Zweistöckiges weißes Hauptgebäude der Evergreen Plantation aus Django Unchaines mit geschwungenen Treppen.

Die Evergreen Plantation aus „Django Unchained“

Wer unseren Reiseblog ein bisschen verfolgt weiß, dass wir große Tarantino-Fans sind. Nur etwa eine Autostunde westlich von New Orleans liegt für uns deshalb ein absolutes Highlight: die Evergreen Plantation – eine der am besten erhaltenen und historisch bedeutendsten Plantagen der USA und Drehort von Django Unchained.

Weißes Haupthaus mit Veranda und geschwungenen Treppen. Davor grüner Rasen.
Lange Allee mir holzhütten der Sklaven links und rechts daneben.

Warum die Evergreen Plantation aber nicht nur für Film-Fans einen Besuch wert ist erfährst Du jetzt hier in unserem Artikel.

Lage der Evergreen Plantation

Die Evergreen Plantage liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen New Orleans und Baton Rouge am Westufer des Mississippi. Die sogenannte River Road – der Louisiana Highway 18 – führt hier über etwa 110 Kilometer entlang des Flusses. Auf beiden Seiten des Mississippi liegen hier ein Dutzend weiterer alter Plantagen, so auch die bekannte und vielbesuchteOak Alley Plantation. Daneben säumen auch einige Kraftwerke den Weg, was der Straße den unrühmlichen Beinamen Cancer Alley eingebracht hat.

Geschichte der Plantage

Die Evergreen Plantation wurde 1790 gebaut, im Jahr 1832 renoviert und ist heute eine der ganz wenigen Plantagen, die noch in einem nahezu originalgetreuen Zustand existieren. Ihre Architektur, das prächtige Herrenhaus und die Allee aus jahrhundertealten Eichenbäumen sind absolut beeindruckend.

Eichenallee mit den hözernen Sklavenhütten rechts und links eines unbefestigten Weges.
Eichenallee mit den 22 ehemaligen Sklavenhütten

Auf der Plantage wurde vom ersten Tag an Zuckerrohr angebaut – ein Geschäft, das zu dieser Zeit in Louisiana boomte. Doch wie die meisten Plantagen im amerikanischen Süden war auch Evergreen von der Sklaverei geprägt. Bis zum Ende des Bürgerkriegs arbeiteten hier etwa 400 versklavte Menschen.

Rückseite des zweigeschossigen Herrenhauses mit prachtvollem Garten davor uns Statue in der Mitte.
Rückseite des Herrenhauses

Nach dem Bürgerkrieg änderte sich alles auf Evergreen. Die Sklaverei wurde abgeschafft, und viele ehemals versklavte Menschen blieben als Arbeiter oder Pächter. Die Wirtschaft von Louisiana veränderte sich, doch Evergreen blieb eine Zuckerrohr-Plantage und eine Art Zeitkapsel. Während viele Plantagen verfielen, wurde Evergreen in den 1940ern nochmals umfassend restauriert und bekam schließlich 1992 sogar den Status eines Nationalen Denkmals.

Auf dem Gelände stehen bis heute 37 Gebäude, wovon alle bis auf acht vor dem Bürgerkrieg erbaut wurden. Von besonderer Bedeutung sind hier die 22 vollständig erhaltenen Sklavenhütten entlang der Eichenallee – eine seltene und damit sehr wertvolle Erinnerung an die dunklen Kapitel der amerikanischen Geschichte.

Holzhütten mit kleiner Veranda unter majestätischen Eichen

Das prächtige Anwesen mit seiner geschwungenen Treppe und seinem historischen Flair macht die Plantage natürlich zu einer beliebten Filmkulisse. Quentin Tarantino – der Meister des künstlerischen Blutvergießens und der schrägen Dialoge – hat die Evergreen Plantation ein für alle Mal unsterblich gemacht, als er sie als Drehort für sein cineastisches Meisterwerk Django Unchained auswählte. Sie bildet den perfekten Hintergrund für eine Geschichte über Rache, Freiheit und die dunkle Seite des amerikanischen Südens.

Die Evergreen Plantation als Kulisse für Tarantinos „Django Unchained“

Django Unchained aus dem Jahr 2012 ist ein Western der etwas anderen Art. Tarantino nimmt uns mit in die Zeit der Sklaverei im amerikanischen Süden – und mischt das Ganze mit einem guten Schuss Action und schwarzem Humor. Django, gespielt von Jamie Foxx, ist ein ehemaliger Sklave, der sich mit dem deutschen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) zusammentut.

Die beiden verfolgen das Ziel, Djangos Frau Broomhilda (Kerry Washington) aus den Händen des brutalen Plantagenbesitzers Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) zu befreien. Die Geschichte nimmt uns mit auf eine Reise voller Rache, Wut und einer ordentlichen Portion Gerechtigkeit – Tarantino-Style eben.

