Allee mit dutzenden Eichen und geplastertem Fußweg in der Mitte. Im Hintergrund das Haupthaus der Plantage

Oak Alley Plantation: Hollywood-Stars und Südstaaten-Charme

Zu einem Südstaaten-Trip durch Louisiana gehört für uns definitiv der Besuch einer typischen Plantage. Und da führt kein Weg an der Oak Alley Plantation vorbei. Diese historische Zuckerrohrplantage in Vacherie ist wie ein Fenster in eine andere Zeit. Schon allein der Blick auf die berühmte Allee mit ihren gewaltigen, dreihundert Jahre alten Eichen ist spektakulär.

Ich am Rande der Eichenallee vor dem zweistöckigen Haupthaus der Plantage
Ich inmitten der Allee hinter dem Haupthaus

Etwa eine Autostunde von New Orleans entfernt – und unweit der Evergreen Plantation aus Tarantinos „Django Unchained“ – findest Du mit der Oak Alley Plantation nicht nur die meistbesuchte Plantage des Bundesstaats, sondern auch einen spannenden Hollywood-Drehort und lebendige Südstaaten-Geschichte.

Lage der Oak Alley Plantation

Wie eine Handvoll weiterer alter Plantagen liegt die Oak Alley Plantation an der Great River Road zwischen New Orleans und Baton Rouge. Nur ein Deich und die Straße trennen das Gelände vom mächtigen Mississippi.

Malte am Ufer des sehr breiten Mississippi. Auf der anderen Uferseite liegt ein großer Tanker vor Anker.
Der Mississippi – nur einen Steinwurf von der Plantage entfernt
Caro auf dem Deich mit asphaltiertem Radweg. Links fließt der Mississippi und rechts führt die schmale Landstraße entlang.
Caro auf dem Deich: links der Mississippi, rechts die Great River Road

Schon vom Deich aus hast Du übrigens einen kostenlosen Blick auf die imposante Eichenallee und die Rückseite des Herrenhauses an deren Ende. Die oben erwähnte Evergreen Plantation ist nur etwa 15 Fahrminuten entfernt. Nach Downtown New Orleans sind es etwas mehr als 50 Meilen.

Geschichte der Oak Alley Plantation: Zuckerrohr und Sklaverei

Die Oak Alley Plantation wurde in den 1830er-Jahren von der Familie Roman erbaut und das prächtige Herrenhaus im Jahr 1839 fertiggestellt. Zuckerrohr war damals das „weiße Gold“ und der Wirtschaftsmotor der Region. Hunderte versklavter Männer, Frauen und Kinder arbeiteten und lebten hier auf dem Gelände unter oft unmenschlichen Bedingungen.

Exakt gepflanzte Reihen von Zuckerrohr an der Plantage
Zuckerrohr-Felder an der Oak Alley Plantation

Kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg und der anschließenden Wirtschaftskrise durch das Ende der Sklaverei verlor die Familie Roman das Anwesen. Oak Alley wechselte mehrfach den Besitzer, bevor es schließlich 1925 von Andrew und Josephine Stewart erworben wurde. Sie retteten das Anwesen, renovierten es und lebten hier bis in die 1970er-Jahre. Dank ihres Engagements blieb Oak Alley erhalten, und Josephine gründete eine Stiftung, um die Plantage für zukünftige Generationen zu bewahren.

Eingangsschild der Oak Alley Plantation an der River Road mit Bäumen und Wiesen im Hintergrund

Im Herbst 2021 war die Plantage ein paar Wochen für den Besucherverkehr geschlossen, da Hurrikan „Ida“ einige Schäden an den mächtigen Eichen angerichtet hatte.

Glücklicherweise dient die Plantage heute nicht nur als Denkmal für die bewegte Südstaatengeschichte, sondern auch als Ort der Erinnerung an die Menschen, die hier als Sklaven arbeiteten und litten.

Rundgang über das Gelände

Die Geschichte der Oak Alley Plantation ist für Besucher in mehreren kleinen Ausstellungen aufbereitet. Mittelpunkt ist wie bei jeder Südstaaten-Plantage auch hier das Herrenhaus, das sogenannte Big House. Es ist ein beeindruckendes Beispiel für die sogenannte Greek-Revival-Architektur. Die symmetrische Struktur und die massiven dorischen Säulen verleihen dem Haus eine erhabene Eleganz. Im Inneren erwarten Dich hohe Decken, kunstvoll verzierte Wände und dunkle Holzmöbel, die Dich direkt in das 19. Jahrhundert zurückversetzen.

Blick auf die Vorderseite des HErrenhauses mit dorischen Säulen, Hecken und Bäumen
Haupteingang des Big House

Ein besonderes Highlight sind die handgefertigten Kronleuchter und das antike Mobiliar, das teilweise noch aus der Zeit der ersten Besitzer stammt. Fotografieren ist im Inneren des Hauses übrigens nicht erlaubt.

Blick von der Seite auf die hohen Säulen und den Balkon im ersten Stock.

