Caro vor dem Start des Formel 1 Las Vegas Grand Prix auf dem Balkon der Skybox mit der Strecke im Hintergrund.

Formel 1 Las Vegas Grand Prix – Live beim Rennwochenende 2023

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Riesengroß war unsere Freude als wir Anfang des Jahres von Freunden in der Wüstenmetropole eine Einladung zum allerersten Formel 1 Las Vegas Grand Prix erhielten – dem „inaugural race“, wie die Amerikaner es nennen wenn im Sport etwas zum ersten Mal passiert.

Ganz richtig ist das so eigentlich nicht, denn es gab schon zwei Mal Formel 1 Rennen in Las Vegas: 1981 und 1982. Allerdings führte der Kurs damals über den Parkplatz des Caesars Palace und nicht über den ikonischen Strip.

Mitte November war es dann soweit und es war ein noch spektakuläreres Erlebnis als wir uns vorher ausgemalt hatten. Wir nehmen Dich jetzt also mit zum allerersten Rennwochenende der F1 in Sin City. Vorher wagen wir aber noch einen kurzen Blick zurück.

Traum oder Alptraum? Der Strip wird zur Formel 1 Grand Prix-Strecke

So kurzfristig wurde wohl selten eine derartige Großveranstaltung aus dem Boden gestampft. Erst Ende März 2022 gab der seit ein paar Jahren neue Besitzer der Formel 1 Liberty Media bekannt, dass im November 2023 ein weiterer Formel 1 Grand Prix neben Austin, TX und Miami, FL in den USA stattfinden wird: ein Nachtrennen in Las Vegas!

Die „perfekte Ehe von Speed und Glamour“ verkündete Liberty Media-Geschäftsführer Greg Maffei und F1-Geschäftsführer Stefano Domenicali sprach von einem „unglaublichen Moment für die Formel 1“ und „keinem besseren Ort für ein Rennen als die Unterhaltungshauptstadt der Welt“.

Das Track-Layout für die Strecke ist tatsächlich spekakulär: der etwas mehr als sechs Kilometer lange Rundkurs führt zwischen dem Treasure Island und dem Cosmopolitan auf dem Las Vegas Strip vorbei an den bekanntesten Casinos der Glitzerstadt. Auf diesem etwa zwei Kilometer langen Teilstück werden Geschwindigkeiten von über 340 km/h erwartet. Auch das neueste Highlight der Stadt – die Sphere – liegt direkt an der Strecke.

Karte der Strecke des Formel 1 Las Vegas Grand Prix
Formel 1 Las Vegas Grand Prix-Strecke / Quelle: Wikipedia Commons

Für die Errichtung eines permanenten Boxengebäudes und Fahrerlagers an Start und Ziel kaufte Liberty Media ein riesiges Grundstück an der Ecke Koval Lane & Harmon Avenue in zweiter Reihe hinter dem Strip. Preis: mehr als 200 Millionen Dollar. Das größte Boxengebäude der Formel 1 mit Dachterrasse, umlaufendem Balkon und Hospitality-Suiten wird in Windeseile erbaut.

Auch der Asphalt zum Beispiel muss auf der gesamten Strecke und vielen Zuwegen komplett erneuert werden. Insgesamt investiert der Eigentümer knapp eine halbe Milliarde Dollar in die Infrasruktur des Grand Prix. .

Und so standen die Baumaschinen in Las Vegas seitdem nicht mehr still. Sperrungen, Umleitungen und endlose Staus plagten in den letzten Monaten nicht nur die Touristen, sondern vor allem die Einwohner. Wir waren im Juli ein paar Tage in Vegas und haben die Einschränkungen hautnah erlebt.

Tag und Nacht wurde zu der Zeit am Asphalt auf Strip und Koval Lane gearbeitet und das Verkehrschaos war schon wirklich zermürbend. Wie hier in vier Monaten ein Formel 1 Grand Prix stattfinden soll war für uns schwer vorstellbar – trotz des Wissens um die unglaubliche Geschwindigkeit der erfahrenen Las Vegas-Bautrupps.

