Der Jasper Nationalpark gehört für uns zu den eindrucksvollsten Reisezielen in den kanadischen Rocky Mountains. In diesem Artikel zeigen wir Dir die schönsten Jasper Nationalpark Sehenswürdigkeiten, unsere persönlichen Highlights, eine Karte mit allen wichtigen Stopps und praktische Tipps für Deine Planung.
Jedes Jahr zieht der flächenmäßig größte Park der kanadischen Rocky Mountains weit mehr als zwei Millionen Besucher an. Die meisten davon kommen in der sehr kurzen Hauptreisezeit zwischen Juli und September, da nur dann alle Wanderwege und Straßen schneefrei sind.
Er erstreckt sich über mehr als 11.000 Quadratkilometer und wurde 1907 gegründet. Zusammen mit den anderen Nationalparks in den Rockies gehört er zum UNESCO-Welterbe. Der Jasper National Park ist weniger überlaufen als der benachbarte Banff National Park. Verbunden sind beide Parks durch den grandiosen Icefields Parkway, eine der schönsten Panoramastraßen der Welt.

Die 10 schönsten Jasper Nationalpark Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
- Maligne Lake und Spirit Island: Der Maligne Lake ist für uns eines der ganz großen Jasper-Highlights. Schon die Fahrt dorthin ist traumhaft, und am Ende wartet eine Landschaft, die fast schon unwirklich schön ist.
- Medicine Lake: Nur wenige Kilometer vorher liegt mit dem Medicine Lake ein weiteres Top-Highlight. Der See wirkt je nach Wasserstand jedes Mal etwas anders und hat allein deshalb schon seinen ganz eigenen Reiz.
- Athabasca Falls: Die Athabasca Falls sind kein stilles Postkartenmotiv, sondern pure Kraft. Die Wege zu den Aussichtspunkten sind kurz und die Fälle ein Pflichtstopp.
- Columbia Icefield und Athabasca Glacier: Hier zeigt sich der Jasper Nationalpark von seiner gewaltigen, fast hochalpinen Seite. Nicht umsonst der sicher bekannteste Ort des Parks.
- Wilcox Pass Trail: Wenn Du im Jasper Nationalpark eine Wanderung machen möchtest, ist der Wilcox Pass für uns DER Kandidat. Die Ausblicke sind grandios und das Naturerlebnis außergewöhnlich.
- Goats and Glaciers Lookout: Dieser Aussichtspunkt ist einer dieser Stopps, die nur wenig Zeit kosten, aber richtig viel bieten. Mit etwas Glück entdeckst Du hier sogar die schneeweißen Bergziegen direkt am Hang.
- Pyramid Lake und Patricia Lake: Die beiden Seen liegen nah bei Jasper und sind perfekt, wenn Du es etwas entspannter angehen lassen möchtest. Gerade am Morgen oder am Abend ist die Stimmung hier oft besonders schön.
- Lake Annette und Lake Edith: Diese Seen zeigen eine etwas ruhigere Seite des Parks und eignen sich perfekt für eine Pause zwischendurch. Wenn Du schöne Natur ohne großen Aufwand suchst, bist Du hier genau richtig.
- Jasper SkyTram: Die Jasper SkyTram ist ideal für alle, die ohne lange Wanderung schnell ganz große Aussicht erleben möchten. In kurzer Zeit kommst Du hoch hinaus und genießt ein beeindruckendes Panorama über Jasper und die umliegenden Berge.
- Miette Hot Springs: Die Miette Hot Springs sind eine tolle Kombination aus Naturerlebnis und Entspannung. Nach einem vollen Tag im Park ist ein Bad in den heißen Quellen natürlich ein ganz besonderes Extra.
Karte mit allen Sehenswürdigkeiten im Jasper National Park
Mit der Karte kannst Du Deine Route durch den Jasper Nationalpark ganz einfach planen. Gerade wenn Du Jasper zum ersten Mal besuchst, hilft Dir dieser Überblick dabei, die schönsten Sehenswürdigkeiten sinnvoll zu kombinieren. Denn der Park ist riesig, die Entfernungen sind größer als man zunächst denkt und nicht jeder Spot liegt automatisch direkt auf dem Weg. Mit der richtigen Planung kannst Du in ein bis drei Tagen trotzdem erstaunlich viele Highlights erleben.
Wichtige aktuelle Hinweise für 2026
Das verheerende Jasper Wildfire hat von Ende Juli bis Anfang September 2024 fast 40.000 Hektar Fläche im Jasper Nationalpark zerstört. Auch in der Stadt Jasper fielen viele Gebäude den Flammen zum Opfer. Der Park öffnet nach und nach den Zugang zu den unterschiedlichen Gebieten.
Das Feuer hat den Park an einigen Stellen stark verändert. Deshalb solltest Du vor dem Besuch kurz zu prüfen, welche Sehenswürdigkeiten wieder zugänglich sind und bei welchen Bereichen Du Deine Planung anpassen musst. Den aktuellen Stand findest Du hier auf der Seite von Parcs Canada.
Der Maligne Canyon und die Cavell Road bleiben in der Saison 2026 definitiv geschlossen. Das Valley of the Five Lakes soll im Sommer 2026 wieder öffnen.
Der Eintritt in den Jasper Nationalpark und alle anderen kanadischen Nationalparks ist zwischen dem 19. Juni und 7. September 2026 frei. Die kanadische Regierung nennt dieses tolle Angebot Canada Strong Pass.
Die schönsten Jasper Nationalpark Sehenswürdigkeiten im Detail
Im folgenden Teil stellen wir Dir unsere liebsten Stopps im Jasper Nationalpark genauer vor. Dabei geht es nicht nur um bekannte Postkartenmotive, sondern auch um Orte, die sich für uns vor allem wegen ihrer Stimmung, Aussicht oder Lage besonders lohnen.
Maligne Lake und Spirit Island
Der Maligne Lake gehört für uns ganz klar zu den schönsten Jasper Nationalpark Sehenswürdigkeiten.. Von Jasper aus führt die etwa 44 Kilometer lange Maligne Lake Road direkt an das Nordufer des Sees. Mit einer Uferlänge von 45 Kilometern ist er einer der größten Seen in den kanadischen Rocky Mountains. Er ist durchschnittlich 100 Meter tief und wird nie wärmer als 4°C.

