Denkst Du an Kanada und insbesondere die kanadischen Rocky Mountains hast Du sicher gleich Bilder im Kopf von fast unwirklich türkisblauen Seen vor malerischer Bergkulisse. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Bilder im Banff Nationalpark entstanden sind ist nahe an einhundert Prozent. Die atemberaubenden Highlights in diesem Naturschutzgebiet ziehen über vier Millionen Besucher jährlich an. Dabei konzentriert sich der Besucheransturm vor allem auf die Zeit von Mitte Juli bis Ende September. Nur dann sind nämlich die Seen sicher eisfrei und alle Wanderwege schneefrei.
Ende Mai 2011 haben wir die kanadischen Rocky Mountains zum ersten Mal besucht. Bis auf den Emerald Lake im Yoho Nationalpark waren die bekannten Seen alle noch zugefroren. Viele Trails waren noch gesperrt. Auf dem Weg zur Aussichtsplattform über dem Peyto Lake steckten wir hüfthoch im Schnee.
Umso mehr freuten wir uns auf unseren Trip im Sommer 2022. Und wir wurden nicht enttäuscht! Wir nehmen Euch jetzt also mit auf unsere Tour durch den ältesten Nationalpark Kanadas, auf zwei unvergleich schöne und anspruchsvolle Wanderungen und an die drei wohl meistfotografierten Bergseen der Welt. Hier sind unsere 5 Top-Highlights im Banff Nationalpark und unsere Tipps, wie und wo Du den Park am besten abseits der Massen erleben kannst!
Karte der Highlights im Banff National Park
Der Banff Nationalpark liegt etwa 90 Fahrminuten östlich der Großstadt Calgary mit seinem Internationalen Flughafen YYC im Süden der kanadischen Provinz Alberta. Touristischer Mittelpunkt für die Erkundung des Parks ist die die Kleinstadt Banff mit etwas mehr als 8.000 Einwohnern und einer Vielzahl von Hotels und Restaurants.
Helen Lake Trail
Der Helen Lake Trail gilt als eine der schönsten Wanderungen im Banff Nationalpark. Der Hike ist insgesamt knapp 12 Kilometer lang. Da du über 500 Höhenmeter überwinden musst ist die Wanderung recht anspruchsvoll. Einen Zeitbedarf von etwa fünf Stunden solltest Du einplanen.
Ausgangspunkt der Wanderung ist ein kleiner Parkplatz genau gegenüber des Crowfoot Glacier Viewpoints am Bow Lake direkt am Icefields Parkway. Von Lake Louise bis hierher sind es 32 Kilometer.
Um 10 Uhr machen wir uns auf den Weg. Die ersten viereinhalb Kilometer führen auf einem gut ausgebauten Trail recht steil durch den Wald. Der tolle Geruch der Tannen und Fichten macht die Anstrengungen erträglich. Nach etwa 45 Minuten haben wir einen ersten tollen Blick auf den Crowfoot Glacier und den darunterliegenden Bow Lake.



Bald danach erreichen wir die Ebene. Eine der schönsten Bergwiesen liegt vor uns, die wir je gesehen haben. Überall blühen die Wildblumen, das Schmelzwasser plätschert die Hänge herunter und um uns herum die schroffen Gipfel der Berge. Wow! Auf flachem Terrain geht es nun weiter Richtung Helen Lake.


Dann überqueren wir den Helen Creek, der zu dieser Jahreszeit recht viel Wasser führt. Und nun dauert es auch nicht mehr lange und der Helen Lake kommt ins Blickfeld. Sechs Kilometer sind wir gelaufen vom Parkplatz bis zum Ufer. Es weht ein unglaublich starker Wind hier oben. Wir suchen uns ein geschütztes Plätzchen und machen ein ausgiebiges Picknick.

Am Ostufer des Sees laufen wir weiter Richtung Cirque Peak. Diesen kann man besteigen. Vom Gipfel aus hat man einen einmaligen 360 Grad-Blick, u.a. auf das Wapta Icefield und den Bow Lake. Der Weg dahin ist extrem steil und erfordert kurz vor dem Gipfel einige Klettereinlagen. Wir laufen erstmal bis zum Bergkamm oberhalb der Nordwestspitze des Sees.




