Caro und ich vor dem Eingangschild des Grand Canyon, einem Highlight des Nationalpark Pass

Nationalpark Pass USA 2026: lohnt sich der Kauf wirklich?

Seit Jahresbeginn 2026 hat sich für Nicht-Einwohner der Vereinigten Staaten der Preis für den Nationalpark Pass USA mehr als verdreifacht – von 80 Dollar auf 250 Dollar! Gleichzeitig wurde für elf besucherstarke Nationalparks eine Non-Resident Fee von 100 Dollar pro Person zusätzlich zum regulären Park-Eintritt eingeführt.

Caro beim Wandern am Rim des Crater Lake mit seinem tiefblauen Wasser.
Carter Lake Nationalpark (Oregon)
Zion Nationalpark (Utah)

Ein vorher sehr einfaches System wurde damit sehr kompliziert gemacht. Wir erklären Dir hier ausführlich, wann sich der Kauf des Nationalpark Pass lohnt und was Du sonst noch alles beachten musst.

Was ist der Nationalpark Pass USA?

Der offizielle Name des Nationalpark Pass ist America the Beautiful Annual Pass. Er berechtigt zum Eintritt in über 2.000 Erholungsgebiete der USA, die von Bundesbehörden wie dem National Park Service, dem Bureau of Land Managment oder dem US Forest Service verwaltet werden. Darunter fallen auch ausnahmslos ALLE Nationalparks. Für State Parks gilt er nicht, da diese unter der Verwaltung der einzelnen Bundesstaaten stehen.

Wieviel kostet der America the Beautiful Pass?

Anfang diesen Jahres wurden aus dem viele Jahre beliebten America the Beautiful Annual Pass zwei verschiedene Varianten: der Resident Annual Pass zum bisherigen Preis von 80 US-Dollar und der Non-Resident Annual Pass zum Preis von 250 US-Dollar. Letzterer ist für alle Besucher, welche keine US-Staatsangehörigkeit oder Green Card besitzen – und damit hier für uns interessant. Ich nenne ihn aus Gründen der Einfachheit im Folgenden weiter Nationalpark Pass.

Wie lange ist der Pass gültig?

Der Nationalpark Pass ist vom Kaufdatum bis zum Ende des gleichen Monats im Folgejahr gültig. Kaufst Du den Pass also z.B. am 2. Juni 2026 ist er gültig bis zum 30. Juni 2027.

Für wen gilt der Pass?

In den allermeisten Parks wird der Eintritt pro Fahrzeug erhoben, nur in sehr wenigen pro Person. Der Pass gilt für den Inhaber und alle Insassen seines Nicht-kommerziellen Fahrzeugs. Bist Du z.B. mit Großfamilie im 7-Sitzer-Minivan unterwegs gilt der Pass für alle sieben Personen. Bist Du mit dem Motorrad unterwegs gilt der Pass für zwei Bikes, also für bis zu vier Personen.

Kleiner Strand an kristallklarem Lake MCDonald mit Tannen und schneebedeckten Bergen im Hintergrund.
Glacier Nationalpark (Montana)

In Parks, wo der Eintritt nach Personen erhoben wird (wie gesagt die absolute Ausnahme), deckt der Pass die Eintrittskosten des Inhabers und drei weiterer Personen über 16 Jahren ab. Kinder unter 16 Jahren haben hier freien Eintritt.

In welchen Parks wird eine Non-Resident Fee erhoben?

Ich müsste diesen Artikel nicht schreiben ohne die Einführung der Non-Resident Fee ab dem 01.01.2026 für elf besucherstarke Nationalparks. Sie beträgt 100 US-Dollar und ist zusätzlich zum Eintrittspreis für JEDEN Besucher ab 16 Jahren ohne US-Staatsangehörigkeit oder Green Card zu entrichten. Folgende Nationalparks sind betroffen:

Und jetzt kommt das Interessante: die Non-Resident Fee wird NICHT erhoben für Inhaber des America the Beautiful Non-Resident Annual Pass und seine unter oben genannten Bedingungen Mitreisenden.

Caro am South Rim des Grand Canyon beim Blick in die Schlucht. Hier lohnt sich der Nationalpark Pass!
Grand Canyon Nationalpark (Arizona)

Ab wann lohnt sich der Nationalpark Pass?