Ein Must-Do am Maligne Lake ist die kurze und einfache Wanderung auf dem Mary Schaeffer Loop. Benannt nach der Entdeckerin des Sees bietet er die besten Ausblicke. Vom riesigen Parkplatz aus gibt es mehrere ausgeschilderte Zugänge zum Trail entlang des Ufers.


Ungefähr in der Mitte des Maligne Lake liegt Spirit Island, einer der meist fotografierten Orte der Rocky Mountains und Wahrzeichen des Jasper Nationalpark. Bootstouren bringen Dich im Sommer für einen kurzen Stopp zur kleinen Insel. Buchen kannst Du vorab. Spirit Island ist so berühmt, dass es oft als Symbol für die Schönheit der kanadischen Rockies verwendet wird und die Titelseiten vieler Reiseführer und Kataloge ziert.



Wir empfehlen möglichst früh am Tage am Maligne Lake zu sein, um den ganz großen Besuchermassen etwas aus dem Wege zu gehen.
Medicine Lake
Der Medicine Lake liegt nur wenige Kilometer vor dem Maligne Lake und so kommst Du automatisch hier vorbei. Der Wasserstand des Sees schwankt im Laufe des Jahres deutlich. Das liegt daran, dass das Wasser des Medicine Lake in einem der größten unterirdischen Flusssysteme der Welt abfließt. Einen sichtbaren Abfluss hat der See nicht. Der Pegelstand ist im Sommer am Höchsten, da dann der Schmelzwasserzufluss die mögliche Abflussmenge übersteigt.