Die Ausblicke von hier oben sind atemberaubend. Außer uns sind höchstens ein dutzend weiterer Menschen hier oben. Wir haben schon ordentlich Höhenmeter überwunden vom Ufer des Sees bis hierher. Der Wind pfeift und es ist richtiggehend kalt. Wir entscheiden uns deshalb gegen den Aufstieg zum Cirque Peak. Außerdem haben wir morgen noch eine sehr anspruchsvolle Wanderung vor uns. Es gilt die Kräfte zu schonen. Wir machen uns auf den Rückweg und sind um 15:30 Uhr wieder am Auto. Die Wanderung heute hat alle unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Ein wenig erinnert sie uns an den Hike zum Wilcox Pass im Jasper Nationalpark.
Bow Lake
Geschafft aber glücklich fahren wir die paar Meter bis zum Bow Lake Viewpoint und machen es uns für eine ausgiebige Pause auf der Ladefläche unseres Pick-Ups bequem. Der mit etwas mehr als drei Quadratkilometern Fläche relativ kleine See liegt auf fast 2.000 Metern Höhe direkt am Icefields Parkway. Das Schmelzwasser der umliegenden Gletscher verleiht ihm die wunderschöne türkisblaue Farbe. Vor der Kulisse der gewaltigen Waputik Range ist dieser Bergsee ein tolles Fotomotiv.



Moraine Lake
Der unwirklich türkisblaue Moraine Lake vor der großartigen Kulisse der Ten Peaks ist wohl das Sinnbild für Kanada schlechthin – mindestens aber der Rocky Mountains – und einer der meistfotografierten Bergseen der Welt. Zusammen mit dem Lake Louise (zu dem wir gleich noch kommen) ist er deshalb eines der meistbesuchten Ziele in Kanada überhaupt.

Eine etwa 15 Kilometer lange Stichstrasse führt von Lake Louise zum Moraine Lake. Sie ist nur von Juni bis Oktober geöffnet und seit 2023 für den privaten Autoverkehr gesperrt. Die kanadische Parkverwaltung Parks Canada hat ein sehr gut funktionierendes Shuttlesystem eingerichtet, deren Nutzung wir nur dringendst empfehlen können.
Das Shuttlesystem in der Lake Louise Area
Wir sind sehr begeistert über diesen Service, denn er erspart eine Menge Streß und Zeit beim Besuch der beiden Seen. Die Shuttles fahren zwischen Lake Louise und Moraine Lake (als sogenannte Lake Connector) und zwischen Lake Louise und dem Park & Ride Parkplatz am Lake Louise Ski Resort. Die Parkplätze am Lake Louise sind tagsüber hoffnungslos überfüllt. Nutze deshalb gleich den sehr gut ausgeschilderten Park & Ride Parkplatz am Ski Resort. Die Shuttles fahren von hier in ein paar Minuten direkt an das Ufer des Lake Louise. Keine Parkplatzsuche, keine Parkgebühren, kurze Wege – perfekt!
Die Plätze im Bus kannst Du ab Frühling (etwa Mitte April) im Voraus online reservieren. 40% der Plätze werden so vergeben. Die übrigen 60% der Plätze lassen sich jeweils ab 8 Uhr morgens für Abfahrt in 48 Stunden online reservieren. Erwachsene zahlen 8$, Senioren ab 65 Jahren 4$ und Kinder bis 17 Jahre fahren kostenlos. Hinzu kommt eine Reservierungsgebühr in Höhe von 3$. Alle Informationen hierzu findest Du auf der oben verlinkten Seite von Parks Canada.
Es gibt auch private Shuttles, die eine Genehmigung für die Zufahrt zum Moraine Lake haben und diesen Service anbieten. Die offenen Doppeldecker-Busse fahren ab/bis Lake Louise und zwischen den beiden Seen. Sinn macht dieses Angebot nur, wenn Du zu Deinem Wunschtermin und Deiner Wunschzeit keine Verfügbarkeiten beim offiziellen, wesentlich günstigeren Shuttle von Parcs Canada gefunden hast.
Um 7 Uhr stellen wir also unseren Wagen auf dem riesigen Park & Ride Parkplatz am Lake Louise Ski Resort ab und besteigen mit unserer weit im Vorfeld gemachten Reservierung den ersten Bus des Tages zum Moraine Lake.
Der Rockpile Trail
Einer größeren Wanderung bedarf es nicht, um die weltberühmte Aussicht auf den Moraine Lake zu genießen. Vom Shuttle-Parkplatz sind es nur ein paar hundert Meter hinauf zu den riesigen Felsblöcken oberhalb des Nordufers des Sees. Trotz der Menschenmassen hier auf den befestigten Aussichtsplätzen finden wir mit ein wenig Kletterei zwischen den Felsen auch immer wieder einen ruhigeren Ort mit grandiosem Blick auf den See.