Christoph Waltz gewann im Februar 2013 für seine Rolle als Dr. Schultz den Oscar als bester Nebendarsteller und Quentin Tarantino für das beste Originaldrehbuch. Bei IMDb ist Django Unchained mit einer Bewertung von 8.5/10 unter den 60 besten Filmen aller Zeiten. Weltweit spielte er mehr als 400 Millionen Dollar an den Kinokassen ein.

Nun aber zur Evergreen Plantation und ihrer Rolle in diesem modernen Klassiker: auf der Suche nach den Brittle Brothers kommen Django und Schultz auf die Plantage von Big Daddy (gespielt von Don Johnson). Die beiden reiten durch das Tor der Evergreen Plantation auf das markante Herrenhaus zu, wo Big Daddy die Beiden schon argwöhnisch erwartet.

Die beiden geschwungenen Treppen zur Veranda im ersten Stock des Herrenhauses.
Das schwarze schmiedeeiserne Tor zur Plantage

Die folgende Flashback-Szene, in der Djangos Frau Broomhilda von einem der Brittle Brothers ausgepeitscht wird, ist an den ehemaligen Sklavenhütten entlang der Eichenallee hinter dem Haupthaus gedreht worden. Und auch die Szene danach, in der Django den wiedererkannten Bösewicht „zur Rede“ stellt, ist auf dem Gelände hinter dem Haupthaus gedreht worden:

kleines weißes Gebäude in grünem Garten mir Eíche daneben.
große grüne Rasenfläche mit Bäumen und Sträuchern.
großer Baum mit Trauerweide hinter dem Herrenhaus.
Die Eichenallee mit unbefestigtem Weg in der Mitte
Die Eichenallee mit unbefestigtem Weg in der Mitte
Alte Holzhütte zwischen Bäumen.
Alte Sklavenhütten mit kleiner Veranda

Wenn Du den Film gesehen hast fragst Du Dich jetzt wahrscheinlich, wo denn das Candyland des von Leonardo DiCaprio eindrucksvoll gespielten Plantagenbesitzers Calvin Candie steht, in dem der Goßteil des Endes von Django Unchained spielt. Im Prinzip auch genau hier!

Die Außenkulisse wurde auf den riesigen Zuckerrohrfeldern hinter der Evergreen Planation extra für den Film errichtet – und in der Schlußszene gesprengt. Die Zuckerrohrfelder wurden für die Dreharbeiten zu Baumwollfeldern umdekoriert. Dafür wurden Fava-Bohnen-Pflanzen angebaut und die Köpfe mit Baumwolle verkleidet. Die Innenaufnahmen erfolgten in aufwendig und detailgetreu erschaffenen Kulissen in den Second Line Stages in New Orleans.

Geführte Tour über die Evergreen Plantage

Bis zur Corona-Pandemie konnte man die Evergreen Plantation ganz normal besuchen und an einer geführten Tour teilnehmen. Seitdem ist die Plantage für den Publikumsverkehr leider geschlossen. Die Lizenz für Führungen über das Gelände wurde an einen lokalen Anbieter übergeben. Dieser bietet aktuell eine private sechsstündige Tour ab New Orleans durch die Gebäude und über das Gelände der Plantage an.

Der Preis ist allerdings sehr hoch: die Tour kostet fast 1.500€ und ist für maximal vier Personen. Sollte Dich das nicht abschrecken kannst Du die Tour hier* über den Anbieter Viator* buchen.

Esszimmer im Innenbereich des Herrenhauses
Küche mit Spüle im Herrnhaus
Gebäude und Areal links des Herrenhauses.
kleines weißes Haus mit Säulen in Gartenanlage mit grünen Hecken.

Wir hatten im März 2014 (ziemlich genau zwei Jahre nach den Dreharbeiten) das Glück, die Plantage für deutlich weniger Geld anzuschauen. Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir um die 100 Dollar bezahlt. Dafür gab es eine Führung durch die Räume des Herrenhauses, über das umliegende Gelände und vor allem zu den 22 Sklavenhütten entlang der Eichenallee, die wir auch von innen besichtigen konnten.

Das ikonische Herrenhaus und das Eingangstor kann man übrigens auch von der Straße aus sehen, einen wirklichen Halteplatz für Dein Auto gibt es allerdings nicht und so reicht es nur für einen schnellen Blick im Vorbeifahren.

Blick durch das Tor auf das Herrenhaus in der Distanz.
Blick von der Straße aus

Fazit

Die Evergreen Plantation ist wirklich absolut sehenswert und wir sind froh, sie noch für kleines Geld besucht zu haben. Für den heutigen Preis einer Führung über das Gelände und durch die Gebäude muss man schon ein sehr eingefleischter Geschichts- oder Tarantino-Fan sein.

* Affiliate Link

Über den Autor
Malte
Seit 2001 ist Nordamerika meine große Leidenschaft und ich reise jedes Jahr meist zweimal dorthin. Ob beim Wandern durch die atemberaubende Natur, beim Offroaden durch die Wildnis oder beim Erleben packender Sportveranstaltungen – ich entdecke die Vielfalt des Kontinents immer wieder neu. Über die Jahre sind vor allem der Südwesten der USA und Los Angeles wie eine zweite Heimat für mich geworden.

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