In der Nähe des Medicine Lake Lookout an der Nordspitze des Sees gibt es auf einem Baumstumpf ein beeindruckendes Weißkopfseeadler-Nest. Mit etwas Glück dreht der riesige Greifvogel hier über Deinem Kopf seine Runden.



Anfang Juli 2015 brach genau hier an der Nordspitze des Medicine Lake übrigens das verheerende Excelsior wildfire aus. Rasend schnell fraßen sich die Flammen durch das Maligne Valley bis zum Maligne Lake. In den nächsten zwei Tagen wurden über 1.000 Menschen evakuiert. Fünfzig Wanderer, die auf dem Skyline Trail unterwegs waren, mussten mit Hubschraubern gerettet werden. Die Spuren des Feuers sieht man bis heute deutlich.
Athabasca Falls
Die Athabasca Falls sind ein Muss für jeden Besucher des Jasper Nationalpark. Der Athabasca River stürzt hier mit unglaublicher Kraft etwa 23 Meter in die Tiefe. Was diese Wasserfälle so beeindruckend macht, ist nicht ihre Höhe, sondern die gewaltige Menge Wasser, die hier mit ohrenbetäubendem Lärm durch die enge Schlucht schießt.


Es gibt mehrere Aussichtspunkte, von denen aus du die Wasserfälle bewundern kannst. Der Athabasca River entspringt übrigens im Columbia Icefield und fließt etwa 1.200 Kilometer in Richtung Norden, bis er in den Arktischen Ozean mündet.


Der Besuch der Athabasca Falls nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, da die Wanderung vom Parkplatz aus nur ein paar Minuten dauert. Dennoch solltest du dir Zeit nehmen, die verschiedenen Aussichtsplattformen zu erkunden, um die volle Wucht dieser Fälle zu erleben.
Columbia Icefield und Athabasca Glacier
Das Columbia Icefield am Icefields Parkway ist eine der größten Ansammlungen von Eis südlich des Polarkreises und Nährgebiet von acht großen Gletschern. Das riesige Gebiet erstreckt sich über sage und schreibe 325 Quadratkilometer.
Der Athabasca-Gletscher ist derjenige, der bis weit an den Icefields Parkway heranreicht und deswegen einer der meistbesuchten und meistfotografierten Gletscher Nordamerikas ist. Vom in der Hauptsaison immer unglaublich überfüllten Icefield Centre aus werden die bekannten Snowcoach-Bustouren auf den Gletscher angeboten.
In den letzten hundert Jahren hat sich der Athabasca-Gletscher weit mehr als einen Kilometer zurückgezogen und mehr als die Hälfte seines Volumens verloren. Am Fuße der mehr als fünf Kilometer langen Gletscherzunge erzählen Steine mit Jahreszahlen und Bildtafeln vom dramatischen Rückgang des ewigen Eises hier.
Der Columbia Icefield Glacier Skywalk ist ein 400 Meter langer Rundweg mit Glasboden in über 300 Metern Höhe über dem Sunwapta Valley. Er ist die neueste Attraktion im Jasper National Park und wurde im Mai 2014 eröffnet. Der Transfer dorthin erfolgt vom Icefield Centre aus. Möchtest Du den Skywalk und den Gletscher auf einer Fahrt mit dem Snowcoach erleben empfehle ich Dir eine Kombi-Tour, die Du bequem im Voraus reservieren kannst:
Wilcox Pass Trail
Die knapp acht Kilometer lange Wanderung zum Wilcox Pass zählt für uns zu den schönsten Halbtageswanderungen in den Rockies. Es gibt wohl keinen besseren Aussichtspunkt auf das Columbia Icefield und die umliegenden Gipfel. Und das Ganze auch noch weit ab des Trubels und der Menschenmassen unten am Icefield Centre.