Die Morgensonne steigt immer weiter und bald haben wir einen nahezu schattenfreien Blick auf den See. Wir laufen dann noch ein Stück entlang des Nordwestufers. Hier liegt auch der Bootsverleih und die exklusive und damit recht kostspielige Moraine Lake Lodge. Eine Übernachtung hier ist übrigens auch die einzige Möglichkeit, mit dem eigenen Auto an den See zu kommen.



Um kurz nach 10 Uhr sind wir wieder am Parkplatz und unser Privat-Shuttle ist auch schnell da. Wir sind nämlich die einzigen Fahrgäste auf dem Weg zum Lake Louise. Diesen erreichen wir 25 Minuten später. Es ist unfaßbar viel los hier auf dem riesigen Parkplatz und wir sind froh, nicht mit dem Auto hier zu sein. Wir steigen praktisch direkt am Lakeshore aus dem Bus und machen uns startklar für das nächste Highlight im Banff National Park.
Lake Louise
Dieser kleine Bergsee vor grandioser Bergkulisse ist das meist besuchte Highlight in den kanadischen Rockies. Das liegt zum einen natürlich an seiner Schönheit, zum anderen an der leichten Erreichbarkeit. Von den riesigen Parkplätzen bis zum bekannten Aussichtspunkt vor dem Fairmont Chateau Lake Louise Hotel sind es nur wenige Gehminuten. Viel weiter geht es für geschätzte 70 Prozent aller Besucher nicht. Glücklicherweise gibt es tolle Wanderwege, auf denen wir den unglaublichen Massen entfliehen und die wahre Schönheit des Sees und seiner Umgebung entdecken können.

Tageswanderung Lake Agnes Teahouse – Big Beehive – Plain of Six Glaciers
Wir haben uns etwas vorgenommen heute. Unsere geplante Wanderung besteht aus der Kombination mehrerer Trails. Zusammen ergeben sie einen schönen und bei vielen Hikern beliebten Loop durch die unmittelbare Umgebung des Lake Louise. Durch die Länge von über zwanzig Kilometern und den zu überwindenden Höhenunterschied von über 1.000 Metern ist es aber auch eine der anspruchsvolleren Tageswanderungen im Banff Nationalpark.
Wir starten am Lake Louise Parking Lot und laufen vorbei am altehrwürdigen Fairmont Chateau Lake Louise*. Nach ein paar hundert Metern geht es rechts ab auf den Lake Agnes Trail. Wir müssen einen kleinen Umweg laufen, da Teile des Gebietes hier unten wegen Bärenaktivität abgesperrt sind. Ab hier geht es nun etwa dreieinhalb Kilometer durch den Wald stetig bergauf. 400 Höhenmeter sind bis zum Lake Agnes zu überwinden. Durch den gleichmäßigen Anstieg ist der Trail aber gut zu laufen.
Nach etwa 2,7 Kilometern erreichen wir den Mirror Lake. Vor der Kulisse des Big Beehive ist das smaragdgrüne Wasser ein tolles Fotomotiv und ein einladender Ort für eine erste kurze Rast. Allerdings ist der Mirror Lake eher ein Teich als ein See.

Achthundert Meter sind es nun noch zum Lake Agnes Teahouse. Ein Stück weiter passieren wir sogar einen kleinen Wasserfall. Hier oben gibt es noch genug Schnee und das Schmelzwasser will irgendwo abfließen.

Das allerletzte Stück führt nun über eine Holztreppenkonstruktion mit 58 Stufen und schon stehen wir am Lake Agnes und dem beliebten Teahouse auf 2.135 Metern Höhe. Die Schlange vor dem kleinen Cafe ist endlos lang und so schlendern wir etwas am Ufer entlang, machen ein paar Fotos und laufen dann weiter Richtung Big Beehive.