Unsere Harley-Davidson Street Glide vor der Sphere Las Vegas bei Tag Ende Juli 2023
Sphere im Juli 2023 – hier soll in vier Monaten die Formel 1 Strecke entlangführen
Zweistöckiges Gebäude mit Baugerüst bei Dunkelheit.
im Bau befindliche Hospitality-Suiten an der Koval Lane

Aber: es wurde geschafft! Und bei allen Einschränkungen und Problemen, die dieses Mega-Projekt mit sich bringt darf man nicht vergessen, dass das erste Rennwochenende erwartet unglaubliche 1,2 Milliarden Dollar in die heimische Wirtschaft spülen wird.

Nachdem in der Woche vor dem Rennen noch ein großer Streik von 35.000 Beschäftigten im Gastgewerbe abgewendet werden konnte stand dem Formel 1 Las Vegas Grand Prix und einem einzigartigen Wochenende nun nichts mehr im Wege.

Unsere Anreise

Im August hatten wir ein recht günstiges Angebot gefunden für Flüge in der Premium Economy und für etwas unter tausend Euro pro Person auch gleich gebucht. Am Donnerstag, den 16. November besteigen wir früh morgens in Hannover den Flieger nach Frankfurt, von wo es mittags mit Discover Airlines direkt nach Las Vegas weitergeht.

Unser Flugzeug von Discover Airlines auf dem Rollfeld in Frankfurt
Unsere Sitze in der Discover Airlines Premium Economy nach Las Vegas

Die Premium Economy von Discover ist ein solides Produkt und entspricht von den Sitzen her der Premium Economy der Lufthansa. Wir haben heute eine junge Crew an Board, welche einen freundlich-routinierten Service liefert.

Wir landen pünktlich um kurz vor 15 Uhr Ortszeit in Las Vegas. Der Harry Reid International Airport zeigt sich ganz im Zeichen der Formel 1. Da wir nur mit Handgepäck reisen und dank Global Entry stehen wir keine fünfzehn Minuten nach dem Aussteigen schon vor dem Terminal am Rideshare-Pickup.

Siegerpodest mit Aufschrift " Formel 1 Las Vegas Grand Prix" am Airport.
Großer schwarzer Helm mit Visier auf einem Podest mit Aufschrift "Las Vegas" am Airport.

Wie angekündigt arbeiten die Taxi- und Transportunternehmer an diesem Wochenende mit heftigen Aufschlägen. Unser Uber zum Strip kostet fast 60$ und damit mehr als doppelt soviel wie Normal.

Obwohl der Las Vegas Boulevard und weitere Strassen ab 17 Uhr gesperrt werden ist die Verkehrslage jetzt recht entspannt und so benötigen wir nur etwa 15 Minuten bis zu unserem Hotel, dem Delano (jetzt W Las Vegas). Dieses All-Suite Hotel am südlichen Ende des Las Vegas Boulevard verfügt über mehr als 1.100 Zimmer und ist an das Mandalay Bay Resort angeschlossen.

Unser Schlafzimmer mit großen Fenstern über Eck und Fernseher.
Badezimmer in der Scenic Suite mit Dusche, Badewanne und Waschtisch mit großem Spiegel.

Wir beziehen hier für vier Nächte eine Scenic Suite. Durch Ihre Ecklage bietet Sie auf knapp siebzig Quadratmetern Aussichten in zwei verschiedene Richtungen. Und so blicken wir aus unserem Wohnzimmer auf das Allegiant Stadium und aus unserem Schlafzimmer auf den Strip.

Tickets kaufen für den Formel 1 Las Vegas Grand Prix

Der Formel 1 Las Vegas Grand Prix findet immer am Samstag vor Thanksgiving statt, dem vielleicht wichtigsten Feiertag in den USA. Und dieser ist immer am vierten Donnerstag im November. Das nächste Rennwochenende wird also vom 19. bis 21. November 2026 ausgetragen. Der Ticketverkauf startet meist im April. Eintrittskarten bekommst Du in allen möglichen Variationen und Preisklassen und für alle Tribünen beim offiziellen Partner Ticketmaster*. Auch Hospitality-Pakete kannst Du hier erwerben.

Unsere Hoteltipps Las Vegas

Unsere Hoteltipps Las Vegas führen Dich durch das unglaubliche Angebot der größten Hotelstadt der Welt zu den Häusern mit bestem Preis-Leistungsverhältnis!
Die erleuchteten Bellagio Fountains und die angestrahlten Hotelkomplexe drumherum bei Nacht von unserem Balkon im The Cosmopolitan im 50. Stock aus gesehen, einem unserer Hoteltipps Las Vegas

Freies Training am Donnerstag und das Gully-Fiasko

Nachdem wir uns kurz im Zimmer eingerichtet und frisch gemacht haben brechen wir um 17:30 Uhr auf zur Rennstrecke. Und zwar zu Fuß. Das ist heute und in den nächsten Tagen die unstressigste und kostengünstigste Art sich in Las Vegas zu bewegen.