Der Trailhead liegt etwa drei Kilometer südlich des Columbia Icefield Besucherzentrums am Icefields Parkway. Am ausgeschilderten Wilcox Creek Campground biegst Du ab und erreichst nach ein paar Metern schon den kleinen Parkplatz und die Info-Tafel für die Wanderung.
Der Hike ist im Schwierigkeitsgrad als moderat eingestuft. Das liegt vor allem daran, dass auf dem ersten Kilometer der Großteil des Höhenunterschieds von 400 Metern bewältigt werden muss. Dazu liegt der Ausgangspunkt der Wanderung schon auf 2.000 Metern und die dünne Luft lässt einen zu Anfang auch ganz schön schnaufen. Das erste Stück führt also recht steil und schattig durch einen herrlich duftenden subalpinen Wald.
The world is big, and I want to have a good look at it before it gets dark. – John Muir
Nachdem die Baumgrenze erreicht ist geht der Trail über in die dann relativ flachen weiten und offenen Bergwiesen. Die Ausblicke sind gleich spektakulär! Bald kommst Du zu den beiden roten kanadischen Stühlen und dem atemberaubenden Aussichtspunkt auf den Athabasca-Gletscher, den Dome-Gletscher und den Mount Athabasca (siehe Bild oben). Bis hierhin hast Du etwas mehr als anderthalb Kilometer Strecke zurückgelegt. Viele Wanderer kehren an dieser Stelle um.

Es lohnt sich aber sehr, den Weg weiter bis zum Wilcox Pass zu laufen. Nach den Stühlen steigt der Trail wieder leicht an und führt bald entlang einer kleinen Schlucht mit einem Bach. Alle paar Meter ergeben sich neue tolle Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und Gletscher.




Der Wilcox Pass auf knapp 2.400 Metern Höhe ist das Ziel der Wanderung. Das Schmelzwasser lässt im frühen Sommer oft einige kleine Seen inmitten der grünen Bergwiesen entstehen. Die Ruhe und die Atmosphäre hier oben sind wunderschön.






Ein 1,4 Kilometer langer Weg führt von hier aus noch zur Wilcox Ridge, einem weiteren Aussichtspunkt genau oberhalb des Columbia Icefield Centre mit einem frontalen Anblick des Athabasca-Gletscher. Die gesamte Wanderung zum Wilcox Pass und zurück dauert übrigens etwa vier Stunden.
Goats and Glaciers Lookout
Der Goats and Glaciers Lookout am Icefields Parkway ist ein weiterer absoluter Must-Stopp. Die Ausblicke auf den Athabasca River und die mächtigen Gipfel der Fryatt Mountain Range sind spektakulär. Die Chance hier zusätzlich die schneeweißen Mountain Goats zu sehen ist nahe an einhundert Prozent.


Pyramid Lake und Patricia Lake
Pyramid Lake und Patricia Lake gehören für uns zu den schönsten Stopps in der direkten Umgebung von Jasper. Gerade wenn Du nach den ganz großen Highlights im Park noch einen ruhigen Ort am Wasser suchst, passen diese beiden Seen perfekt in Deine Route. Hier geht es etwas entspannter zu als an den großen Klassikern, aber genau das macht den Reiz aus.

Besonders schön ist die Lage des Pyramid Lake mit dem markanten Bergpanorama im Hintergrund. Der See liegt nur wenige Kilometer von Jasper entfernt und ist damit ideal für einen kurzen Abstecher am Morgen, am Abend oder sogar noch am Ankunftstag. Dazu kommt mit Pyramid Island ein besonders fotogener Spot, den Du über eine kurze Brücke ganz einfach erreichst. Der Patricia Lake liegt direkt daneben und eignet sich ebenso zum Baden.
Lake Annette und Lake Edith
Nur zehn Fahrminuten vom Ortskern Jaspers entfernt bieten der Lake Annette und Lake Edith für uns einen ebenfalls wunderbaren Ort, um nach einem Wandertag im National Park noch etwas zu entspannen oder ein Picknick zu machen.
Der Lake Annette ist im Sommer ein auch bei Einheimischen beliebter Treffpunkt zum Schwimmen. Hier gibt es einen kleinen Sandstrand und klares, flaches Wasser. Eine Tour im Kajak ist ebenso möglich wie ein Spaziergang entlang des Ufers.

