Dieses Bild zeigt unseren Jeep Wrangler auf dem Dome Plateau bei Moab, UT

Offroad-Abenteuer Dome Plateau

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Anspruchsvolle 4×4 Tour zum La Boca Arch, den Höhlen von Caves Spring und den verlassenen Minen des Owl Draw Mining Camp

Wir haben in den letzten Jahren schon so viele Tage in Moab verbracht, dass es irgendwann auch ziemlich ausgefallene Ziele in unsere Reiseplanung schaffen. So wie das Gebiet des Dome Plateau, welches vor allem zur jährlichen Easter Jeep Safari viele Offroad-Enthusiasten anzieht, ansonsten aber wenig besucht ist. Die riesige Hochebene erstreckt sich zwischen der östlichen Grenze des Arches National Park und der Dewey Bridge nördlich des Colorado River.

Vorweg sei gesagt, dass diese Tour nur mit einem geeigneten Fahrzeug und einem erfahrenen Fahrer durchgeführt werden sollte. Ein echter Allradantrieb mit Geländeuntersetzung und hohe Bodenfreiheit sind absolut unerlässlich. Auch solltest Du Kenntnis davon haben, wann Du wie welche technischen Hilfsmittel des Fahrzeuges einsetzt.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, erwartet Dich eine herausfordernde Offroad-Tour durch eine abgeschiedene und einsame Gegend Utahs mit einigen Arches, Höhlen, schönen Cliffs aus hellem Entrada-Sandstein und einer verlassenen Miene. Das Highlight ist sicherlich der beeindruckende La Boca Arch, den man von allen Seiten erforschen kann.

Wir sind bei unserem Abenteuer hier erst ganz am Ende der Tour in der Nähe des Highways wieder einem anderen Menschen begegnet. Man sollte also für den „worst case“ einer Autopanne (wie immer) gut vorbereitet sein. Außerdem empfehlen wir, sich genau an die Route zu halten oder ein GPS-Gerät mit topographischer Karte mitzuführen. Es gibt vor allem im zweiten Teil der Route ein ganzes Netz von Dirtroads dort oben. Wenn Du den Weg nicht genau kennst kannst Du schnell die Orientierung verlieren.  

In the spring, at the end of the day, you should smell like dirt. – Margaret Atwood

Nun lasst uns das Gebiet aber erkunden! Die Zufahrt zum Dome Plateau befindet sich etwas mehr als 30 Meilen nordöstlich von Moab am Highway 128 – dem Colorado River Scenic Byway. Von Moab kommend überqueren wir mit unserem Jeep Wrangler den Fluß über die Dewey Bridge und biegen unmittelbar danach in die links abgehende Gravel Road ein. Sobald der Asphalt verlassen ist, stellen wir den Meilenzähler unseres Autos auf Null.

Dieses Bild zeigt unseren Jeep Wrangler auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Unser Jeep Wrangler von Alamo …
Dieses Bild zeigt unseren Jeep Wrangler auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
… auf den ersten Metern der Tour

Der erste Teil der Route führt über privates Land. Selbstverständlich verhalten wir uns hier respektvoll und bleiben auf den Wegen. Es geht langsam bergauf. Nach einer halben Meile beginnt ein Abschnitt mit einigen Felsstufen. Die ersten führen herunter, die nächsten gleich darauf wieder hinauf. Im weiteren Verlauf wechseln sich felsige und Slickrock-Abschnitte ab. Wir kommen nur langsam voran.

Dieses Bild zeigt unseren Jeep Wrangler auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Felsstufen ab Meile 0.5
Dieses Bild zeigt Sandsteinformationen auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Sandsteinformation entlang der ersten Meile
Dieses Bild zeigt unseren Jeep Wrangler auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Anstieg abwechselnd über Slickrock …
Dieses Bild zeigt unseren Jeep Wrangler auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
… und über Felsstufen

Bei Meile 1.2 kommen an ein Gate, das wir wie immer so hinterlassen wie wir es vorgefunden haben. Kurz danach haben wir einen wunderschönen Blick von oben auf die Dewey Bridge und den Colorado River. Wir sehen jetzt, wie weit wir uns schon mit dem Jeep nach oben gearbeitet haben.