Wir müssen zur East Harmon Zone in der Nähe des Virgin Hotels. Wir haben die große Ehre die nächsten drei Abende in der „Las Vegas Hospitality Suite“ zu verbringen. Diese ist Teil der zweigeschossigen Skybox hoch über den Tribünen an Start/Ziel und genau gegenüber dem Boxengebäude.

Vom Mandalay Bay Hotel nehmen wir die Tram bis zum Excalibur. Das spart eine Menge Zeit und kostet nichts. Von hier laufen wir hinüber zum MGM Grand und dann die Tropicana Avenue hinunter Richtung Osten. Da die Koval Lane auch für Fußgänger gesperrt ist laufen wir einen Umweg entlang eines riesigen Parkplatzes und Baugeländes und erreichen schließlich über den Kelch Drive die Harmon Avenue und den Eingang zur East Harmon Zone. Etwa 35 Minuten haben wir von unserem Zimmer bis hierher benötigt.

Der Einlass erfolgt USA-typisch schnell und effizient: mobiles Ticket scannen und durch den Metalldetektor laufen. Schon stehen wir auf dem Gelände hinter der riesigen Tribüne. Dutzende Getränke- und Essenstände, ein großer Merchandise-Stand, eine mächtige Bühne und einige fotogene Gimmicks sind hier aufgebaut.

Großes beleuchtetes Formel 1 Las Vegas Grand Prix Logo in der East Harmon Zone
beleuchtetes rotes Londoner Telefonhäuschen hinter der Tribüne.
Überdimensionales Kartenhaus mit den Portraits und Namen der Fahrer.
Blau beleuchtete Eisskulptur mit dem Logo des Grand Prix.

Wir holen uns beim Skybox-Container unsere Bändchen für die Hospitality-Suite und fahren mit dem Aufzug in die oberste Etage der Tribünenkonstruktion. Auf der großen Bühne unten gibt es immer wieder Interviews mit Fahrern, Live-Musik und ein charmant moderiertes Warm-Up Programm.

Blick auf die große Bühne der East Harmon Zone und hunderte Menschen davor.
Blick von der obersten Etage der Tribüne auf die East Harmon Zone
Große Terrasse des obersten Stockwerks der Tribüne und Zugänge zu den Hospitality-Bereichen.
Oberste Etage der Tribüne und Eingänge zur Skybox

Die Las Vegas-Suite ist ein separater Bereich der riesigen Skybox – ein Hospitality-Bereich welcher sich über die gesamte Länge der Tribüne auf den oberen beiden Stockwerken erstreckt.

Selfie von Caro und mir mit dem Treiben in der East Harmon Zone und dem Nachthimmel im Hintergrund.
Caro und ich vor einem Welcome to las Vegas Sign vor dem Eingang zur Suite.

Am Eingang werden wir mit kalten Getränken begrüßt und sind gleich absolut beeindruckt von der stilvollen Atmosphäre. Die komplette Einrichtung und Dekoration ist angelehnt an Vegas‘ Goldene Zeiten des Rat-Pack, sehr gemütlich und edel. Es gibt auf beiden Etagen jeweils eine große Bar und Live Cooking-Stationen, an denen an allen Tagen ein wechselndes opulentes Menü frisch zubereitet wird.

Blick in die Sykbox-Suite mit Tischen und Dekoration.
Glaser auf Tischen und Kronleuchter unter der Decke.
Blumenschmuck auf Tischen und Blick in die Suite.

Von der großen Terrasse draußen vor der Suite schließlich haben wir einen phantastischen Blick auf Start und Ziel, die erste Kurve und das Boxengebäude gegenüber.

Unser Blick auf die erste Kurve und die Sphere im Hintergrund
Blick auf die erste Kurve…
Blick auf die Start-Zielgerade und die beleuchtetetn Hotels am Strip im Hintergrund.
und die Start-Ziel-Gerade mit Boxengasse
Unser Blick auf die Suiten des Paddock Club genau gegenüber.
Die Suiten des Paddock-Club genau gegenüber

Wir sind wirklich sprachlos. Das Interieur und die Atmosphäre sind unglaublich und der Blick auf die Strecke und den Strip im Hintergrund atemberaubend!

