeboten wird. Wir halten uns lieber an Bier vom Fass und begeben uns zu unseren Sitzplätzen im Mezzanine Level, auf die wir von freundlichen Platzanweisern geleitet werden. Um kurz vor zehn beginnt das Vorprogramm: Nneka ist eine nigerianische Soulsängerin (die übrigens in Hamburg lebt) mit einer Stimme, die einem Gänsehaut macht. Wir kannten sie vorher nicht. Leider, denn ich kenne nicht viele Frauen mit solch einer phantastischen Stimme.
Der Umbau danach dauert ewig und wir werden schon etwas nervös, da wir morgen früh hoch und zum Flughafen müssen. Um kurz vor halb zwölf betreten dann die beiden Hauptakteure Nas und Damian „Jr. Gong“ Marley die Bühne. Letzterer hat Dreadlocks bis in die Kniekehlen und einen Kumpel dabei, der über die gesamte Länge des Konzerts die ghanaische Flagge schwenkt. Die Begeisterung im Saal kennt kein Halten mehr und überall um uns herum glühen diese langen selbstgerollten Zigaretten. Ich war ja bisher immer von einem kalifornischen Rauchverbot innerhalb öffentlicher Gebäude ausgegangen. Das scheint aber nur für Tabak zu gelten. Stören tut das hier nämlich keinen. Würde die DEA hier jetzt eine Razzia machen und jeden Kiffer mitnehmen, hätten Caro und ich danach eine Privat-Vorführung. Das Konzert ist jedenfalls super!
Vor den Zugaben verlassen wir aus Rücksicht auf den morgigen Tag um 1 Uhr den Saal und fahren mit dem Taxi zurück zum Hotel. Todmüde – und ein wenig benebelt – fallen wir um 2 Uhr ins Bett.
Abreisetag
Caro hatte heute Nacht noch alles, was irgendwie weckermäßig zu benutzen war, scharf gemacht und so werden wir nach vier Stunden von einem wahren Wecker-Konzert aus dem Schlaf gerissen. Das letzte Mal, dass ich so fertig aufgewacht bin, war genau in diesem Hotel vor vier Jahren nach einer etwas ausgeuferten Nacht in der Rooftop-Bar. Naja, im Flugzeug ist später ja genug Zeit um Schlaf nachzuholen.
Wir trinken schnell einen starken Kaffee in der Lobby und verlassen dann Downtown in Richtung Inglewood. Traditionell gehen wir bei dem Denny’s kurz vor dem Alamo Rental Car Return noch etwas frühstücken. Kurz nach uns setzt sich an die große Tafel neben uns ein ganzes junges Basketball-Team aus St. Louis. Einer von denen verliert – genau als er an unserem Tisch vorbeigeht – mit lautem Geräusch etwas Luft. Das sorgt bei den übrigen Jungs der Truppe natürlich für Heiterkeit. Und nachdem er sich entschuldigt hat, können auch wir drüber schmunzeln. Gut, dass unser Essen noch nicht da war. Die Kellnerin ist mit so vielen Gästen auf einmal irgendwie heillos überfordert und so dauert es Denny’s-untypisch heute etwas länger.


Auf dem Parkplatz verschenken wir an ein älteres Ehepaar noch unsere Kühlbox. Erst als ich dem Mann erkläre, dass uns das Mitnehmen nach Deutschland 55$ kosten würde und damit doppelt so teuer wie die Anschaffung wäre, versteht er dass wir sie loswerden möchten und bedankt sich überschwänglich.
Die Abgabe des Wagens bei Alamo verläuft wie immer unproblematisch und schnell. Und auch am Flughafen verläuft alles problemlos und schnell. Wir bezahlen den Obulus für unser drittes Gepäckstück, was ja – wie erwähnt – durch Caros ganzen Einkäufe nötig geworden ist. Pünktlich heben wir ab und fliegen aufs Meer hinaus. Deutlich können wir von oben große Wale im Meer schwimmen sehen. Wir fliegen eine Kurve über Palos Verdes und dann ab Long Beach nur noch über Festland.
Kurz vor der Landung in Philadelphia bekommen wir noch einen schönen Blick auf die Skyline von Pittsburgh. Auch unser Anschlussflug ist pünktlich und so geht es in einem Rutsch weiter. Ein übelgelaunter Typ schräg vor uns fällt mir schon die ganze Zeit unangenehm auf, da er die Flugbegleiterinnen wie seine Privatbutler behandelt. Als es dann beim Abendessen keine Pasta mehr gibt (wir sitzen weit hinten) wird er richtig ungemütlich und es muss erst ein Stewart kommen, um ihn zu beruhigen. Was könnte ich mich über solche Typen aufregen, die anscheinend vergessen, dass dies ein Flugzeug ist und kein Restaurant.
Ansonsten verläuft der Flug unspektakulär und so landen wir ausgeschlafen und wie geplant um 10:10 Uhr in Frankfurt. Nach drei Stunden Autofahrt schließen wir in Hannover wieder unsere Haustür auf. Ein wunderbarer aufregender und abwechslungsreicher Urlaub geht damit zu Ende.