Dieses Bild zeigt den Blick vom Dome Plateau auf den Colorado River bei Moab, Utah
Blick auf den Colorado River …
Dieses Bild zeigt den Blick vom Dome Plateau auf die Dewey Bridge über den Colorado River bei Moab, Utah
… und die Dewey Bridge

Die schlimmsten Felsstufen sind bei Meile 1.5 erstmal überstanden. Wir halten uns hier links. Rechts führt ein Abzweig zu einer riesigen Alkove im Felsen. Bei Meile 2.8 zweigt ein Weg rechts ab zum 2010 zusammengefallenen Arrowhead Arch. Falls Du Dich entscheidest den kleinen Abstecher zu machen, hast Du hast Du am Ende der Sackgasse einen guten Blick. Zurück auf der „Hauptstrasse“, von der wir abgebogen sind, stellen wir den Meilenzähler wieder auf Null. Die weitere Strecke bis zum La Boca Arch geht dann so:

  • Meile 0.6 – Rechts sehen wir in einiger Entfernung einen Arch, der den Namen Squaw Window trägt. Dieser steht passenderweise in einem Gebiet namens Squaw Park mit wunderschönen farbigen Felsen aus Entrada-Sandstein. Außerdem haben wir einen tollen Blick auf die bisher zurückgelegte Strecke.
Dieses Bild zeigt das Squaw Window auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Das Squaw Window …
Dieses Bild zeigt den Squaw Park auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
… im wunderschönen Squaw Park
  • Meile 1.0 – Wir halten uns links.
  • Meile 1.1 – Die aus meiner Sicht kniffligste Stelle der gesamten Tour liegt vor uns: der sogenannte „Again-and-Again-Hill“. Sehr steil geht es hier hinab in denYellow Jacket Canyon. Wir inspizieren den Abstieg erstmal zu Fuß, um den besten Weg hinunter zu finden. Ein Fahrfehler wird hier vermutlich nicht verziehen. Ich entscheide mich schließlich für eine links ansetzende S-Kurve. Heil unten angekommen geht es dann gleich wieder hinauf. Die Fotos unten geben die haarsträubende Realität des Abhangs übrigens nicht ganz wieder. Weiter geht es auf nun meist sandigem Untergrund.
Dieses Bild zeigt den Again-and-again-Hill auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Der „Again-and-again-Hill“ bei Meile 1.1
Dieses Bild zeigt den Again-and-again-Hill auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Geschafft!
  • Meile 2.7 – Wir kommen an eine Kreuzung und fahren geradeaus.
  • Meile 3.5 – Es geht hinab in einen kleinen Canyon. Heraus nehmen wir die rechte Spur. Im weiteren Verlauf wird die Strecke ab Meile 5.0 wieder etwas felsiger.
  • Meile 5.3 – Wir erreichen eine Kreuzung (an die wir später wieder zurückkehren werden) und fahren geradeaus.
  • Meile 5.4 – an der Gabelung dreier Wege fahren wir rechts.
  • Meile 5.6 – Hier ist meiner Meinung nach für ein Fahrzeug mit Strassenbereifung Schluss. Vor uns geht es einen Hügel hinunter, an dessen oberem Ende eine Felsstufe mit hohem vertikalen Versatz liegt. Hinunter zu fahren wäre nicht das Problem, aber man muss hier auch wieder hinauf und das ist aus meiner Sicht nur mit Offroad-Reifen risikolos möglich. Das ist aber nicht tragisch, der La Boca Arch ist nur noch einen kurzen Fußmarsch entfernt.
Felsstufe bei Meile 5.6

Wir parken also unseren Wagen in der kleinen „Parkbucht“ und laufen die restlichen knapp 0,2 Meilen in der Jeep-Spur zum La Boca Arch. Dieser beeindruckende Sandsteinbogen ist weniger bekannt als viele seiner berühmteren Pendants im nahegelegenen Arches National Park, bietet jedoch eine ebenso faszinierende Kulisse.

Dieses Bild zeigt den La Boca Arch auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
La Boca Arch
Dieses Bild zeigt den La Boca Arch auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah von innen
Größenvergleich: ich im Felsbogen

Wir klettern erst in ihn hinein und haben durch das natürliche Fenster einen tollen Blick über die endlose Weite des Plateaus und auf die La Sal Mountains im Hintergrund. Der Felsbogen spendet natürlich auch wohltuenden Schatten für ein verdientes Picknick. Danach steigen wir noch hinter den Arch, wo sich ebenso tolle Fotomotive bieten. Erst zurück in Deutschland haben wir übrigens entdeckt, dass es mit dem kleineren (und ziemlich versteckten) Harold’s Arch noch einen zweiten Steinbogen ganz in der Nähe gibt. 

Dieses Bild zeigt den Blick durch den La Boca Arch auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Blick durch den Arch auf die La Sal Mountains
Dieses Bild zeigt den La Boca Arch auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah von hinten
Der La Boca Arch von hinten

Wir fahren jetzt zurück zu der großen Kreuzung, an der wir vorhin bei Meile 5.3 schon waren und stellen den Meilenzähler wieder auf Null. Dann biegen wir links ab und fahren nun auf einer einfachen sandigen Dirt Road.