Heute sind für 20:30 Uhr und 0:00 Uhr zwei jeweils 60-minütige Freie Trainings angesetzt. Bei bestem Essen und leckeren Drinks warten wir darauf, daß gleich zum ersten Mal Formel 1-Rennwagen diesen neuen Stadtkurs befahren werden. Pünktlich fahren die ersten Autos aus der Boxengasse. Der Sound der Motoren ist mittlerweile recht moderat und tiefer geworden. Das finde ich sehr viel angenehmer als diese unangenehm hohe Frequenz früher.

Wir haben uns jedenfalls gerade so richtig auf das Treiben unter uns eingestellt, als auf der riesigen Video-Leinwand gegenüber ein Ferrari zu sehen ist, aus dessen Heck ein heftiger Funkenschweif schlägt. Der Wagen von Carlos Sainz bleibt danach mitten auf dem Strip stehen und das Training wird unterbrochen.

Relativ schnell ist klar, daß das Auto durch einen nicht richtig verschweißten Gullydeckel beim Überfahren stark beschädigt worden ist. Durch den Ansaugeffekt des F1-Boliden hat sich das „Corpus delicti“ mitsamt der Betoneinfassung aus der Verankerung gelöst. Logische Folge ist, dass nun sowohl der betreffende Gullydeckel repariert als auch alle anderen weit über hundert Deckel kontrolliert werden müssen.

Bei etwa dreißig weiteren Gullydeckeln müssen daraufhin Nachbesserungsarbeiten mit Schnellbeton durchgeführt werden. Über Lautsprecherdurchsagen werden wir regelmäßig über den Stand der Dinge und den weiteren Ablauf informiert.

Irgendwann kommt dann die Info, daß um 2 Uhr der Trainingsstart erfolgen soll – dann mit einer 90-minütigen Session. Auf den Tribünen macht sich etwas Unruhe breit. Wir hier oben im Warmen sind etwas entspannter. Uns geht es ja gut.

Wir wollen warten bis es wieder losgeht. Im weiteren Verlauf wird der Zeitpunkt noch zweimal um jeweils eine Viertelstunde verschoben. Und um 1:10 Uhr wird uns und allen weiteren noch an der Strecke wartenden Zuschauern mitgeteilt, daß wir bis 1:30 „aus organisatorischen Gründen“ das Gelände verlassen müssen.

Dies so kurzfristig mitzuteilen stößt auch bei uns auf Unverständnis. Tatsächlich wird das auch freundlich-streng durchgesetzt und so stehen wir noch etwas perplex um kurz nach halb zwei sprichwörtlich auf der Straße und machen uns zu Fuß auf den Rückweg zum Hotel.

So schauen wir dann noch eine Weile im TV die etwas skurilen Bilder, wie zwanzig Formel 1-Rennwagen durch ein hell erleuchtetes, aber menschenleeres Las Vegas rasen.

Im Nachhinein ist klar, daß die Organisatoren unter dem Druck standen, die Strecke wie geplant in den frühen Morgenstunden wieder für den Berufsverkehr öffnen zu müssen. Tausende sich dann noch auf dem Heimweg befindliche Menschen sind da dann natürlich kontraproduktiv.

Die Schließzeit des Geländes und der Gastronomie um 1:30 Uhr an allen Renntagen war schon immer bekannt. Dass diese trotz der besonderen Umstände definitiv eingehalten wird bzw. werden muss und das Training deshalb auf jeden Fall unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden wird hätte man aber ganz sicher schön viel früher kommunizieren können.

Auf ein Neues: die Qualifying-Nacht am Freitag

Wir lassen uns die gute Stimmung von den etwas unrühmlichen Ereignissen gestern Nacht nicht verderben und bummeln am Vormittag bei schönstem Sonnenschein erstmal über den Strip. Der Fußweg vor dem Bellagio ist durch die große Tribüne versperrt und die andere Straßenseite damit das reinste Nadelöhr – und das schon seit Monaten. Nichts für schwache Nerven!

Das Bellagio Hotel mit der großen Tribüne davor und Autos auf dem Strip.