Wir nutzen auch gerne die Grills in der schönen picnic area für unser Abendessen. Der Lake Edith genau nebenan ist etwas ruhiger und weniger besucht, aber nicht weniger schön. Du kannst hier ebenfalls schwimmen oder einfach nur am Ufer entspannen und die Natur genießen. Beide Seen bieten beeindruckende Ausblicke auf die Victoria Cross Range, die sich im Hintergrund majestätisch erhebt.

Jasper SkyTram
Die Jasper SkyTram ist das perfekte Ziel wenn Du ohne große Anstrengung schnell ganz weit nach oben möchtest. Denn Du bekommst hier in wenigen Minuten eine Aussicht, für die man sonst deutlich länger wandern müsste. Sie ist die höchste und längste geführte Luftseilbahn Kanadas und bringt Besucher in etwa sieben Minuten von der Talstation auf rund 2.263 Meter nahe dem Whistlers Mountain Summit.
Schon während der Fahrt öffnen sich nach und nach die Blicke auf Jasper, das Athabasca Valley und die umliegenden Bergketten. Oben angekommen kannst Du erst die Aussicht genießen und anschließend noch weiter in Richtung Gipfel laufen, wenn Du Lust auf ein kleines Extra hast.
Miette Hot Springs
Die Miette Hot Springs sind eines dieser Jasper-Highlights, die Naturerlebnis und Entspannung auf sehr angenehme Weise verbinden. Nach einem Tag auf Panoramastraßen, an Seen oder auf Wanderwegen fühlt sich ein Bad in den heißen Quellen fast schon wie eine kleine Belohnung an. Das Wasser fließt mit einer Temperatur von knapp 54 Grad Celsius aus den Bergen und hat dann in den Becken der Miette Hot Springs noch etwa 40°C.
Die Quellen öffnen 2026 am 15. Mai. Der Eintritt kostet etwa 20 Kanadische Dollar pro Erwachsenem. Karten können nicht im Voraus erworben werden. First come – first serve ist hier das Motto.
Maligne Canyon (2026 geschlossen)
Nur etwa 15 Fahrminuten nordöstlich von Jasper liegt der Maligne Canyon, eine der tiefsten und beeindruckendsten Schluchten in den kanadischen Rocky Mountains. Hier hat der Maligne River über Jahrtausende hinweg eine bis zu 50 Meter tiefe Schlucht in den Kalkstein geschnitten.
Achtung: Der Maligne Canyon gehört eigentlich zu den bekanntesten Jasper Nationalpark Sehenswürdigkeiten, aktuell ist ein Besuch wegen der Schäden durch das Jasper Wildfire 2024 aber nicht möglich.


Die Wanderung durch den Maligne Canyon ist leicht und bietet immer wieder neue Ausblicke. Vor allem die steilen Felswände am Anfang und das rauschende Wasser, das sich durch die enge Schlucht windet, sind beeindruckend. Immer wieder gibt es auch Wasserfälle. An einigen Stellen kannst du sogar in kleine Höhlen blicken, die das Wasser in die Felsen gegraben hat.


Das schöne an dem Hike ist, dass die Zeiteinteilung recht flexibel ist. Er führt über insgesamt sechs Brücken, die immer wieder neue Perspektiven auf den Canyon bieten. Die engsten Stellen des Canyon sind gleich am Anfang. Bis hierhin wanderst Du nur etwa 15 Minuten. Die zweite Brücke ist der höchste Punkt der Wanderung. Hier stehst Du 50 Meter über dem Wasser. Bis zur fünften Brücke öffnet sich der Canyon dann immer weiter. Zeitbedarf für den Hike bis hierher und zurück sind ungefähr zwei Stunden.