Dieses Bild zeigt unseren Jeep auf der Fahrt zur Caves Spring auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Fahrt zur Caves Spring
Dieses Bild zeigt die Höhlen bei Caves Spring auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Die Höhlen bei Caves Spring
  • Meile 2.6 – Wir erreichen Caves Spring und die Höhlen, welche links von uns liegen. Die kleine, geschützte Wasserquelle war schon vor Jahrhunderten Lebensgrundlage für die Ureinwohner. Die Höhlen rund um die Quelle zeugen noch immer von dem Leben zu dieser Zeit. Nach der Erkundung halten wir uns rechts und fahren weiter in nordöstliche Richtung. Wir haben bald einen guten Blick auf einen markanten Felsen.
Dieses Bild zeigt die Landschaft an der Caves Spring auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Weiterfahrt in nördöstliche Richtung …
Dieses Bild zeigt die Landschaft an der Caves Spring auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
… auf diesen markanten Felsen zu
  • Meile 3.7 – Die rechts abgehende Spur ignorieren wir und fahren weiter geradeaus.
  • Meile 4.1 – Wir überfahren ein Cattle Guard.
  • Meile 4.4 – Ein kleiner felsiger Anstieg ist zu bewältigen. Gleich danach biegen wir links ab und fahren dann weiter über Slickrock.
Dieses Bild zeigt einen felsigen Anstieg auf dem Weg zum Owl Draw Mining Camp auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Felsiger Anstieg bei Meile 4.4
Dieses Bild zeigt einen felsigen Anstieg auf dem Weg zum Owl Draw Mining Camp auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Geschafft!
  • Meile 4.6 – Wir erreichen einen weiteren etwas steileren Anstieg und biegen danach rechts ab.
  • Meile 5.4 – Hier biegen wir rechts ab.
  • Meile 6.0 – Wir biegen links ab.
  • Meile 6.6 – Die beiden alten verlassenen Cabins des Owl Draw Mining Camps liegen vor uns. Der Eingang zur verfallenen Miene befindet sich auf der anderen Strassenseite den Hang hinunter. Ein seltsamer Geruch liegt in der Luft. Ein Fachmann mit guter Nase wüsste deshalb sicher, was hier einst abgebaut wurde.
Verlassene Cabins des Owl Draw Mining Camp
Dieses Bild zeigt einen Mineneingang des Owl Draw Mining Camp auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
Alte Mineneingänge am …
Dieses Bild zeigt einen Mineneingang des Owl Draw Mining Camp auf dem Dome Plateau bei Moab, Utah
… Owl Draw Mining Camp
  • Meile 7.3 – Ein leicht felsiger Anstieg liegt vor uns.
  • Meile 7.6 – Wir halten uns links.
  • Meile 8.9 – Es geht durch einen Zaun. Bald danach fahren wir auf eine Badland-Landschaft zu. In der Ferne sehen wir schon den Highway 128. Die Landschaft wird jetzt zunehmend uninteressant.
  • Meile 11.7 – Links halten. Der Weg nach rechts Führt auf den bekannten Kokopelli’s Bike Trail.
  • Meile 12.2 – Wir haben kurz nach dem Corral mit dem Highway 128 wieder Asphalt unter den Rädern und alle Prüfungen unbeschadet überstanden.

Verschwitzt, staubig und glücklich treten wir den Rückweg nach Moab an, wo sicher irgendwo schon ein kühles Bier auf uns wartet. Die Fahrt auf dem Colorado Riverway ist immer wieder wunderschön und der Anblick der Fisher Towers spektakulär.

Panorama am Colorado Riverway mit Fisher Towers und La Sal Mountains

Wir haben die Tour sehr genossen und können sie all denen empfehlen, die die großen Highlights in der Gegend schon gesehen haben und etwas Neues suchen. Sie bietet einiges an Abwechslung und diverse Adrenalinschübe sind auch inklusive. Auch für all diejenigen, die sich in Moab einen Jeep mieten und sich etwas fordern wollen ist diese Strecke toll.

Dauer und Länge der Tour auf das Dome Plateau

  • Zeitbedarf: 8-10 Stunden ab/bis Moab
  • Länge: insgesamt etwas mehr als 20 Meilen offroad plus etwa 70 Meilen An- und Abfahrt von Moab

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Über den Autor
Malte
Seit 2001 ist Nordamerika meine große Leidenschaft und ich reise jedes Jahr meist zweimal dorthin. Ob beim Wandern durch die atemberaubende Natur, beim Offroaden durch die Wildnis oder beim Erleben packender Sportveranstaltungen – ich entdecke die Vielfalt des Kontinents immer wieder neu. Über die Jahre sind vor allem der Südwesten der USA und Los Angeles wie eine zweite Heimat für mich geworden.