Der Verkehr rollt aber. Es sind jedoch deutlich weniger Autos unterwegs als normalerweise. Dafür sehr viele Fußgänger. Und die Allermeisten in den entsprechende Farben ihres Lieblingsteams. F1-Merchandising kann man wirklich an jeder Ecke kaufen – und dieses Angebot wird anscheinend gerne angenommen.

LED-Tafel am Strip vor dem Cosmopolitan Hotel mit Karte der Strecke und der verschiedenen Zuschauerzonen.

Die Fußgängerbrücken über den Strip und die Strecke sind mit Security-Leuten besetzt und mit milchig-durchsichtiger Folie abgeklebt. Außerdem sind sie mit einem Netz überspannt, damit nichts auf die Strecke geworfen werden kann.

Fußgängerbrücke mit Sichtschutz und Netz über dem Strip.
Blick auf die Kreuzung Las Vegas Blvd & Harmon Ave

Nach einem kurzen Boxenstopp im Hotel machen wir uns um 17:30 Uhr wieder zu Fuß auf den Weg Richtung East Harmon Zone. Heute ist schon etwas mehr los. Der Weg ist aber wirklich entspannt und nach einem wieder schnellen Einlaß befinden wir uns abermals mitten im Trubel.

Hunderte Menschen vor der großen Bühne und beleuchtete Stadt im Hintergrund.
East Harmon Zone-Bühne
Tribüne von hinten mit großem Schriftzug East Harmon Zone.
Ende der Tribüne und Paddock im Hintergrund.
Dekoelement in der Suite mit Las Vegas Logo und Aufschrift "inaugural Race 2023"

In der Skybox werden wir auch heute wieder sehr nett empfangen, suchen uns einen Tisch und erfreuen uns an den kulinarischen Köstlichkeiten, die frisch vor unseren Augen zubereitet werden.

Für 20:30 Uhr ist die letzte 60-minütige Trainingseinheit angesetzt. Pünktlich gehen die ersten Autos auf die Strecke. Und heute verläuft alles reibungslos, sodass erstmals echte Rennatmosphäre aufkommt.

Blick über die vollbesetzte Tribüne und die Zielgerade.
Formel 1 Bolide in der ersten Kurve und beleuchteter Strip im Hintergrund.

Um Mitternacht beginnt das Qualifying und damit der bisherige Höhepunkt des Formel 1 Las Vegas Grand Prix Rennwochenendes. Die Tribüne unter uns ist jetzt bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Modus mit den drei Qualifying-Phasen macht das Ganze wirklich spannend und es herrscht keine Sekunde Langeweile.

Unser Blick auf die Formel 1 Rennwagen auf der Strecke und die Boxengasse.

Die beiden Ferraris dominieren durchgehend, sehr zur Freude der allermeisten einheimischen Zuschauer um uns herum. Max Verstappen hatte sich in den letzten Tagen mit etwas herablassenden Äußerungen über Las Vegas durchaus unbeliebt gemacht. So sind seine Sympathiewerte hier heute bei allen Nicht-Red Bull-Fans auf dem Tiefpunkt.

Charles Leclerc holt also die Pole Position vor seinem Teamkollegen Carlos Sainz. Da sein Wagen allerdings gestern durch den Gullydeckel so stark beschädigt wurde, daß Teile ausgetauscht werden mussten, die sanktionslos nur zweimal pro Saison getauscht werden dürfen, erhält er eine Startplatz-Strafe und muss morgen zehn Plätze weiter hinten starten.

Unser Blick auf einen Wagen in der ersten Kurve und die Sphere im Hintergrund.

Max Verstappen wird nur Dritter, rückt durch Sainz‘ Strafe aber eine Position vor und startet morgen dadurch von Platz 2. Niemand um uns herum gönnt ihm das. Und wir auch nicht.

Die Abreise vom Gelände verläuft auch heute wieder zügig und gut organisiert. Als Fußgänger ist man wieder deutlich am schnellsten unterwegs. Die vielen Mitnahme-Angebote der Taxis und Uber schlagen wir daher dankend aus. Wir nehmen noch einen Absacker an einer der vielen Bars im Mandalay Bay und gehen gegen 3 Uhr glücklich, zufrieden und voller Vorfreude auf morgen ins Bett.

Spannung bis zur letzten Sekunde: das Rennen am Samstag

Wir schlafen etwas länger, um angemessen fit zu sein für das Highlight des Rennwochenendes: den Grand Prix unter Flutlicht vor der phantastischen Kulisse der Glitzermetropole. An jeder Ecke spürt man nun die Vorfreude. Wir frühstücken ausgiebig und machen uns dann langsam fertig für den Abend. Ein kurzer Drink im Sports Book des Mandalay Bay muss auch noch sein.

