Blick in den Goblin Valley State Park mit seiner hellbraunen Landschaft und vielen Hoodoos.

Goblin Valley State Park – das Tal der Kobolde

Eine surreale Landschaft wie aus der Märchenwelt und das auch noch mitten im Nirgendwo: Willkommen im Goblin Valley State Park im Südosten von Utah! Tausende von Hoodoos stehen hier etwa zwanzig Meilen nördlich der kleinen Ortschaft Hanksville in einem knapp neunzehn Quadratkilometer großen Tal.

Hunderte hellbrauner Hoodoos im Goblin Valley State Park.

Wasser, Wind und Sonne haben im Laufe von Jahrmillionen Sandsteinsäulen erschaffen, welche durch unterschiedlich harte Gesteinsschichten heute die Form von Pilzen oder eben Kobolden haben.

Neben dem bekannteren Bryce Canyon beherbergt der Goblin Valley State Park eine der größten Ansammlungen von Hoodoos weltweit. Seit 1964 steht das Gebiet unter dem besonderen Schutz eines State Parks.

Lage des Goblin Valley State Park

Der Park liegt recht abgeschieden in der San Rafael Wüste unweit des Highway 24 zwischen Hanksville und der Interstate 70. Ein Besuch macht daher nur Sinn, wenn Du zwischen dem Capitol Reef National Park und dem Arches oder Canyonlands National Park in Moab unterwegs bist. Dann fährst Du praktisch daran vorbei und solltest den Abstecher einplanen.

Etwa zwanzig Minuten Fahrzeit benötigst Du für die etwas mehr als zehn Kilometer auf gut asphaltierter Straße vom Abzweig am Highway 24 bis zum Park. Die Three Sisters begrüßen Dich dann schon von weitem.

Sandsteinformation Three Sisters inmiten der Wüstenlandschaft.
Three Sisters

Öffnungszeiten und Eintritt

Der Goblin Valley State Park hat täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet. Das Kassenhäuschen am Parkeingang und das kleine Visitor Center sind während dieser Zeit durchgehend mit Rangern besetzt. Der Eintritt kostet 20 $ pro Auto und 10 $ pro Motorrad oder Fahrrad.

Der Park verfügt auch über einen recht großen und schön gelegenen Campground. Deinen Platz kannst Du Dir hier auf der offiziellen Seite vorab reservieren.

Auf Erkundungstour im Goblin Valley

Ein Spaziergang durch das Labyrinth aus diesen pilzförmigen koboldähnlichen Sandsteinformationen ist wie eine Reise in eine andere Welt. Ausgangspunkt ist der Parkplatz am großen Picknick-Pavillon. Wir sind heute bei sengender Hitze mit unseren Freunden Tanja und Oliver unterwegs.

Blick von oben in die linke Häkfte des Tals.
linker Rand des Tals
Caro inmitten des Labyrinths aus Hoodoos.
Caro allein auf weiter Flur

Von hier geht es über einige Treppenstufen hinunter ins Tal. Markierte Wege gibt es nicht. Du erkundest das Gelände ganz nach Deinem Geschmack und in Deiner Geschwindigkeit.

Großer Hoodoo auf freier Fläche.
Caro zwischen zwei großen Hoodoos.
Caro,Tanja, Oliver und ich auf Felsen sitzend unter blauem Himmel.
Caro, Tanja, Ich und Oliver
Hoodoos auf braunem Sand in der Talsohle.
Caro vor einer großen Sandsteinformation beim Fotografieren.

Wir bewegen uns hier im sogenannten First Valley – dem größten und eindrucksvollsten Teil des Parks. Eine Stunde vergeht wie im Fluge, weil es hinter jeder Ecke neue wundersame Formationen gibt.

Caro beim Wandern durch das Tal vor der Kulisse der Sandsteinformationen.
Ich auf einem breiten Weg zwischen den Hoodoos.
Unser Freund Oliver und ich von hinten zwischen den Sandsteinformationen.
Oliver und ich
Oliver und ich zwischen den riesigen Hoodoos.
Größenvergleich

Bist Du mit Kindern oder einem Foto-Enthusiasten unterwegs wirst Du ganz sicher Schwierigkeiten haben, diese hier wieder loszueisen. Den Zeitbedarf für eine Erkundung dieses Tales würde ich auf ein bis zwei Stunden taxieren.