Der Weg führt rechts am See entlang und nach ein paar hundert Metern stehen wir am gegenüberliegenden Ufer mit tollem Blick auf das Teahouse.

Von hier aus geht es nun 1,7 Kilometer über recht steile Spitzkehren hoch zum Big Beehive. So langsam fangen die Beine an zu schmerzen. Die Pausen, die wir immer mal wieder einlegen müssen, werden belohnt von phantastischen Ausblicken über den Lake Agnes und das Bergpanorama.
Oben angekommen suchen wir uns einen einsamen Platz in der Nähe des überdachten hölzernen Aussichtsdecks um uns für die Anstrengung des Weges hier hoch mit einem Picknick zu belohnen. Der Blick hinunter auf den Lake Louise und das Bow River Valley ist schlicht atemberaubend! Die Farbe des Sees wirkt von hier oben noch surrealer. Wir bleiben eine ganze Weile. Nur schwer können wir uns losreißen.



Etwa zehn Kilometer sind wir bis hier gewandert. Wir laufen auf die andere Seite des Big Beehive. Hier geht es nun durch den Wald steil hinunter. Am Ende des Big Beehive Trail gehen wir weiter auf den ausgeschilderten Highline Trail. Es geht erst weiter hinunter für knapp zwei Kilometer. Dann müssen wir wieder hinauf. Beine und Füße schmerzen immer mehr. Aber wir beißen.
Endlich erreichen wir den Plain of Six Glaciers Trail. Das Ende des Valleys und den Mount Lefroy haben wir jetzt immer im Blick. Aber der Weg zieht sich. Etwa anderthalb Kilometer sind es noch zum Plain of Six Glaciers Teahouse. Der Weg teilt sich auf: eine Spur für Pferde, eine für Hiker. Das Laufen über die Gletschermoräne wird immer unangenehmer. Das letzte Stück zum Teahouse ist dann wieder richtig steil. Völlig fertig kommen wir oben an und lassen uns erstmal auf eine der Bänke fallen. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit ist hier nicht mehr allzu viel los.
Jetzt also noch das letzte Stück bis zum Viewpoint! Nur etwa 1,5 weitere Kilometer. Aber die haben es in sich. Schnell geht es wieder über die Gletschermoränen mit einer durchschnittlichen Steigung von knapp 16 Prozent und einer maximalen Steigung von über 50 Prozent. Wir bündeln die letzten Kräfte.

Aber es lohnt sich. Die Atmosphäre hier oben inmitten der Gletscher ist einzigartig und der Blick wunderschön. Und das Beste ist: wir sind ganz allein hier.
Wir geniessen eine ganze Weile die Ruhe und machen uns um 17:30 Uhr auf den Rückweg. Es ist ziemlich rutschig auf dem Schutt und wir müssen wirklich aufpassen uns nicht hinzulegen. Es geht steil bergab.

Bald laufen wir entlang des donnernden Wassers, welches aus den Gletschern in den Lake Louise fließt und dessen Sedimente für die besondere Farbe des Sees sorgen. Unten angekommen führt ein Holzsteg über eine Art Delta am südwestlichen Ende des Sees.


Die letzten zwei Kilometer geht es dann für uns entlang des Ufers zurück zum großen Parkplatz und dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Aber die Strecke zieht sich. Jetzt tut wirklich jeder Schritt weh und die Beine brennen und zwicken.


Um 19 Uhr sind wir am Haltepunkt des Shuttles auf dem großen Parkplatz. Erschöpft aber glücklich. Der letzte Shuttlebus des Tages bringt uns zurück zu unserem Auto. Selten haben wir uns so gefreut, aus unseren Wanderstiefeln zu kommen. Zurück in Banff lassen wir einen weiteren phantastischen Tag im Banff National Park bei ein paar kalten Bierchen ausklingen.
Unsere Hotelempfehlung
Das Peaks Hotel & Suites* mitten in Banff ist ein phantastisches neues Hotel mit überragender Atmosphäre, geräumigen Zimmern und moderner Ausstattung. Besonders toll sind die Balkone. Wir haben uns hier extrem wohlgefühlt und kommen jederzeit wieder. Das Hotel ist übrigens auch die Nummer 1 in Banff bei Tripadvisor.