Dutzende Fernseher mit Sportveranstaltungen in der Sports Bar des Mandalay Bay
Mandalay Bay Sports Book

Etwas früher als die Tage zuvor machen wir uns auf den altbekannten Weg: mit der Tram bis zum Excalibur und dann am MGM Grand vorbei die Tropicana Avenue hoch. Las Vegas zeigt sich heute wieder von seiner besten Seite:

Blick auf Exclibur, Luxor und Mandalay Bay Hotel bei Nacht
Kreuzung Tropicana & Las Vegas Boulevard bei Nacht mit grün erleuchtetem MGM Grand Hotel.
New York New York Hotel mit Freiheitsstatue davor.

Pünktlich zum Einlaß um 18 Uhr wollen wir dort sein, um gerade heute den bestmöglichen Tisch für uns und unsere Freunde zu ergattern. Und das gelingt uns auch: wir sind fast die Ersten auf dem Gelände.

Rot erleuchtete Segel über einem Heineken Stand.
Große Bühne der East Harmon Zone mit nur einer Handvoll Menschen davor.
Unser Tisch in der Skybox-Suite mit Flaschen und Gläsern.

Recht bald ist unsere Runde wieder komplett. Uns kommt es fast schon normal vor, sich jetzt hier jeden Abend um 18 Uhr zu treffen. Wir sind aber natürlich alle sehr demütig und wissen um das Privileg, dieses unglaublich tolle Ambiente und dieses einzigartige Event hier erleben zu dürfen.

Das Essen ist auch heute wieder sensationell gut. Die Crew an der Bar und im Service kennt uns jetzt am dritten Abend natürlich auch schon sehr gut und versorgt uns auf allerhöchstem Niveau.

Heute liegt wirklich ein ganz besonderes Kribbeln in der Luft und die Vorfreude auf das Highlight des Wochenendes bei ausnahmslos allen Anwesenden entsprechend groß.

Caro auf dem Balkon der SKybox mit Blick auf die erste Kurve und der Sphere im Hintergrund.
Caro auf dem Balkon der Skybox

Die Tribünen sind heute sehr viel früher voll als an den vorherigen Tagen. Wir machen noch einen kurzen Gang über das Gelände, bevor auch wir uns unseren Platz auf dem Balkon sichern müssen.

Blick auf die Strecke von unterhalb der großen vollbesetzten Tribüne.
Unsere Tribüne mit den Balkonen der Skybox ganz oben
Formel 1 Rennwagen in der ersten Kurve in Las Vegas.

Pünktlich zur Fahrer-Parade sind wir wieder oben. Jeder Pilot dreht in einem Oldtimer seine Runde über die Strecke. Besondere Zuneigung der Zuschauer erfahren heute wieder die beiden jungen Männer ganz in Rot vom Team Ferrari. Max Verstappen ist aus geschilderten Gründen weniger gut gelitten. Nach der Einführungsrunde stehen alle Boliden pünktlich um 22 Uhr am Start.

Formel 1 Rennwagen kurz vor Start auf der Strecke mit Paddock Club im Hintergrund.
Startaufstellung vor dem Formel 1 Las Vegas Grand Prix

Das Rennen beginnt so spektakulär, wie wir es alle erhofft haben: Verstappen kommt etwas besser weg, verzögert aber in der ersten Kurve genau unter uns einen Tick zu spät und nimmt den neben ihm fahrenden Leclerc mit in die Auslaufzone. Dafür bekommt er später eine 5-Sekunden-Strafe. Auch Alonso und Sainz legen Dreher hin, worauf weitere kleine Kollisionen folgen. Eine virtuelle Safety Car-Phase gibt den Streckenposten die Zeit, kleinere Trümmerteile von der Strecke zu räumen.

Formel 1 Rennwagen in der ersten Kurve und Sphere im Hintergrund.
Zuschauer neben uns auf dem Balkon der Skybox ober halb der Strecke.

Es folgt ein unglaublich spannendes Rennen mit vielen Führungswechseln, zwei Safety-Car-Phasen, unzähligen Überholmanövern und der Rennentscheidung in letzter Sekunde. Wow, das hat so sicherlich niemand erwartet! Verstappen gewinnt schließlich vor Leclers und seinem Teamkollegen Sergio Perez.