Der Weg bis zur sechsten Brücke führt dann meist durch Wald entlang des nun breiten Flusses bis zu einer beliebten Wildblumen-Wiese. Hierfür benötigt man eine zusätzliche Stunde. Wir empfehlen, bis zur vierten Brücke zu laufen, um in kurzweiligen anderthalb Stunden einen umfassenden Eindruck vom Maligne Canyon zu bekommen.
Valley of the Five Lakes (bis Sommer 2026 geschlossen)
Das Valley of the Five Lakes ist ein oft übergangenes Wanderziel im Jasper National Park. Dabei sehen wir hier auf einer relativ kurzen Wanderung (ca. 4,5 km, Zeitbedarf etwa zwei Stunden) fünf wunderschöne Seen, die in verschiedensten Farben schimmern – von Smaragdgrün bis Tiefblau. Diese entstehen durch die unterschiedlichen Lichtbrechungen im Wasser und sorgen für ein traumhafte Fotomotive.

Die Wanderung führt zu Beginn durch einen Wald und dann entlang der Ufer mit kleineren Auf- und Abstiegen. Jeder der Seen hat seinen eigenen Charakter, wobei der dritte und der vierte See am eindrucksvollsten sind. Die fünf Seen haben übrigens keine offiziellen Namen, sie werden einfach nach der Reihenfolge durchnummeriert. Im Juli und August sind oft Bären in der Gegend, um sich mit den vielen Beeren hier zu versorgen.


Der Hike ist einfach und für alle Fitnesslevel geeignet. Es gibt sogar einige Stellen, an denen du in das klare Nass springen kannst, wenn dir nach einer Erfrischung ist – aber Vorsicht, das Wasser ist ziemlich kalt!
Jasper – Ausgangspunkt für die Erkundung des Nationalparks
Der kleine Ort Jasper mit seinen etwa 5.000 Einwohnern bietet eine Vielzahl von Hotels und touristischer Infrastruktur und ist damit der Hauptausgangspunkt für einen Besuch des Jasper National Park. Von Osten oder Westen her ist Jasper über den Yellowhead Highway zu erreichen, vom Süden über den Icefields Parkway. Dieser zweispurige Highway verbindet den Ort mit dem knapp 235 Kilometer entfernten Lake Louise im Banff National Park.

Entlang der Hauptstraße spielt sich das touristische Leben des Ortes ab. Hier findest Du eine große Auswahl an Restaurants und Bars. Parallel dazu laufen die Bahnschienen, auf denen u.a. die beiden bekannten kanadischen Fernzüge The Canadian und Rocky Mountaineer verkehren.

Wo übernachten im Jasper Nationalpark?
Die beste Basis für einen Besuch des Jasper Nationalparks ist in den meisten Fällen der Ort Jasper selbst. Das The Crimson Jasper* ist eines der neueren Hotels im Ort. Es liegt zentral an der Hauptstrasse, hat tolle moderne Zimmer und phantastisches Personal an Rezeption und Bar. Wir fühlen uns hier sehr wohl!

Am nördlichen Ortsausgang liegt das Forest Park Hotel* mit seinen renovierten Zimmern, zwei Restaurants, Innenpool und Fitnesscenter. Und auch das Whistler’s Inn in der Ortsmitte können wir absolut empfehlen.
Gerade in der kurzen Hauptsaison ist Jasper sehr gefragt. Wer im Sommer reist, sollte seine Unterkunft möglichst früh reservieren, damit Lage, Preis und Auswahl am Ende noch wirklich passen.
Wildlife im Jasper National Park
Im Jasper National Park gibt es eine riesige Vielfalt an Wildtieren. Du kannst hier Elche, Grizzlybären, Schwarzbären, Hirsche und sogar Wölfe sehen. Wir hatten bisher bei jedem Besuch Glück mit Bärensichtungen. Hier überquert z.B. seelenruhig eine Schwarzbär-Mutter mit ihren beiden Jungen vor uns die Maligne Lake Road:

Dieses Prachtexemplar von einem wohlgenährten Schwarzbären bewegte sich 2010 direkt an der Zufahrtstraße zum Valley of the Five Lakes:

Auch die schneeweißen Bergziegen (Mountain Goats) sind immer wieder beeindruckend anzuschauen und die Begegnung mit Ihnen ein tolles Erlebnis.