Die kleine Stadt Banff mit seinen 6.000 Einwohnern ist der Ausgangspunkt für fast alle Aktivitäten im Banff Nationalpark. In den Sommermonaten ist Banff ein recht trubeliger Ort mit aller erdenklichen touristischen Infrastruktur. Das Hotelangebot im Park beschränkt sich nahezu nur auf diesen Ort. Die Preise sind entsprechend hoch.

Lediglich in Lake Louise gibt es eine kleine Auswahl weiterer Hotels: neben dem oben schon erwähnten Luxushotel Fairmont Chateau direkt am See zum Beispiel das Lake Louise Inn* oder die Mountaineer Lodge*. Die Unterkünfte hier bestechen durch ihre Lage, das Preis-Leistungsverhältnis ist aber in Banff besser.
Ein wegen der hohen Raten in Banff und Lake Louise immer beliebter werdender Übernachtungsort ist die Kleinstadt Canmore 25 Kilometer südöstlich von Banff. Und suchst Du nach noch günstigeren Preisen lohnt sich auch ein Blick auf das Hotelangebot in Golden etwa eine Autostunde westlich von Lake Louise.
Peyto Lake
Der Blick auf den Peyto Lake ist vielleicht DAS Postkartenmotiv der kanadischen Rocky Mountains. Ein Besuch des Banff Nationalpark ohne einen Stopp am Peyto Lake ist deshalb unvorstellbar. Und so zählt der türkisblaue See vor der malerischen Bergkulisse zu den meistbesuchten Naturwundern Kanadas.
Etwa 30 Fahrminuten von Lake Louise entfernt zweigt vom Icefields Parkway die Stichstrasse zum Parrkplatz am Peyto Lake ab. Hier ist es zwischen 9 und 17 Uhr in der Hauptsaison richtig voll. Es empfiehlt sich also nach Möglichkeit außerhalb dieser Zeiten herzukommen.
Vom Parkplatz aus führt ein kurzer steiler Weg direkt zu einer großen hölzernen Aussichtsplattform – dem Peyto Lake Lookout. Wie Du Dir vorstellen kannst, ist es hier meist so richtig voll. Genieße hier einen ersten Blick auf den See.

Und halte Dich dort dann gar nicht länger auf. 99% der Besucher kommen nämlich nur auf die Plattform und drehen dann wieder um. Unser Tipp: Du musst gar nicht weit laufen, um den gleichen Blick für Dich ganz allein zu haben. Gehe einfach von der Plattform geradeaus (statt links wieder zurück) bis Du fast an den oberen Parkplatz (Bus- und Behindertenparkplatz) gelangst. Kurz davor zweigt nach rechts ein ziemlich gut sichtbarer Trampelpfad ab. Nach einem kurzen Marsch durch die Vegetation erreichst Du schließlich einen felsigen Vorsprung mit tollem ungehinderten Blick auf den See.


Falls Du Dich übrigens fragst, warum die vier vorgestellten Seen (und viele weitere in der Umgebung) diese türkisblaue Farbe haben: die Seen werden von Gletschern gespeist. Diese haben bei Ihrer Ausbreitung Felsen überfahren und dabei ein feinkörniges Sediment erzeugt. Die winzigkleinen Gesteinspartikel lösen sich aus den Gletschern und gelangen mit dem Schmelzwasser in den See. Dieses Abflußwasser wird Gletschermilch genannt. Es ist meist grau-weiß-milchig. Trifft nun Sonnenlicht auf diese Suspension werden von dem Gesteinsmehl vor allem die blau-grünen Anteile des Lichts reflektiert. Und dadurch entstehen die satten Farben!
Auf unserem weiteren Weg heute in den Jasper National Park machen wir noch einen Halt an den Waterfowl Lakes direkt am Icefields Parkway und am Saskatchewan River Crossing und begeben uns gegen Mittag dann auf unsere Wanderung zum Wilcox Pass.


Fazit
Der Banff Nationalpark ist von unbeschreiblicher Schönheit und begeistert uns immer wieder. Mit ein wenig guter Planung, frühem Aufstehen und Lust am Wandern kann man den schlimmsten Besuchermassen entgehen. Die beste Reisezeit ist Mitte Juli bis Ende September. Wir empfehlen drei Übernachtungen, um zwei volle Tage im Park zu haben.
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