Ganz einfach und vorweg: sobald Du nur einen der oben genannten elf Nationalparks mindestens zu zweit besuchst lohnt sich der Kauf immer! Nehmen wir das Beispiel Florida: für den Eintritt in den Everglades National Park bezahlst Du pro Fahrzeug 35 Dollar. Hinzu kommen bei zwei Insassen jeweils 100 Dollar Non-Resident Fee.

Das summiert sich insgesamt schon auf 235 Dollar. Jeder weitere Besuch einer der über 2.000 enthaltenen Parks und Erholungsgebiete innerhalb der nächsten zwölf Monate rechtfertigt dann spätestens den Kauf.

Bei drei Personen läge der Eintritt in den Everglades Nationalpark ohne Pass dann schon bei insgesamt 335 Dollar, als Familie mit zwei Kindern über 16 Jahren bei 435 Dollar. Schon deutlich, oder? Schauen wir aber noch ganz konkret auf drei weitere gängige Beispiele:

Beispielrechnung 1: klassische Rundreise Südwesten USA

Die Nummer eins unter den Roadtrips in den USA ist die klassische Rundreise durch den Südwesten mit San Francisco, Los Angeles, Las Vegas, dem Grand Canyon, Highway 1 am Pazifik und einigem mehr. Ich gehe für folgende Beispielrechnung von zwei Personen über 16 Jahren in einem Mietwagen aus. Folgende Eintrittsgebühren sind auf dieser Tour ohne Nationalpark Pass fällig:

  • Death Valley National Park – 30 $
  • Joshua Tree National Park – 30 $
  • Yosemite National Park – 35 $
  • Glen Canyon National Recreation Area (Lake Powell) – 30 $
  • Grand Canyon National Park – 35 $ plus zwei Mal 100 $ Non-Resident Fee, also 235 $
  • Lake Mead National Recreation Area – 25 $
  • Zion National Park – 35 $ plus zwei Mal 100 $ Non-Resident Fee, also 235 $

Ohne den Nationalpark Pass kommen wir hier demnach auf Gesamtkosten von 620 $. Mit dem Pass zahlen wir 250 $. Die Ersparnis beträgt also 370 $, womit der Kauf des Passes ein „No-Brainer“ ist.

An dem Beispiel erkennst Du auch gleich, welchen Einfluss die Non-Resident Fee hat, die hier insgesamt 400 $ beiträgt. Ohne diese wäre die Beantwortung der Frage nicht so klar.

Riesiger Steinbogen vor der Kulisse der La Sal Mountains in der Ferne. Der Arches ist im Nationalpark pass usa inkludiert.
Arches Nationalpark (Utah)

Beispielrechnung 2: große Rundreise Südwesten USA

Noch extremer wird es jetzt bei der großen Rundreise durch den Südwesten, bei der zusätzlich zu den Parks aus Beispiel 1 noch die Naturwunder in Utah besucht werden. Hier zahlen wir an weiteren Eintritten und Gebühren:

  • Bryce Canyon National Park – 35 $ plus zwei Mal 100 $ Non-Resident Fee, also 235 $
  • Arches National Park – 30 $
  • Canyonlands National Park – 30 $
  • Capitol Reef National Park – 20 $

Zu den 620 $ von oben kommen weitere 315 $, was sich auf 935 $ summiert. Die Ersparnis mit Nationalpark Pass beträgt in diesem Beispiel stolze 685 $.

Caro im Capitol Reef Nationalpark auf einer Klippe und roten Sandsteinfelsen vor ihr in der Ferne.
Capitol Reef Nationalpark (Utah)

Und für jede weitere Person im Fahrzeug über 16 Jahren erhöhen sich die Eintrittskosten um 300 $, da auf dieser Tour in drei Parks ja die zusätzliche Non-Resident Fee erhoben wird. Eine fünfköpfige Familie wäre dann bei sagenhaften 1.835 $ und würde mit dem Pass unglaubliche 1.585 $ sparen.

Beispielrechnung 3: Rundreise Nordwesten USA

Nach einem der krassesten möglichen Beispiele schauen wir jetzt noch auf eine Rundreise ohne einen der elf Nationalparks mit Non-Resident Fee: den Roadtrip ab/bis Seattle durch den Pazifischen Nordwesten der USA und die Bundesstaaten Washington und Oregon. An Eintrittsgeldern (die durch den Nationalpark Pass gedeckt wären) fällt an:

  • Mount Rainier National Park – 30 $
  • Olympic National Park – 30 $
  • Crater Lake National Park – 30 $

Hier kommen wir nur auf Gesamtkosten von 90 $. Der Kauf des Nationalpark Passes rechnet sich allein für diesen Trip also überhaupt nicht.