Hier sorgen gerade Park Ranger am Goats and Glaciers Outlook dafür, dass sie sich schnell aus der Nähe der gefährlichen Straße entfernen.
Welche Jasper Nationalpark Sehenswürdigkeiten lohnen sich bei 1, 2 oder 3 Tagen?
Je nachdem, wie viel Zeit Du im Jasper Nationalpark hast, solltest Du Deine Route unterschiedlich aufbauen. Mit einer guten Reihenfolge kannst Du auch in kurzer Zeit erstaunlich viele Highlights sehen, ohne nur von Parkplatz zu Parkplatz zu hetzen.
Von Vorteil dabei ist, dass Du mit großer Wahrscheinlichkeit auf deinem Roadtrip eh aus dem Banff Nationalpark kommst oder dort noch hinfährst. Damit liegt das Columbia Icefield am Icefields Parkway genauso immer auf dem Weg wie der Goats & Glacier Lookout und die Athabasca Falls.
Jasper Nationalpark an 1 Tag
Wenn Du nur einen Tag Zeit hast, würde ich mich auf die großen Klassiker konzentrieren. Besonders gut kombinieren lassen sich dann zum Beispiel Maligne Lake, Medicine Lake und die Jasper SkyTram.
Jasper Nationalpark in 2 Tagen
Mit zwei Tagen im Jasper Nationalpark wird die Planung deutlich entspannter. So bekommst Du locker auch noch die schönen Seen um Jasper wie Pyramid Lake und Lake Annette sowie Miette Hot Springs unter.
Jasper Nationalpark in 3 Tagen
Drei Tage sind aus unserer Sicht ideal, um Jasper wirklich zu genießen. Dann bleibt genug Zeit für die großen Highlights, kleinere Seen, entspannte Pausen und mindestens eine richtig schöne Wanderung wie den Wilcox Pass Trail ohne ständigen Zeitdruck.
In der Nähe: Mount Robson Provincial Park
Der Mount Robson Provincial Park eignet sich perfekt als Ergänzung für Roadtrips Richtung British Columbia. Über den Yellowhead Highway geht es von Jasper aus Richtung Kamloops. Am Portal Lake sagt dir die wundervollen Provinz Alberta „Auf Wiedersehen“ und der selbsternannte „beste Ort der Welt“ British Columbia heißt Dich herzlich willkommen.


Die weitere Strecke bis zum Mount Robson Provincial Park ist landschaftlich sehr schön – wobei wir aber zugeben müssen, dass man nach den ganzen Highlights der letzten Tage etwas verwöhnt ist.

Der Mount Robson selbst ist mit fast 4.000 Metern der höchste Berg in den kanadischen Rocky Mountains. Der beste Aussichtspunkt auf den Berg liegt direkt am Visitor Center. Im Sommer blühen auf der großen Wiese dahinter wunderschön die Wildblumen und sorgen für ein optimales Fotomotiv.

Bei gutem Wetter empfehlen wir den kurzen Spaziergang zu den Overlander Falls des Fraser River zwei Kilometer östlich des Visitor Centers.
Fazit
Der Jasper National Park ist ein Paradies für Naturliebhaber. Ob du die gewaltigen Gletscher des Columbia Icefield bestaunst, am wunderschönen Maligne Lake wanderst oder die tosenden Athabasca Falls besuchst – dieser Park bietet eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften und Erlebnissen. Jasper ist der perfekte Ort, um die Wildnis in ihrer reinsten Form zu erleben und die Ruhe und Schönheit der Natur zu genießen. Zwei Übernachtungen in Jasper solltest Du mindestens planen, um dem Park und der langen Anfahrt gerecht zu werden. Viel Spaß!
Artikel zuletzt aktualisiert am:
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