Die Allee, die der Plantage ihren Namen gibt, ist ohne Zweifel das Highlight der Außenanlagen. Die 28 majestätischen Eichen sind älter als das Haus selbst und wurden bereits um das Jahr 1700 gepflanzt. Sie ziehen sich über die gesamte Strecke vom Herrenhaus bis zum Mississippi River bzw. der Great River Road und bilden ein spektakuläres natürliches Kunstwerk, das mit seiner schieren Größe beeindruckt.

Blick durch die Allee auf das Big House
Eichenallee und Big House
Blick auf die exakt in Reihe gesetzten Eichen der Allee

Die rekonstruierten Sklavenunterkünfte bieten einen Einblick in das harte Leben der versklavten Männer, Frauen und Kinder. Hier findest Du interessante Schautafeln mit den Namen und Geschichten der Menschen, die einst hier lebten.

ekonstruierte Holzhütten unter Bäumen
weiße Holzhütte mit vorgezogenem Dach auf Pfählen

Im Sugarcane Theatre erfährst Du alles über den Zuckerrohranbau, die Ernte und die spätere Verarbeitung. Die Gärten auf dem gesamten Gelände sind wunderschön angelegt und bieten wunderschöne Fotomotive.

bunt blühendes Blumenbeet und Bäume und Gartenanlage im Hintergrund

Die Oak Alley Plantation als Drehort für Film und Fernsehen

Natürlich ist die Oak Alley Plantation ist nicht nur wegen ihrer historischen Bedeutung bekannt, sondern auch, weil sie bis heute als Kulisse für etliche Filme und TV-Produktionen dient. Hollywood liebt die Südstaaten-Romantik, und die mächtigen Eichen, das herrschaftliche Anwesen und die Atmosphäre hier scheinen wie geschaffen dafür.

Am berühmtesten ist wahrscheinlich die Verfilmung von Interview mit einem Vampir mit Brad Pitt, Tom Cruise, Antonio Banderas und Christian Slater. Die düstere, geheimnisvolle Stimmung des Films passt perfekt zu dieser Location. Die Oak Alley Plantation ist im Film die Heimat von Louis (Brad Pitt). Einige der Friedhofsszenen wurden im Oktober 1993 ebenso auf dem Gelände gefilmt.

Auch das Musikvideo zu Deja Vu von Beyoncé und Jay-Z wurde im Juni 2006 auf der Oak Alley Plantation gedreht. Einige Fotos für das Inlet des dazugehörigen Albums „B’Day“ wurden ebenfalls hier aufgenommen.

Beyonce auf dem Fußweg der Allee vor dem Big House
Screenshot aus dem Musikvideo zu „Deja Vu“ von Beyoncé und Jay-Z

Und auch in diesen Filmen kannst Du die Oak Alley Plantation entdecken:

Oak Alley Plantation-Touren

Die Plantage hat täglich von 8:30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Auf der Homepage der Plantage kannst Du Tickets für Deinen Besuch buchen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Eintrittskarten:

  • Eintritt zur Plantage inklusive Führung durch das Herrenhaus („Big House“). Diese Tickets kosten z.Zt. etwa 33 US Dollar inklusive Steuern für Erwachsene und 12 US Dollar für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren (Stand November 2025). Du musst 30 Minuten vor Deiner gebuchten Zeit am Ticketschalter am Eingang sein, um Dich für die geführte Tour durch das Big House zu registrieren.
  • Eintritt zur Plantage ohne Führung durch das Big House. Diese Tickets kosten etwa 3,50 US Dollar weniger.

Die zweite Variante macht also nur Sinn, wenn man – aus welchen Gründen auch immer – das Herrenhaus nicht besuchen will. Den Zeitbedarf für den Besuch der Oak Alley Plantation mit Führung würde ich auf etwa 2 Stunden taxieren.

Die beiden großen Anbieter GetYourGuide* und Viator* bieten verschiedenste Touren zur Oak Alley Plantation von New Orleans aus an. Du kannst den Besuch der Plantage zum Beispiel mit einer Bootstour durch die Sümpfe* verbinden oder noch weitere Plantagen in der Gegend* besuchen.

Fazit zum Besuch der Oak Alley Plantation

Oak Alley ist ein Ort, an dem die Südstaaten-Geschichte greifbar wird. Die imposante Architektur, die prächtigen Eichen und die bedrückende Geschichte machen die Plantage zu einem besonderen Ziel. Der Trubel ist hier entsprechend groß. Außerhalb des „Big House“ kannst Du Dich auf eigene Faust bewegen und das Gelände entdecken. Das ist ein Unterschied zur Evergreen Plantation und anderen Plantagen in der Gegend. Dafür ist hier natürlich alles sehr touristisch aufgemacht. Ein Besuch lohnt sich aber in jedem Fall – bestenfalls früh am Tage, bevor die großen Besucherströme der Bustouren kommen.

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Über den Autor
Malte
Seit 2001 ist Nordamerika meine große Leidenschaft und ich reise jedes Jahr meist zweimal dorthin. Ob beim Wandern durch die atemberaubende Natur, beim Offroaden durch die Wildnis oder beim Erleben packender Sportveranstaltungen – ich entdecke die Vielfalt des Kontinents immer wieder neu. Über die Jahre sind vor allem der Südwesten der USA und Los Angeles wie eine zweite Heimat für mich geworden.

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