Unsere Freunde Oliver und Tanja bei Fotoarbeiten im Tal.
Caro inmitten mehrerer großer Sandsteinformationen.

Du kannst aber mit mehr Zeit natürlich noch viel weiter explorieren: gehst Du vom Picknick-Pavillon in Richtung des am weitesten südlich gelegenen White Domes in der Ferne gelangst Du in das sogenannte Second Valley of Goblins. Die „Kobolde“ säumen hier einige Canyons rechts und links. Und auch dann geht es noch weiter. Südlich hinter diesem Tal gibt es noch ein drittes – das Third Valley of Goblins. Es gleicht in Größe und Form dem First Valley und ist von keiner Straße und keinem Weg einsehbar.

Tipp: Das Goblin Valley bietet einen der dunkelsten Nachthimmel der Welt und ist bekannt für seinen meist perfekt sichtbaren Sternenhimmel und einen ungetrübten Blick auf die Milchstraße. Die Ranger führen dazu immer wieder interessante Programme und Wanderungen durch. Informiere Dich vorab hier online oder im Visitor Center vor Ort.

Für Drohnenbesitzer und Freunde spektakulärer Luftaufnahmen bietet der Park die Möglichkeit des Erwerbs eines Permits für 10 $. Melde Dich hierfür einfach bei einem Ranger im Visitor Center.

Und wer Lust auf noch mehr Abenteuer in dieser einzigartigen Landschaft hat: Der lokale Anbieter Get In The Wild Adventures aus Hanksville bietet eine auch für Anfänger geeignete etwa vierstündige Canyoneering-Tour in einen Slot Canyon des Goblin Valley an inklusive Abseilen in eine etwa dreißig Meter tief gelegene Höhle:

Das Goblin Valley in Film und Fernsehen

Die außergewöhnlichen und fast unwirklichen Sandsteinformationen des Goblin Valley State Park drängen sich förmlich auf als Kulisse für Film und Fernsehen. So wundert es nicht, dass das Tal eine Hauptrolle in dem Science-Fiction Film Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall mit Tim Allen und Sigourney Weaver von 1999 spielt. Ebenso ist das Goblin Valley im 2011er Fantasy-Drama The Tree of Life mit Brad Pitt und Sean Penn in der Schlußszene zu sehen.

Die Rockband The Killers aus Las Vegas drehte das Musikvideo zu ihrem im Jahr 2008 veröffentlichten Welthit „Human“ komplett im Goblin Valley State Park.

Der Vandalismus-Skandal 2013

Weltweit durch die Presse ging ein Vorfall im Oktober 2013. Am hellichten Tag stürzt ein Mann den riesigen Kopf eines Hoodoos vom Sockel – unter dem Jubel seiner zwei Begleiter. Einer von ihnen filmt und kommentiert das Ganze und stellt das Video ins Internet.

In wenigen Sekunden wird ein über 165 Millionen Jahre erschaffenes Naturmonument von Menschenhand zerstört. Zwei der Männer waren sogenannte Führer bei den Boy Scouts of America, den amerikanischen Pfadfindern und größtem Jugendverband des Landes. Sie wurden selbstverständlich bei den Boy Scouts entlassen und im Januar 2014 von einem Gericht zu Gefängnisstrafen auf Bewährung und Geldstrafen verurteilt.

Fazit

Bist Du in der Gegend um Hanksville in Utah unterwegs und hast mindestens zwei Stunden Zeit lohnt sich der Abstecher zum Goblin Valley definitiv. Der Park ist recht wenig besucht. Umso mehr Abenteuergefühl hast Du bei der Erkundung des Labyrinths aus wundersamen Kreaturen. Für Kinder ist es ein Paradies. Nimm im Sommer auf jeden Fall genug Wasser mit auf deine Exkursion – Temperaturen über 40 Grad sind keine Seltenheit. Gefühlt ist es dann noch heißer. Wir wünschen Dir auf jeden Fall Viel Spaß im „Tal der Kobolde“!

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Über den Autor
Malte
Seit 2001 ist Nordamerika meine große Leidenschaft und ich reise jedes Jahr meist zweimal dorthin. Ob beim Wandern durch die atemberaubende Natur, beim Offroaden durch die Wildnis oder beim Erleben packender Sportveranstaltungen – ich entdecke die Vielfalt des Kontinents immer wieder neu. Über die Jahre sind vor allem der Südwesten der USA und Los Angeles wie eine zweite Heimat für mich geworden.