Zielflagge auf der Sphere  und Strecke im Vordergrund.
Podium mit ersten drei Fahreren als Anzeige auf der Sphere.

Max Verstappen singt beim Überfahren der Ziellinie „Viva Las Vegas“ und sagt hinterher, dass er unheimlich viel Spaß hatte und sich freue nächstes Jahr wiederzukommen. Das ist doch versöhnlich. Und auch die Experten sind sich schnell einig, dass der Formel 1 Las Vegas Grand Prix das spannendste Rennen der Saison war.

Die drei Erstplatzierten fahren gut gelaunt im Rolls Royce nach Abstellen Ihrer Autos zum Bellagio. Hier werden Sie vor Vegas-typischer Kulisse interviewt, was genau die Bilder produziert, wofür hier so viel Geld ausgegeben wurde. Die Siegerehrung findet dann wieder vor dem Paddock-Building und damit genau vor unseren Augen statt.

Siegerehrung nach dem Rennen mit spektakulärer Lightshow auf der Strecke.
Siegerehrung

Ein absolut spektakuläres Feuerwerk vor der grandiosen Kulisse des Las Vegas Strip beschließt letztlich um kurz nach Mitternacht einen unvergesslichen Abend und eine grandiose Nacht.

Feuerwerk über dem Paddock-Building vor dem beleuchteten Strip.
Feuerwerk nach dem Rennen über dem Strip.
Rauchscwaden über dem Boxengebäude und Feuerwerk über der Stadt und der Sphere.

Um 1:30 Uhr wird auch heute wieder das Gelände geschlossen. Solange bleiben wir natürlich noch und fahren dann mit dem Uber zum unschlagbaren Kurs von 25$ wieder zurück zum Mandalay Bay Hotel. In der Rhythm & Riffs Bar inmitten des Casinos lassen wir in geselliger Runde ein absolut unglaubliches Wochenende ausklingen und fallen um 6 Uhr morgens todmüde aber glücklich ins Bett.

Unsere Freunde und wir auf dem Balkon der Skybox vor der Kulisse der Grand Prix Strecke.
Wir mit unserem Uber und Fahrer auf dem Parkdeck des Mandalay Bay.

Vielen Dank an die Beste aller Party-Crews und auf ein Neues hoffentlich sehr bald in der geilsten Stadt der Welt!

Hangover: der Tag nach dem Grand Prix auf dem Strip

Ein paar Stunden Schlaf gönnen wir uns. Aber wir wollen an unserem letzten vollen Tag in Vegas natürlich auch noch etwas erleben. Deshalb geht es bei schönstem sonnigen Wetter nach dem Frühstück auf den Strip. Die Beine sind noch etwas schwer, aber das ist bei der lockeren Atmosphäre überall heute schnell vergessen.

Schild des New York New York Hotels am Strip und Wasserspiele davor.
Toshiba Plaza
Blumeninstallation im Bellagio
Bellagio Gardens

Wo vor ein paar Stunden noch die Formel 1-Boliden um die Strecke geflogen sind, rollt nun wieder ganz normal der Verkehr. Vorbei am Nadelöhr beim Bellagio kommen wir bald zum Mirage Hotel. Hier steht die zweite Zuschauertribüne auf dem Strip:

Autos auf dem Strip vor leerer Tribüne und dem Mirage Hotel im Hintergrund.

Im Venetian Resort befindet sich das große offizielle Formel 1 Merchandise-Geschäft: ein PopUp-Store namens F1 Las Vegas Hub. Den schauen wir uns natürlich auch an. Vor dem Eingang ist eine lange Schlange und wir bekommen den Tipp, einen Hintereingang für schnelleren Einlaß zu benutzen. Das funktioniert auch super. Der Laden ist wirklich riesig und jedes Team ist mit einer bunten Kollektion hier vertreten.

Blick in den F! Las Vegas Hub mit vielen Menschen und Ständen der Teams.
F1 Las Vegas Hub

Im Waterfall Atrium des Venetian Resorts steht vor dem bekannten LOVE-Schriftzug aus gegebenem Anlaß natürlich auch ein Formel 1-Rennwagen:

Formel 1 Bolide im Atrium vor Wasserfall und Love-Schriftzug.
Venetian Waterfall Atrium

Vom langen Fußweg hierher sind unsere Beine doch recht schwer und so fahren wir vom Harrah’s Hotel zurück mit der Monorail. Endstation ist das MGM Grand. Dies war das erste Hotel, in dem wir jemals in Las Vegas gewohnt haben. Das war 2006.