Collage von mehreren Bildern von uns im Mount Rainier National Park.
Mount Rainier Nationalpark (Washington)

Wo kann ich den Nationalpark Pass kaufen?

Online

Seit kurzem gibt es die Möglichkeit, einen digitalen Nationalpark Pass zu kaufen. Hierfür richtest Du Dir einfach einen Account auf der offiziellen Seite der US-Regierung recreation.gov ein, legst den 2026 Digital Non-Resident Annual Pass in den Warenkorb und entrichtest mit den gängigen Zahlungsmitteln die 250 US-Dollar Gebühr. Dein Nationalpark Pass ist dann in der sehr gut gemachten App auf deinem Smartphone immer dabei. Natürlich kann (und sollte) er dann auch in die Wallet geladen werden.

Vor Ort

Der Nationalpark Pass ist darüber hinaus natürlich auch physisch zu erwerben – und zwar in über eintausend Besucherzentren und an den meisten Parkeingängen. Eine Liste mit allen Orten habe ich Dir hier verlinkt.

Fazit – für wen lohnt sich der Kauf wirklich?

Der Kauf des Nationalpark Pass lohnt sich definitiv immer, wenn Du mindestens zu zweit bist und einen der elf Nationalparks mit der zusätzlichen Non-Resident Fee besuchst sowie einen weiteren Park.

Gehört keiner dieser elf Parks zu Deinen Zielen lohnt sich der Kauf erst, wenn Du innerhalb eines Jahres mindestens neun Parks besuchst mit einer angenommenen durchschnittlichen Eintrittsgebühr von dreißig US-Dollar. Mit einer einzigen Texas-Rundreise oder dem Beispiel für den Nordwesten oben wirst Du das nicht schaffen.

FAQ

Weitere häufig gestellte Fragen zum Nationalpark Pass America the Beautiful Non-Resident Annual Pass:

Ist der Pass personengebunden?

Ja, der Pass ist personengebunden und nicht übertragbar. Beim digitalen Nationalpark Pass ist der Name des recreation.gov-Account-Besitzers, der ihn gekauft hat maßgeblich. Er steht auf dem Pass und muss seine Identität mit einem amtlichen Ausweisdokument wie Personalausweis oder Reisepass am Eingang nachweisen. Beim physischen Pass muss auf der Rückseite vom Inhaber unterschrieben werden. Hier wird dann beim Parkbesuch die Unterschrift mit einem amtlichen Ausweis abgeglichen.

Gilt er für mehrere Fahrzeuge?

Er gilt für den PKW, in dem der Pass-Inhaber sitzt und alle Passagiere. Ein zweites Auto benötigt einen eigenen Pass-Inhaber. Ausnahme sind Motorräder, hier benötigt man für zwei Fahrzeuge nur einen Pass.

Kann man sich den Pass teilen?

Nein. Da der Nationalpark-Pass nicht übertragbar ist gibt es keinerlei Möglichkeit diesen z.B. unter Freunden zu teilen. Der Pass-Inhaber muss immer anwesend sein, wenn der Pass benutzt wird.

Was passiert bei Verlust?

Der Nationalpark-Pass wird bei Verlust nicht ersetzt. Die Frage betrifft aber eigentlich nur den physischen Pass, denn es übersteigt meine Vorstellungskraft wie man den digitalen Pass verlieren will.

Deckt der Pass Reservierungsgebühren u.ä. ab?

Der Nationalpark Pass deckt nur Eintrittsgelder und normale sogenannte „Day Use“-Gebühren ab. Eventuelle weitere Kosten für Permits, Reservierungen, Timed-Entry, Führungen usw. müssen separat bezahlt werden.

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Über den Autor
Malte
Seit 2001 ist Nordamerika meine große Leidenschaft und ich reise jedes Jahr meist zweimal dorthin. Ob beim Wandern durch die atemberaubende Natur, beim Offroaden durch die Wildnis oder beim Erleben packender Sportveranstaltungen – ich entdecke die Vielfalt des Kontinents immer wieder neu. Über die Jahre sind vor allem der Südwesten der USA und Los Angeles wie eine zweite Heimat für mich geworden.