Auf dem Weg durch das riesige Casino zurück auf den Strip schwelgen wir in entsprechend nostalgischen Erinnerungen. Auch hier sind natürlich wieder Formel 1-Rennwagen ausgestellt: einer in der Lobby und ein weiterer mitten im Casino.

Red Bull Formel 1 Rennwagen in der Lobby des MGM Grand.
MGM Grand Lobby
Formel 1 Rennwagen im Casino des MGM Grand.
MGM Grand Casino

Mittlerweile ist es 17 Uhr und die Sonne untergegangen. Die Anstrengungen der letzten drei Tage und die extrem langen Nächte stecken uns jetzt doch ganz schön in den Knochen.

Autos auf dem Strip vor dem erleuchteten New York New York Hotel.

Deshalb gehen wir zurück ins Hotel, essen im House of Blues noch eine Kleinigkeit, nehmen einen Abschieds-Drink an der Bar, packen unsere Sachen in die Handgepäck-Trolleys und fallen todmüde ins Bett.

Die Abreise

Schnell kehrt wieder Normalität ein in Las Vegas. Heute morgen ist es gleich weit weniger trubelig als in den letzten Tagen. Und auch die Preisaufschläge für das Uber sind Vergangenheit. Wir zahlen wieder die normalen 25$ für die Fahrt zum Flughafen.

Hier kommt man wie gewohnt mit den Massen an abzufertigenden Passagieren gut zurecht und wir besteigen pünktlich unseren United-Flieger nach Denver, von wo es dann mit der Lufthansa zurück nach Frankfurt geht. Bei schönstem Sonnenschein haben wir auf dem kurzen Flug tolle Ausblicke auf die Wahweap Marina des Lake Powell bei Page, die Bullfrog Marina kurze Zeit später und schließlich auf die Rocky Mountains.

Blick aus dem Flugzeug auf die Wahweap Marina des Lake Powell
Lake Powell
Blick aus dem Flugzeug auf die schneebedeckten Gipfel der Rocky Mountains
Rocky Mountains

Fazit

Wow – was für ein grandioses Wochenende! Der allererste Formel 1 Las Vegas Grand Prix war ein Once-in-a-Lifetime-Erlebnis, für das wir unglaublich dankbar sind. Welch einzigartige Veranstaltung die Stadt hier in kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat ist wirklich mehr als respektabel.

Die Einschränkungen im Vorfeld für Einheimische und Besucher sind sicher ärgerlich gewesen. Ich denke aber, dass die meisten davon der Premiere geschuldet waren und sich dies in den nächsten Jahren dann schon ganz anders darstellt.

Auch die anfangs unglaublich hohen Ticket- und Übernachtungspreise haben sich kurz vor der Veranstaltung einem Niveau genähert, welches letztlich vertretbar erscheint. Das Rennen selber war das spannendste der ganzen Saison, was auch an dem Track-Design liegt. Das hätte vorher auch kaum jemand für möglich gehalten.

Wir haben unseren 5-Tages-Trip hierher nicht bereut und würden jederzeit wiederkommen für dieses spektakuläre Event.

Übrigens: laut offiziellem Abschlußbericht hat das Rennen 145.000 Besucher nach Las Vegas gebracht, welche an diesem Wochenende über 560 Millionen US-Dollar in der Stadt ausgegeben haben – pro Person also im Durchschnitt 4.100 $. Ist es das wert? Aus meiner Sicht: Ja!

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Im Vordergrund die beleuchtete Sphere, dahinter der Strip und der STratosphere Tower bei unserem Helikopterflug Las Vegas Strip bei Nacht.

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Über den Autor
Malte
Seit 2001 ist Nordamerika meine große Leidenschaft und ich reise jedes Jahr meist zweimal dorthin. Ob beim Wandern durch die atemberaubende Natur, beim Offroaden durch die Wildnis oder beim Erleben packender Sportveranstaltungen – ich entdecke die Vielfalt des Kontinents immer wieder neu. Über die Jahre sind vor allem der Südwesten der USA und Los Angeles wie eine zweite Heimat für mich geworden.

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